„An der Speerspitze von Digitalisierungskonzepten“

Rugged Tablets und das Internet Of Things

Im Interview erläutert Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International, wie man sich in einem schnell wachsenden IT-Markt als kompetenter Anbieter von Rugged-Tablets aufstellen kann und inwieweit die mobilen Geräte bereits für das Internet of Things (IoT) gewappnet sind.

  • Holografischer Touchscreen

    „Von Unternehmen verlangt die DSGVO, sich mit ihren Datenverarbeitungsprozessen auseinander-setzen und zu dokumentieren, was wo wie mit persönlichen Daten gemacht wird“, stellt Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International, fest.

  • Mike Finckh

    „Generell ist die Akzeptanz von Tablets in den letzten Jahren stark gestiegen“, betont Finckh.

Herr Finckh, mit welchen Herausforderungen ist es verbunden, sich in einem schnell wachsenden IT-/Mobility-Markt als kompetenter IT-Distributor und Assemblierer für Hardware-Produkte wie Rugged-Tablets aufzustellen?
Mike Finckh: Wesentlich sind meiner Ansicht nach ein Verständnis für die Anforderungen im täglichen Gebrauch, zuverlässige Hardware und ein optimaler Service beim Roll-out. Beispielsweise sind Tablets mit Touchscreens, die keinerlei Handschuhbedienung erlauben oder sich nicht entsprechend konfigurieren lassen, für Warenlagermitarbeiter, die auch bei winterlichen Temperaturen die Lieferung draußen vom LKW entgegennehmen, oder für den Vorarbeiter auf dem Bau nicht sonderlich hilfreich. Unsere wichtigste Aufgabe als Distributor ist es daher, die Systemintegratoren in einzelnen Projekten mit unserer Erfahrung dabei zu unterstützen, ihren Kunden das bestmögliche Service-Erlebnis zu bieten. Dazu gehört der ausgiebige Test aller Geräte vor Auslieferung, so dass langfristig ein stabiler Betrieb gewährleistet ist und die Anwender zufrieden sind.

Inwieweit sind die Geräte für das Internet der Dinge gewappnet?
Finckh: Das Internet der Dinge und die Veränderungsprozesse, die es für die Industrie mit sich bringt, ist eine Entwicklung, die bei mir Erinnerungen an die 90er-Jahre weckt. Damals wurde der Zentralrechner durch Architekturen aus mehreren Clients bzw. Servern ersetzt. Genauso wie damals ist das Ergebnis einerseits eine flexiblere, günstigere und leistungsfähigere IT, andererseits allerdings auch ein Wildwuchs an auf ihr Einsatzgebiet hochspezialisierten Einheiten, die dennoch alle einer zentralen Verwaltung bedürfen. Sowohl für die mobile Datenerfassung als auch für die Fülle der neuen Internet-of-Things-Geräte erfordert dies meist ein Device- und Applikationsmanagement, welches sich in heterogene Gerätelandschaften fügt und beliebig skalierbar ist.

Welche (weiteren) Eigenschaften sollten Industrie-Handhelds und Rugged-Tablets erfüllen, um die Logistikprozesse eines Unternehmens nachhaltig zu optimieren?
Finckh: Ehrlich gesagt hat sich bei den Features von Rugged-Tablets in den letzten Jahren nicht so viel getan. Barcode-Scanner, 3G bzw. heute LTE und Kamera sind für die mobile Datenerfassung bislang ausreichend. Allerdings haben sich durch die Öffnung der Netzwerke im IoT-Kontext die Sicherheitsstandards spürbar erhöht. Wir sehen bei unseren Tablet-PCs immer häufiger die Verwendung des eingebauten Smartcard- bzw. NFC-Readers zur Benutzerauthentifizierung. Solide Sicherheitsstandards tragen mittelbar auch zur Prozessoptimierung bei.

Was wird hier häufig noch von den Mitarbeitern bemängelt?
Finckh: Generell ist die Akzeptanz von Tablets in den letzten Jahren stark gestiegen. Das liegt vor allem an der jüngeren Generation, die damit aufwächst. Und genau hier führe ich meine Kritik an, die ich an dieser Stelle an die Hersteller von Industrie-Software-Anwendungen richten muss: Die Anwendungsoberflächen sind häufig völlig veraltet. In der Regel wurden sie vor Jahren für resistive Touchscreens und Styles entwickelt. Diese „altmodischen“ Oberflächen fallen in der mobilen Nutzung bei Anwendern mittlerweile gnadenlos durch. Die „Tablet-PC-Generation“ erwartet hier eine Usability, die sie von Android- und iOS-Betriebssystemen gewohnt ist. Eine Software-Oberfläche nach HTML5-Standard, welcher auf allen Endgeräten für eine optimale Darstellung sorgt, sollte sich auch bei Industrie-Anwendungen durchsetzen.

Wie gestaltet sich die Reinigung von Rugged-Geräten, die häufig mit Staub, Schmutz und Keimen in Berührung kommen? Müssen da Profis ans Werk oder kann das der Anwender auch selbst übernehmen?
Finckh: Die Reinigung lässt sich mit geringstem Aufwand in den Betriebsablauf integrieren. Rugged-Tablets lassen sich einfach unter dem Wasserhahn bzw. die Medical-Tablets auch mit Desinfektionsspray reinigen. Diese Vorgänge sind meist durch den Hygienebeauftragten sogar vorgegeben.

Auf den mobilen Geräten werden oftmals auch wichtige Unternehmensdaten vorgehalten. Wie kann hierbei die Sicherheit gewährleistet werden?
Finckh: Als „Goldstandard“ der Security gilt nach wie vor der Betrieb der Tablet-PCs als Thin-Client, meist mit Citrix. Das bedeutet, dass sich keine Daten auf dem Tablet befinden, weil einfach nur ein Remote-Desktop – ähnlich einer Teamviewer-Session – dargestellt wird. Damit beschränkt sich das Worst-Case-Szenario „Datendiebstahl“ auf das Erstellen von Screenshots durch einen kriminellen Mitarbeiter. Vor allem Konzerne und kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser setzen diese Methode ein. Diese bietet den weiteren Vorteil, dass sie vergleichsweise wenig Rechenleistung benötigt und man sich bei den Tablets für die kostengünstigere CPU-Variante entscheiden kann. Die Alternative für normale PC-Clients ist ein Mobile Device Management (MDM) von Drittanbietern, welches exakt die Datensicherheitsrichtlinien auf dem Device überwacht und steuert.

Welche Felder werden Sie 2018 besonders im Blick behalten und warum?
Finckh: Wir sind in den letzten Monaten stark im medizinischen Umfeld gewachsen, da wir einen mobilen All-in-One-PC auf den Markt gebracht haben, welcher auf alle gängigen Visitenwagen montiert werden kann. Damit steht auf Station und in der Pflege ein vollwertiger Arbeitsplatz ohne Steckdose für ca. 12 bis 14 Stunden zur Verfügung. Dies scheint den Nerv des Digitalisierungstrends in Krankenhäusern zu treffen. Zuverlässige elektronische Datenerfassung ermöglicht eine lückenlose Dokumentation mit geringer Fehleranfälligkeit. Die Gefahr einer Fehlmedikation aufgrund einer unleserlichen Handschrift in der Patientenakte ist damit beispielsweise gebannt. In diesem Sinne tragen unsere Geräte zu einer Steigerung der „Quality-of-Service“ bei.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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