Berlin hat zwei neue Hochschulen
Berlin ist die Stadt mit den meisten Einwohnern (3,53 Mio.), den meisten Studenten (179.000) und unglaublich vielen Hochschulen: Neben den vier großen staatlichen Universitäten gibt es vier Privatunis mit Promotionsrecht, sechs kirchliche und staatliche Fachhochschulen sowie mehr als 30 private (Fach-)Hochschulen. Und sie vermehren sich fleißig: Im letzten Sommer hat die CODE University of Applied Sciences erstmals Studierende begrüßt, in diesem Frühjahr beginnt der akademische Betrieb an der Berlin University of Digital Sciences.
Beide Universitäten sind Ausdruck eines Trends, der sich mit der Formel „raus aus der Theorie, rein in die Praxis“ zusammenfassen lässt. Zudem reagieren beide auf neuere Entwicklungen in Gesellschaft und Wirtschaft, die unter dem überstrapazierten Label Digitalisierung laufen. Die Code University ist das Herzensprojekt das Kölner Seriengründers und Entwicklers Thomas Bachem, der sich für sein Studium eine hochwertige, anwendungsorientierte akademische Ausbildung in Software Engineering, Interaction Design und Produktmanagement gewünscht hätte. Exakt diese drei Studiengänge bietet die neue Hochschule an. Die Teilnehmer werden in sechs Semestern mit einer problembasierten Didaktik zum Bachelor-Abschluss gebracht.
Richtet sich die Code University im Wesentlichen an Schulabgänger oder Studienfachwechsler, die in einem kompakten Vollzeitstudiengang wichtige digitale Fähigkeiten erlernen möchten, so geht es der Berlin University eher um Weiterbildung von Berufstätigen im digitalen Business. Zum Angebot gehören Module wie Datensicherheit, Digitalrecht, Digitalwirtschaft und Leadership, die praxisnah und projektorientiert aufgebaut sind. Diese Kurse lassen sich zu international anerkannten Abschlüssen (Master of Science und MBA) kombinieren und bestehen aus Präsenzphasen und Online-Angeboten.
Fernziel ist die Etablierung der Hochschule als Plattform für digitale Kompetenz, ähnlich den Business Schools in den Wirtschaftswissenschaften. Kopf dieser Universität ist Prof. Dr. Mike Friedrichsen von der Hochschule der Medien in Stuttgart, der bereits seit längerem an Bildungskonzepten für den Umgang mit dem digitalen Wandel arbeitet. Obwohl sich beide Hochschulen innerhalb der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion ihrer jeweiligen Arbeitsgebiete bewegen, handelt es sich doch nicht um herkömmliche Hochschulen. Die Absolventen sollen - vereinfacht ausgedrückt - keine Wissenschaftler werden, sondern unternehmerisch denkende Manager (Intrapreneure) oder Gründer eines Startups.
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