IT kommt Anfragen nach Apps nicht hinterher

Schneller Designprozess für Apps

App-Entwicklung und -Erstellung sind zentrale Bausteine bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Diese Erstellung möglichst einfach und schnell zu gestalten, hat sich das Unternehmen Kony zum Ziel gesetzt. Wir sprachen mit Jonathan Best, Vice President Europa und Afrika, über den Ansatz des amerikanischen Unternehmens.

Jonathan Best, Kony

„Erst ganz am Ende des Designprozesses muss festgelegt werden, auf welcher Betriebssystemplattform eine App laufen soll“, so Jonathan Best.

Herr Best, geben Sie uns bitte einen kurzen Abriss zu Ihrem Unternehmen.
Jonathan Best:
Laut der Meinung verschiedener Analysten ist Kony einer der führenden Anbieter im Bereich Enterprise Mobility. Wir unterstützen die Anwender dabei, Apps für Smartphones und Tablets zu erstellen. Dazu bieten wir mehrere Produkte an, u.a. die Designumgebung Visualizer, deren neueste Version 7 seit einigen Wochen auf dem Markt ist. Mit dieser integrierten Umgebung können Unternehmen schneller als bislang Apps designen, erstellen und verteilen. Darüber hinaus sorgt unsere Middleware Mobile Fabric für die notwendige Konnektivität zwischen den mit Visualizer erstellten Apps und den jeweiligen Backends.

App-Erstellung und -verteilung können andere Anbieter auch. Wo heben Sie sich ab?
Best:
Entscheidend sind Funktionalitäten, die im mobilen Zeitalter unabdinglich sind. Dazu zählt etwa die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die es erst möglich macht, Unternehmensdaten im Rahmen von Apps sicher mobil bereitzustellen. Ebenso wichtig sind die Offline-Synchronisation von Apps oder die Orchestrierung derjenigen Daten und Inhalte, die auf mobilen Endgeräten angezeigt werden dürfen, und solcher, die auf dem Unternehmens-Server verbleiben müssen.

Mit welchen Problemstellungen kommen die Anwender auf Sie zu?
Best:
Die mobilen Apps der ersten Generation waren meist entweder von der jeweiligen IT-Abteilung oder von externen Agenturen entwickelt worden. Dieses Modell ist jedoch pro-blematisch, vor allem weil es recht teuer und aufwendig ist, native mobile Apps zu erstellen und später für andere Betriebssysteme zu multiplizieren. Außerdem berechnen Agenturen  in der Regel hohe Beträge für den Design- und Programmierprozess.

Basieren Ihre Apps auf HTML 5?
Best:
Visualizer ist eine von uns entwickelte pro-
prietäre Technologie, mit der wir native Entwicklungsumgebungen unterstützen. Anwender, die komplett native Apps bauen wollen, können dies mit unserer Lösung also tun. Genauso gut lassen sich jedoch auch Apps auf HTML-5-Basis erstellen.

Einer der Vorteile unserer Technologie besteht darin, dass sich mit ihr Apps schnell designen lassen und erst am Ende des Designprozesses festgelegt werden muss, auf welcher Betriebssystem-plattform sie laufen sollen. Das heißt, dass die App einmal „gebaut“ wird und danach im Grunde auf allen mobilen Betriebssystemen und Gerätetypen lauffähig ist, inklusive der verschiedenen Android-Distributionen. Letztlich ist und bleibt es aber eine komplett native App. Viele unserer Anwender sind überzeugt von den Fähigkeiten nativer Apps, scheuen jedoch die Kosten. Mit unserer Plattform ist es nun möglich, native Apps zu oftmals geringeren Kosten als mit HTML 5 zu produzieren.

Kostenreduzierung ist also das zentrale Argument für Ihre Software?
Best:
Kostenreduzierung ist die eine Sache. Zusätzlich spielen unsere speziellen Service Level Agreements eine große Rolle. Wir stellen beispielsweise sicher, dass bei Veränderungen der Betriebssysteme durch den jeweiligen Anbieter alle mit unserer Software erstellten Apps auf der aktuellsten Version lauffähig sind.

Wie gewährleisten Sie dies?
Best:
Über unser Offshore-Entwicklungszentrum in Indien stehen wir in Kontakt zu den Betriebssystemanbietern – also Apple, Google und Microsoft. In den Entwicklungsphasen vor der jeweiligen Veröffentlichung des Public Release können wir die Apps ausgiebig testen und danach als Release in unsere Plattform einspielen. Der Übergang von einer Version zur nächsten verläuft somit meist nahtlos. Diese Fähigkeit unterscheidet uns von unseren Mitbewerbern, denn kein anderes Unternehmen kann den Kunden Updates zentral zur Verfügung stellen.

Sie sagten, der Design- und Erstellungsprozess von Apps kann nun automatisiert beim Anwender erfolgen. Welche Fähigkeiten sind notwendig, um mit Ihren Produkten Apps zu programmieren?
Best:
Sehr geringe. In den vergangenen Jahren ist zu beobachten, dass Unternehmen von einer anfänglich minimalen zu einer großen Anzahl von Apps gekommen sind – für Kunden, Partner und Mitarbeiter. Es besteht also generell großer Bedarf an Apps. Gleichzeitig will man die Mitarbeiter mit dem Wissen um die Geschäftsprozesse in den Designvorgang integrieren. Dieses Prozesswissen können externe Agenturen gar nicht besitzen.

Überspitzt gesagt: Wer eine Powerpoint-Präsentation erstellen kann, kann unserer Ansicht nach auch eine App mit Visualizer entwerfen, denn die Software arbeitet größtenteils per Drag and Drop. Einige unserer Kunden schulen ihre Mitarbeiter einen halben Tag, um sie dann in kleinen Teams mit zumindest einem IT-affinen und ansonsten prozessorientierten Mitarbeitern Apps kreieren zu lassen. Mit unserer Plattform ist zudem die Verteilung einer App einfach; dazu muss sie lediglich auf das Device des Mitarbeiters geschickt werden. Die Mitarbeiter können die App hernach gleich testen, wodurch schnell Feedback hinsichtlich Workflow, Funktionalität, Design und Bedienbarkeit zusammenkommt.

Wie werden die Rückmeldungen verarbeitet?
Best:
Nach dem Feedback durch die Mitarbeiter lässt sich die App mittels eines Design-Tools anpassen. Unsere Herangehensweise sieht vor, dass die maßgeblichen Mitarbeiter direkt zu Beginn des Designprozesses involviert werden, was viel besser ist als am Ende des Erstellungsprozesses.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?
Best:
Ein französisches Versorgungsunternehmen hat kürzlich 120 Teams aus verschiedenen Geschäftseinheiten Apps mit Visualizer designen lassen. Heraus kamen mehr als 30 Apps, die nun in die Erstellung gehen sollen. Interessanterweise waren sich mehrere Apps in ihrem Design sehr ähnlich.

Die Idee dahinter: Wir versuchen den Innovationsprozess zu demokratisieren. Wir gehen nicht den alten Weg, der vorsah, dass nur einige wenige ausgewählte Mitarbeiter ohne großes Prozesswissen den Ablauf modellieren durften, bevor das Design Document nachträglich von Prozesskennern interpretiert werden musste, um es am Ende von jemand Dritten bauen zu lassen. Um anschließend feststellen zu müssen, dass die App die Anforderungen der Nutzer nicht berücksichtigt.

Wie lange dauert die Erstellung einer App durchschnittlich?
Best:
Natürlich hängt es immer von der Komplexität der jeweiligen App ab. Mit unseren Werkzeugen und ein wenig Technologieverständnis benötigen einige unserer Kunden von der Ideenfindung bis zur Fertigstellung jedoch nur wenige Wochen, um relativ anspruchsvolle Apps zu erstellen. Dies setzt allerdings den Einsatz unserer Mobile Fabric zur Inte-gration der benötigten Backend-Daten aus den internen Systemen voraus. Eine schnelle Erstellung hängt also auch immer von der Datenqualität im Backend ab. Müssen die erst in Schuss gebracht werden, dauert es entsprechend länger.

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Wie gewinnen Sie neue Kunden, welche Zielgruppen stehen im Fokus?
Best:
Wir adressieren einerseits Unternehmen, die schon native Apps programmiert haben und die in der Folge Probleme mit der Skalierung dieser Apps haben. Häufig treffen wir auf Unternehmen mit zwei, drei oder vier nativen Apps, die auf verschiedenen Plattformen – iOS, Android und manchmal Windows – laufen. Wenn man die Kosten der Erstellung und des Supports solcher nativen Apps dem Bedürfnis der Fachbereiche nach einer ganzen Reihe von Apps gegenüberstellt, ergibt sich ein ziemliches Missverhältnis. In einigen Fällen portieren besagte Unternehmen ihre „alten“ Apps auf unsere Plattform.

Zudem gibt es etliche Firmen, die gerade erst mit Mobility-Projekten starten. Den Anfang machen dann meist interne Appss Es gibt schätzungsweise zehn bis 15 einfache Enterprise-Apps, die gemeinhin benötigt werden: Urlaubsberechtigungen, Zeiterfassung etc. Für solche Standardprozesse haben wir Templates erstellt, mit denen sich unkompliziert starten lässt. Diese Apps bewirken häufig, dass weitere Fachbereiche nachfragen, ob sich auch ihre Prozesse mobil abbilden ließen.

Welche Rolle spielt die IT denn noch bei der App-Erstellung?
Best:
Die sogenannte Schatten-IT konnte nur
deshalb entstehen, weil die IT die steigenden Anforderungen der Fachbereiche nicht zu erfüllen vermochte. Spricht man mit Unternehmensverantwortlichen, gibt es jede Menge Ideen hinsichtlich mobiler Apps. Die IT-Abteilungen hinken in Sachen Mobilität allerdings meist noch hinterher.

Die Tatsache, dass es Millionen von Apps im App-Store gibt, befeuert die Annahme, dass es wohl nicht so schwer sein kann, eine mobile Applikation zu programmieren. In Wirklichkeit ist es mit herkömmlichen Mitteln jedoch nicht ganz so trivial, eine App zu erstellen, die den Geschäftsprozess beschleunigt, die gut designt, nutzvoll und sicher ist und obendrein alle Unternehmensstandards abdeckt. Mit unserem Tool können die Prozessmitarbeiter der IT klarmachen, welchen Bedarf sie haben. Zusätzlich bieten wir der IT die entsprechenden Sicherheits- und Management-Funktionen sowie Werkzeuge zur Kosten- und Wartungsreduzierung.

 

Kony ...
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ist ein Anbieter von cloud-basierten Enterprise-Mobility-Lösungen sowie von Plattformen zur Entwicklung von mobilen Anwendungen (Mobile Application Development Platform, MADP). Auf diese Weise können Unternehmen Apps auf Endgeräten und Systemen diverser Formfaktoren einsetzen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 1.200 Mitarbeiter an Standorten u.a. in den USA, Großbritannien, Deutschland, Niederlande, Südamerika, Indien, Hongkong und Australien.

Jonathan Best …
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ist seit Anfang 2015 Vice President Europa und Afrika bei  Kony . In dieser Position verantwortet er das gesamte europäische Geschäft und setzt die Wachstumspläne des Unternehmens im Hinblick auf den Geschäftsbetrieb, die Absatzkanäle und die Vertriebsaktivitäten in EMEA in die Tat um. Best verfügt über 20 Jahre Vertriebserfahrung in der Technologiebranche und war vor seinem Wechsel u.a. bei IBM, Oracle und SAP in führenden Positionen tätig.

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