Mobile Payment

Schluss mit der Bargeldliebe?

Das Bezahlen per Smartphone an der Kasse ist zwar in immer mehr deutschen Läden möglich, dennoch greifen nach wie vor viele zum Portmonee, um Scheine und Münzgeld abzuzählen. Selbst das Bezahlen per Karte ist hierzulande noch längst nicht gang und gäbe. Aber vielleicht haben ja Google Pay und Apple Pay nun das Zeug dazu, Deutschlands Bargeldliebe in den Hintergrund zu rücken.

Ein leeres Portmonee

Mobile Zahlungsmethoden machen Bargeld überflüssig.

Jene Bezahlmethoden wurden nämlich hierzulande erst vor wenigen Wochen bzw. Monaten eingeführt: Google Pay im Juni und Apple Pay im Dezember 2018. Warum gerade Letztere erst so spät? Vielleicht weil Deutschland mit einem Marktanteil von unter 20 Prozent – so eine Studie von Kantar Worldpanel – kein „iOS-Land“ ist? Möglicherweise sah der Anbieter aufgrund dieses geringen Smartphone-Marktanteils verglichen mit anderen Ländern zu wenig Potential für seine Payment-Lösung. Oder Apple hat extra so lange mit dem Start gewartet, um die Vorfreude zu schüren und einen Marketing-Buzz auszulösen – wie man das auch von der Einführung eines neuen iPhones her kennt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Dann dürften sich also gerade die Apple-Jünger nun aufs Mobile Payment stürzen – jetzt, da „ihre Marke“ das mobile Bezahlen per eigener „sicherer“ Lösung via iPhone ermöglicht. Oder? Händler, Banken und Dienstleister sind sich jedenfalls laut der „Mobile in Retail 2018“-Studie von GS1 sicher, dass die neuen Bezahlmethoden die M-Payment-Nutzerzahlen hochjagen werden. Am Tag des Apple-Pay-Marktstarts in Deutschland erreichten unsere Redaktion dann auch viele Pressemitteilungen von Unternehmen, die fortan jene Bezahlmethode unterstützen wollen – darunter beispielsweise Flixbus, Netto und die HEM-Tankstellen.

2019 könnte somit ein gutes Jahr für die Anwender sein, die neuen und auch schon länger bestehenden Lösungen auszuprobieren, sie auf Herz und Nieren zu testen und sich schließlich an diese zu gewöhnen. Doch auch wenn Apple Pay, Google Pay und Co. dem Mobile Payment allem Anschein nach aktuell einen Schub verpassen, so werden sie mit Sicherheit nicht das gesamte Bezahlverhalten der Deutschen mit einem Male revolutionieren. Das bestätigt z.B. eine EHI-Studie von 2018, laut der die Barzahlung auch in den kommenden fünf Jahren insbesondere die Zahlungen von Kleinst- und Kleinbeträgen dominieren wird. Auch die Experten in unserer aktuellen Mobile-Payment-Rubrik ab Seite 20 stellen fest, dass wohl noch einiges an Zeit vergehen wird, bis das Mobile Payment hierzulande zum Mainstream wird.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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