Online-Handel und Covid-19

Run auf Elektronik- und Unterhaltungsprodukte

Laut einer Umfrage von Mydealz.de hat jeder dritte Verbraucher in Deutschland seit Ausbruch der Corona-Pandemie ein Elektronik- und jeder vierte Konsument ein Unterhaltungsprodukt gekauft.

Einkaufswagen mit Elektronikprodukten

Seit der Corona-Pandemie kaufen Verbraucher laut einer Umfrage von mydealz.de vermehrt Elektronikprodukte online.

Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Rezession. Die Wirtschaftsweisen rechneten damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr im besten Fall um 2,8 Prozent, im schlimmsten Fall um 5,4 Prozent schrumpfe. Manche Branchen avancieren indes zum Krisengewinner. Das gelte auch für die Elektronik- und Unterhaltungsindustrie.

Händler und Hersteller von Elektronik- und Unterhaltungsprodukten leiden unter den Ladenschließungen, würden aber gleichzeitig aber von einer steigenden Nachfrage profitieren. Die Nachfrage nach Artikeln aus den Bereichen Elektronik und Unterhaltung im März sei stark: 33,2 Prozent der 2.537 von Mydealz befragten Verbraucher habe im März ein Elektronikprodukt gekauft, gut jeder Vierte (25,6 Prozent) ein Unterhaltungsprodukt erworben und 34,3 Prozent ein Abonnement bei einem Streaming-Dienst für Film und Serien oder Musik abgeschlossen. Für Elektronikprodukte sollen die befragten Verbraucher dabei im Schnitt 340,43 Euro ausgegeben haben, für Unterhaltungsprodukte wie Bücher, (elektronisches) Spielzeug, Filme, Gesellschafts- oder Videospiele im Mittel 73,76 Euro.

Bestseller: Kopfhörer, Haushaltselektronik und Smartphones

Verbraucher, die im März Elektronikprodukte gekauft haben, gaben an, sich vor allem für Kopfhörer (12,8 Prozent), Haushaltselektronik wie beispielsweise Staubsauger (11,6 Prozent), Smartphones (10,5 Prozent), Küchengeräte (8,8 Prozent), Notebooks (8,0 Prozent) und Fernseher (7,3 Prozent) entschieden zu haben. Computerbildschirme (7,0 Prozent) und Tablets (6,2 Prozent) seien in der zweiten Hälfe der Top 10 der meistgekauften Elektronikprodukte vertreten. Auf sie folgten Computer-Mäuse (5,9 Prozent) sowie PCs und Tastaturen (beide: 5,1 Prozent).

Für Videospiele (62,6 Prozent) haben sich laut Umfrage die meisten Käufer von Unterhaltungsprodukten entschieden. Auf sie seien mit großem Abstand Bücher (15,8 Prozent), Filme auf Blu-ray Disc (15,4 Prozent), Gesellschaftsspiele (11,5 Prozent), Spielekonsolen (10,1 Prozent) gefolgt. Auf den Plätzen fünf bis zehn des Verkauf-Rankings befänden sich Filme auf DVD (4,8 Prozent), Spielzeug (4,2 Prozent) elektronisches Spielzeug gleichauf mit Sportgeräten (beide: 4,1 Prozent) sowie Blu-ray-Disc-Player und Musik-CDs (beide: 2,1 Prozent).

Neuabonnenten bei Streaming-Anbietern

Disney+ erlebte im März einen geglückten Marktstart. Gemessen an den Neuabonnement habe der Streaming-Dienst des Disney-Konzerns etablierte Player wie Netflix oder Amazon-Prime-Video weit hinter sich gelassen. 71,4 Prozent aller befragten Verbraucher, die im März ein Streaming-Abo abgeschlossen haben, entschieden sich für Disney+. Für Netflix entschieden sich 9,0 Prozent der Neuabonnenten, für Amazon Prime Video nur 4,7 Prozent. Sky (2,9 Prozent) und Joyn Plus (2,7 Prozent) vervollständigten die Top 5 der neuabonnierten Streaming-Dienste. 

Starke Nachfrage nach Unterhaltungsprodukten

Auf Corona alleine ließe sich die hohe Nachfrage allerdings nicht immer zurückführen. Noch am ehesten hätten im März Anbieter von Unterhaltungsprodukten und Streaming-Diensten von der Pandemie profitiert. Jeder vierte Käufer eines Unterhaltungsprodukts (23,4 Prozent) habe bei bei der Umfrage erklärt, er hätte sich das Produkt „nicht“ (3,8 Prozent) oder „eher nicht“ (19,6 Prozent) gekauft, wenn die Corona-Pandemie in Deutschland nicht ausgebrochen wäre. Und immerhin noch jeder sechste Neuabonnent eines Streaming-Diensts (16,7 Prozent) hätte das Abo unter „normalen“ Umständen „nicht“ (3,8 Prozent) oder „eher nicht“ (13,0 Prozent) abgeschlossen.

Deutlich schwächer scheine sich das Coronavirus auf die Nachfrage nach Elektronikprodukten auszuwirken. Nur jeder siebte Käufer (13,5 Prozent) eines Elektronikprodukts habe erklärt, er hätte sich das Elektronikprodukt „nicht“ (3,1 Prozent) oder „eher nicht“ (10,3 Prozent) gekauft, wenn die Corona-Pandemie in Deutschland nicht ausgebrochen wäre. Der Einfluss der Pandemie auf die Nachfrage nach Elektronikprodukten sei im März vermutlich auch deshalb so vergleichsweise gering, weil viele der befragten Verbraucher (noch) nicht von zuhause aus arbeiten oder dort schon relativ gut eingerichtet seien. Zumindest habe nur jeder zehnte Elektronikkäufer erklärt, er hätte sich das Produkt auch (7,4 Prozent) oder ausschließlich deshalb (2,3 Prozent) angeschafft, weil er „nun vom Home Office aus arbeiten“ müsse.

Bildquelle: Getty Images / iStock

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