Lieferroboter

Roboter für die letzte Meile - auf dem Bürgersteig

Die Warenlieferung mit Robotern ist der Heilige Gral der Logistik: Sie bewältigt den Fachkräftemangel und sorgt für stetig wachsende Umsätze.

Lieferroboter von Starship Technologies

Lieferroboter von Starship Technologies

Die ersten Roboter, die in der Öffentlichkeit auftreten, sind Lieferroboter, beispielsweise von Starship Technologies. Bereits seit einigen Jahren arbeitet das Unternehmen daran, die kleinen rollenden Transportbehälter zu perfektionieren und hat in verschiedenen Gegenden, beispielsweise im Raum Düsseldorf, größere Feldversuche damit gestartet.

Denn die letzte Meile bis zur Auslieferung einer Ware beim Kunden ist der Knackpunkt in der Logistik. Waren- und Paketlieferungen wachsen und wachsen, doch die Logistikunternehmen kommen kaum noch hinterher. Dies liegt zum einen daran, dass es einen Fachkräftemangel gibt: Die Arbeit ist nicht übermäßig attraktiv und zieht deswegen nicht genug Jobsuchende an. Zum anderen sind die herkömmlichen Logistikinfrastrukturen auf Massenversand ausgerichtet, kleinere Einzellieferungen müssen recht aufwendig per Kurier erledigt werden.

Abhilfe verspricht hier der Roboter. Größtes Versuchsfeld für die rollenden Auslieferungsautomaten ist San Francisco, da sich dort viele entsprechende Startups angesiedelt haben, beispielsweise auch die Starship-Konkurrenten Dispatch und Marble. Anscheinend stolpern die Bewohner von San Francisco schon über diese Roboter, sodass die Stadtverwaltung jetzt die Notbremse gezogen hat: Insgesamt dürfen lediglich drei Unternehmen jeweils drei Roboter gleichzeitig in San Francisco testen, sie dürfen nicht schneller als drei Meilen pro Stunde fahren und müssen einen menschlichen Überwacher haben.

Die Konsequenz: Starship Technologies hat sich aus San Francisco zurückgezogen und die Begeisterung bei den anderen Robotik-Startups ist gering. Spötter meinen schon, dass erinnert an die frühen Tage des Automobils, als jedem Wagen eine Person vorangehen musste, die eine rote Flagge schwenkt. Kann gut sein, dass die Reaktion der Stadtverwaltung von San Francisco in 100 Jahren genauso wirkt, denn zumindest Starship hat jetzt angekündigt, mit der offiziellen Markteinführung seines Lieferroboters zu beginnen.

Roboterflotten automatisieren die letzte Meile

Zunächst sollen die kleinen Wägelchen Lieferungen auf dem Gelände von Unternehmen und Hochschulen übernehmen. Dabei werden Getränke und Snacks über die Starship-App bestellt und Mitarbeiter in den Kantinen oder Mensen beladen die dreiachsigen Roboter. Möglich ist aber auch die Auslieferung von Bürobedarf, Werkzeugen oder Ersatzteilen. Getestet wird das schon seit längerem in Mountain View, CA auf dem Gelände des Softwareunternehmens Intuit.

Der nächste Schritt wäre dann die Auslieferung in städtischen Regionen. Doch das ist nicht so einfach, denn Bürgersteige sind für autonome Roboter sehr unübersichtlich. Aus diesem Grunde werden die bisherigen Modelle permanent fernüberwacht, viel anders geht es Moment nicht. Starship-Konkurrent Marble arbeitet recht intensiv daran, einen Lieferroboter mit deutlich mehr Rechenkraft und dadurch deutlich mehr Intelligenz beim autonomen Fahren auf den Markt zu bringen.

Fernziel von Marble ist eine Flotte aus Kleinrobotern, die von einer Steuerzentrale aus überwacht werden und normalerweise keine Fernsteuerung mehr brauchen. Das Unternehmen möchte zudem den Bereich der Essensauslieferung verlassen und andere Kunden ansprechen. Solche Überlegungen waren verschiedenen Investoren eine Investitionsrunde aus 10 Millionen Dollar wert.

Doch der Weg dahin ist steinig, denn auch ein Roboter muss sich auf dem Bürgersteig an die Straßenverkehrsordnung halten, vorausschauend umherrollen und beim Überqueren von Straßen mit dem ziemlich unübersichtlichen Verkehr klarkommen. Wie das in der Praxis aussieht, lässt sich in einem Video von Wired begutachten.

Bildquelle: Starship Technologies

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