Übermittlung von Standortdaten

Regierung fordert Aufklärung von Google

Medienberichten zufolge soll Staatssekretär Gerd Billen eine Klarstellung von Google bezüglich der fragwürdigen Übermittlung von Standortdaten eingefordert haben.

Standortnutzung auf dem Smartphone

Standortnutzung auf dem Smartphone: Google wird vorgeworfen, irreführende Angaben zu dieser Praxis zu machen.

Eine Studie des US-Verlegerverbands „Digital Content Next” sorgt weiterhin für Aufregung: Die Nonprofit-Organisation veröffentlichte in der vergangenen Woche brisante Erkenntnisse über die Standortermittlung von Android-Smartphones. Demnach soll selbst ein nicht bewegtes Testgerät über den Chrome-Webbrowser innerhalb von 24 Stunden 340 Mal Ortungsdaten an Google übermittelt haben. Daten sollen zudem auch nach Abschalten des Ortungsdienstes übermittelt werden. Darüber hinaus gab der Verband an, dass Google die Möglichkeit habe, anonym gesammelte Daten mit persönlichen Informationen zu verknüpfen. Google stellte die Glaubwürdigkeit der Studie in Frage.

Wie „Spiegel Online” berichtet, soll Staatssekretär Gerd Billen nun in einem Brief eine Klarstellung von Google eingefordert haben. Biller gibt in dem Schreiben an Google-CEO Sundar Pichai zu bedenken, dass das Vertrauen der Verbraucher in die Nutzung von Angeboten und Diensten der digitalen Welt durch dieses Vorgehen nachhaltig beeinträchtigt werden könnte.

Irreführende Angaben

Bisher gab Google auf seiner Webseite an, dass besuchte Orte nach dem Deaktivieren des Standortverlaufs nicht mehr gespeichert werden. Inzwischen wurde die Passage korrigiert und lautet folgendermaßen: „Sie können den Standortverlauf jederzeit auf Kontoebene deaktivieren. Diese Einstellung wirkt sich nicht auf andere Standortdienste auf Ihrem Gerät aus, etwa die Google-Standortdienste und ‚Mein Gerät finden‘. Einige Standortdaten werden eventuell im Rahmen Ihrer Aktivitäten in anderen Google-Diensten wie der Google-Suche und in Maps gespeichert.”

Google droht zudem eine Sammelklage in Kalifornien. Dort will ein Nutzer stellvertretend für alle Betroffenen wegen Irreführung und Verletzung der Privatsphäre gegen den Konzern vorgehen. Der hat nun wiederum noch etwa zwei Wochen Zeit, um auf die Anschuldigungen zu reagieren. Zudem fordert die Datenschutzorganisation „Electronic Privacy Information Center” (Epic) die US-Verbraucherschutzbehörde FTC auf, aktiv zu werden.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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