Crowdfunding bei Companisto

Readfy unterwegs zu einer halben Million Euro

Die kostenlose Lese-App ist noch im Betatest und schon bei Investoren erfolgreich: Auf der Crowdinvesting-Plattform Companisto sammelt die App über 400.000 Euro ein.

Die Gründer von readfy: Ryan David Mullins , Felix Bauchspiess , Frank Großklaus (v. l.)

Es war ein wenig so, als hätten die Investoren auf Readfy gelauert: Nach einer Stunde waren 25.000 Euro im Topf, nach einer Woche 200.000 und jetzt, nach einem Monat peilt das Unternehmen die halbe Million Euro durch Crowdfunding an. Die App ist zwar noch im geschlossenen Betatest, aber schon ein großer Erfolg.

Readfy bietet kostenlose E-Book-Abos an, die mit Werbung finanziert werden. Dabei wollen die Macher die Lektüre mit Werbung unterbrechen, die über den Buchtext gelegt wird – Videos, Einblendungen oder Banner. Gelesen wird nur via App in der Cloud. Es gibt keine Downloads und keine lokale Speicherung.

Im Moment gibt es nur eine App für Android, iOS soll im Sommer folgen, andere Systeme sowie ein Webreader und Lösungen für E-Reader sind geplant. Später wird auch ein kostenpflichtiger und werbefreier Premiumservice eingeführt. Zusätzlich gibt es Social-Reading-Funktionen wie zum Beispiel Nutzerrezensionen, Kommentare und das Teilen auf Facebook und Twitter.

Die Gründer Felix Bauchspieß, Ryan David Mullins und Frank Großklaus sind mit diesem Konzept dabei, den in Deutschland recht trägen Markt für E-Books aufzumischen. Sie wollen E-Books nicht verkaufen, sondern streamen. Da die Bücher in der Cloud bleiben, handelt es sich um eine Online-Ausleihe. Sie erlaubt eine völlig andere Preispolitik und widerspricht nicht der Buchpreisbindung – meinen die Readfy-Gründer.

Felix Bauchspieß betont in Interviews immer wieder die großen Vorteile von Readfy für die beteiligten Verlage: “Die kostenlose Lektüre senkt die Eintrittsbarriere und schafft ein attraktives legales Angebot, durch das sich Piraterie kaum mehr lohnt.” Readfy biete Verlagen und Autoren einen alternativen Vertriebsweg, der unter anderem am E-Book-Riesen Amazon vorbeiführe.

Das “E-Book-Streaming” mit Readfy kann ein wichtiger Baustein für das Wachstum und den Erfolg des digitalen Buchmarkts in Deutschland sein. Dazu müssen sich natürlich weitere Verlage für diesen neuen Vertriebskanal interessieren. Die bisher etwa fünfzehntausend Bände von teils renommierten Verlagen wie Matthes & Seitz sind schon mal ein guter Anfang.

Und so ganz nebenbei ist das Startup auch ein Beweis die Möglichkeiten von Crowdfunding. Die angepeilte halbe Million soll noch bis zum Ende des Monats auf dem Portal Companisto zusammenkommen. Dabei handelt es sich nicht um typisches Crowdfunding, bei dem die Investoren das Endprodukt oder ein paar Goodies bekommen.

Sie finanzieren vielmehr dem Unternehmen einen investiven Kredit und bekommen dafür Zinsen. Ab fünf Euro kann jeder dabei sein. Einige der gut 1.200 meist privaten Investoren sind so überzeugt von Readfy, dass sie das Konzept mit 5000 Euro oder mehr unterstützen.

Bildquelle: Readfy

Links:

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok