Nicht nur für Extremsportler

Schlechter Ton bei Actioncams?

Im Interview betont Oliver Badicke, Produktmanager bei Goxtreme, dass es bei Actioncams, die nicht nur bei Extremsportlern zum Einsatz kommen, allgemein noch Verbesserungsbedarf bei der Tonqualität gibt. Unter diesem Manko leide auch der Marktführer der Branche.

Oliver Badicke, Goxtreme

„Der Markt für Actioncams wird in Zukunft noch weiter wachsen, da diese Kameras inzwischen nicht mehr nur bei Extremsportlern beliebt sind“, ist sich Oliver Badicke von Goxtreme sicher.

Herr Badicke, warum sind die kleinen Actioncams so beliebt?
Oliver Badicke:
Eine Actioncam ist klein, leicht und handlich. Ähnlich dem Smartphone ist sie für alle Einsätze gedacht und bietet zusätzlich Schutz vor Wasser und ist stoßfest. Gegenüber dem Smartphone ist die Actioncam bei Videoaufnahmen im Vorteil. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Zubehörteilen und Befestigungen, um sie auch freihändig benutzen zu können. Und natürlich machen die einzigartigen Perspektiven und Blickwinkel bei Sport und anderen Aktivitäten den Reiz einer Actioncam aus.

Wodurch zeichnet sich eine gute Actioncam grundsätzlich aus?
Badicke:
Wir denken nicht, dass es „die eine“ gute Actioncam gibt. Daher setzen wir auf Produktvielfalt und bieten eine Range von zehn Actioncams in Preislagen von 50 bis 250 Euro an. So kann jeder Nutzer das für ihn optimale Gerät – je nach Anforderungen und Budget – aussuchen.

Was sind typische Einsatzgebiete für die Kameras?
Badicke:
Ursprünglich wurden die Actioncams für den Einsatz im Sport und, wie der Name schon sagt, für jedwedes Action-Szenario konzipiert. Dies hat sich gewandelt, nachdem auch Nicht-Sportler diese Kameras als vielseitige Lösung für sich entdeckt haben. Heutzutage wird eine Actioncam im kompletten Bereich des täglichen Lebens genutzt, sei es bei dem Familienausflug, auf Events oder Konzerten – den Einsatzmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Die Actioncam spielt hier ihre Vorteile wie z.B. Robustheit und die hervorragenden Videoleistungen gegenüber einem Smartphone voll aus. Außerdem ist sie gegenüber herkömmlichen Videokameras in Bezug auf Größe und Gewicht im Vorteil.

Welches Zubehör ist für Nutzer sinnvoll? Und wie viel muss er hier investieren?
Badicke:
Dies hängt vom Hersteller ab. Beim Marktführer muss Zubehör, teilweise sogar das Display, separat gekauft werden. Man kommt schnell in eine sehr hohe Preisklasse. Bei uns sind das wichtigste Zubehör und das Display immer im Lieferumfang enthalten – das heißt: auspacken und loslegen.

Inwieweit gefährden Actioncams die Sicherheit ihrer Nutzer? Welche Risiken gibt es?
Badicke:
Bei ordnungsgemäßer Handhabung wird die Sicherheit des Nutzers in keiner Weise gefährdet sein. Selbstverständlich darf der gesunde Menschenverstand durch zu hohe Risikobereitschaft des Nutzers auf keinen Fall ausgeschaltet werden. Nicht die Hardware gefährdet den Menschen, sondern das Risiko, das er bereit ist einzugehen.

Welche Rolle spielt 4k im Actioncam-Bereich?
Badicke:
Derzeit sind Endgeräte, die 4K-Videos abspielen können, im Vormarsch. Und auch der Wunsch, diese Endgeräte mit hochauflösendem Content zu füttern, wird immer größer. Daher wird sich der Trend zu höheren Auflösungen in Zukunft weiter verstärken. Auch jetzt gibt es schon viele Hersteller, die Actioncams mit angeblicher 4K-Auflösung anbieten – aber hier ist Vorsicht geboten! Häufig verstecken sich hinter besonders günstigen Angeboten regelrechte Mogelpackungen. Die Kameras haben zwar 4K auf dem Etikett – in Wirklichkeit nehmen sie aber nur in 2K auf und interpolieren die Auflösung künstlich auf 4K – dadurch kommt es zu hohen Qualitätsverlusten im Verhältnis zur echten 4K-Auflösung. Oder es werden zwar 4K aufgenommen – aber mit einer Bildwiederholungsfrequenz von nur 15 Bildern pro Sekunde. Dies gibt es sogar bei eigentlich renommierten Herstellern. Wir verfolgen hier andere, kundenfreundlichere Wege: Die Kameras unserer 4K-Generation bieten immer echte 4K-UltraHD-Auflösung bei mindestens 24 oder 30 Vollbildern pro Sekunde.

An welchen Stellen gibt es noch Verbesserungsbedarf bei den Kameras?
Badicke:
Verbesserungsbedarf gibt es allgemein noch bei der Tonqualität der Actioncams. Unter diesem Manko leidet auch der Marktführer der Branche. Wir haben uns dem vielfachen Kundenwunsch nach besserer Tonqualität angenommen und bringen nächsten Monat eine Actioncam auf den Markt, die hervorragende Video-Qualität mit optimaler Soundaufnahme kombiniert. Diese Cam ist nicht nur in der Lage, mit externem Mikrofon in Stereo aufzunehmen. Dank der zwei eingebauten Mikrofone nimmt die Stage Ton direkt in Stereo auf. Einsatzbereich ist nicht nur die Musikbranche, denn die Stage eignet sich auch für das Filmen von Tutorials und Youtube-Videos.

Welche Tests müssen Actioncams bei der Entwicklung bestehen, ehe sie „in Produktion“ gehen?
Badicke:
Die Actioncams werden vor Markteinführung einer Vielzahl von Tests unterzogen. Hierzu gehört natürlich die technische Leistungsfähigkeit sowie Lebensdauer und die Robustheit insgesamt. Die Kameras müssen während der Testphase einiges „aushalten“ wie z. B. Stürze aus verschiedenen Höhen mit und ohne Gehäuse, Wasserdichtheitsprüfungen, Ausdauer der Akkus und viele weitere Tests. Außerdem werden die Bedienungsanleitungen und auch die OSDs der Kameras ausgiebig geprüft, damit der Kunde die optimale Nutzererfahrung erhält.

Worauf sollten Nutzer beim Kauf einer Actioncam letztlich achten? Wie gehen sie am besten bei der Anbieterauswahl vor?
Badicke:
Der Nutzer sollte beim Kauf einer Actioncam auf das beste Preis-/Leistungsverhältnis achten. Hierbei sollte er nicht nur die technischen Daten vergleichen – hier sind sich viele Kameras ähnlich, obwohl die verwendeten Komponenten hohe Unterschiede in der Qualität aufweisen. Diese Unterschiede machen aber letztlich den Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem hervorragendem Video als Endergebnis aus.

Wie schätzen Sie den zukünftigen Markt für Actioncams ein?
Badicke:
Der Markt für Actioncams wird in Zukunft noch weiter wachsen, da diese Kameras inzwischen nicht mehr nur bei Extremsportlern beliebt sind. Durch die Vielzahl an Möglichkeiten, die diese Kameras bieten, begeistern sich immer mehr Menschen für sie als Allrounder zum täglichen Gebrauch, z.B. beim Spaziergang, wenn sie auf einen Selfie-Stick montiert ist. Und was die Zukunft angeht, so wird Virtual Reality (VR) eine große Rolle spielen und bald einem breiten Publikum zugänglich sein. Wir bringen noch in diesem Sommer eine 360-Full-Dome-Action-Cam mit zwei Objektiven heraus.

Bildquelle: Goxtreme

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