Ursachenermittlung nach Explosionen

Samsung Galaxy Note 7 Vorfälle: Akkus waren schuld

Nachdem es im vergangenen Jahr zu Explosionen des Samsung Galaxy Note 7 gekommen war, hat der Konzern nun erste Ergebnisse der Ursachenermittlung bekannt gegeben.

  • Samsung untersucht Akkus des Galaxy Note 7

    Laut DJ Koh, President Mobile Communications Business bei Samsung Electronics, wurden im Rahmen der Untersuchung mehr als 200.000 Geräte und mehr als 30.000 Akkus getestet.

  • Samsung untersucht Akkus des Galaxy Note 7

Nach mehreren Monaten intensiver Untersuchungen, gab Samsung Electronics im Rahmen einer Pressekonferenz in Seoul die Ursache der Galaxy Note 7 Vorfälle bekannt und präsentierte dabei auch Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Vorkommnisse. DJ Koh, President Mobile Communications Business bei Samsung Electronics, gab Einblicke in die Untersuchungen, drückte sein Bedauern über die Vorfälle aus und dankte gleichzeitig Kunden, Mobilfunkbetreibern sowie Vertriebs- und Geschäftspartnern für ihre Geduld und Unterstützung.

Koh wurde von unabhängigen Experten der Prüforganisationen UL, Exponent und TÜV Rheinland begleitet, die ebenfalls Untersuchungen zu unterschiedlichen Aspekten der Galaxy Note 7 Zwischenfälle durchführten.

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse hat Samsung neue interne Qualitäts- und Sicherheitsprozesse implementiert, die die Produktsicherheit durch zusätzliche Vorgaben, wie mehrstufige Sicherheitsmaßnahmen und den 8-Punkte-Akku-Sicherheitscheck, erhöhen sollen. Darüber hinaus hat Samsung das Battery Advisory Board aus externen Beratern sowie Wissenschaftlern und Forschern gebildet. Dieses Expertengremium wird die Produktentwicklung im Bereich Akkus insbesondere unter dem Aspekt der Produktsicherheit mit neutralem Blick begleiten.

Die Südkoreaner hatten mit dem Telefon, das gegen Apples iPhone 7 antreten sollte ein Debakel erlebt: Nach ersten Bränden wurde im vergangenen September zunächst eine Austauschaktion eingeleitet. Nachdem aber auch vermeintlich sichere Ersatzgeräte in Brand gerieten, stellte das Unternehmen die Produktion und den Verkauf des Modells komplett ein. Es folgten Klagen von Verbrauchern unter anderem in den USA und Südkorea. Die Verluste im operativen Geschäfft beziffert der Konzern auf 5,3 Mrd. Dollar (etwa 4,9 Mrd. Euro).

Mit der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse möchte das Unternehmen verloren gegangenes Vertrauen bei Kunden zurückgewinnen, bevor – voraussichtlich im April – das neue Galaxy S8 vorgestellt wird.

Statement aus der Pressekonferenz

DJ Koh, President Mobile Communications Business bei Samsung Electronics: „Bei unseren Ermittlungen haben wir eingehend alle Aspekte des Galaxy Note 7 geprüft: Hardware, Software sowie damit verbundene Prozesse, wie etwa Fertigung, Qualitätssicherung, Testverfahren und logistische Abläufe. In einer großangelegten Untersuchung, bei der rund 700 Samsung Experten die Zwischenfälle nachgestellt haben, konnten wir die Ursache ermitteln. In diesem Rahmen wurden mehr als 200.000 Geräte und mehr als 30.000 Akkus untersucht und getestet.

Zusätzlich zu unseren eigenen Untersuchungen haben wir Experten von Prüfinstituten beauftragt (UL, Exponent, TÜV Rheinland), um eine unabhängige Überprüfung der vergangenen Ereignisse zu gewährleisten. Sowohl unsere eigenen Untersuchungen, als auch die der drei unabhängigen Organisationen, kamen zu dem Ergebnis, dass die Akkus die Ursache der Zwischenfälle waren. Samsung hat die Zielspezifikationen für die eingesetzten Akkus vorgegeben. Entsprechend übernehmen wir die Verantwortung für die Fehler, die bei der Entwicklung und Herstellung der Akkus geschehen sind und die wir erst nach Markteinführung entdeckt haben.

Wir haben bereits umfassende Schritte zur Optimierung unserer Sicherheitsprozesse unternommen, damit derlei Fehler künftig nicht mehr passieren können. Dazu zählen die Umsetzung eines Mehrstufen-Sicherheitsprotokolls während der Produktplanungsphase sowie ein 8-Punkte-Akku-Sicherheitscheck.“


mit Material von dpa

Bildquelle: Samsung Electronics

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