Die Gefahren der virtuellen Realität

Schwindel durch VR-Brillen?

Im Interview betont Oliver Göck, Geschäftsführer der 3Spin GmbH, dass im Rahmen von Virtual Reality (VR) Probleme wie Schwindel o.ä. mittelfristig durch bessere VR-Brillen weitestgehend verschwinden.

Oliver Göck, 3Spin

„VR wird sich stetig weiterentwickeln, daher wird auch der Realismus für den Benutzer zunehmen – man könnte quasi fürchten, dass VR die Realität ablösen könnte“, so Oliver Göck, Geschäftsführer der 3Spin GmbH.

Herr Göck, inwieweit ist Virtual Reality (VR) bereits in der Realität bzw. Praxis angekommen?
Oliver Göck:
Virtual Reality ist ein Thema, das auf dem Weg ist, in der Praxis anzukommen. Mit den Ankündigungen der großen Hersteller auf dem Mobile World Congress ist klar erkennbar, dass Virtual Reality bereits in diesem Jahr ein bestimmendes Thema werden wird. Wir beobachten jedoch, dass sich zur Zeit noch wenige Unternehmen über die wirklichen Möglichkeiten von VR Gedanken machen, sondern sich auf vereinzelte Marketing-Aktionen konzentrieren. Dies wird sich jedoch mittelfristig ändern.

Was sind konkrete VR-Einsatzgebiete? Wer sind die typischen Anwender?
Göck:
Einen besonderen Einfluss hat VR auf die Tourismusbranche, da sich Reiseinteressierte immer ausgiebiger vorab informieren – quasi den Urlaub vorab testen wollen. Ein anderer Bereich ist die Entertainment-Branche, wo mit VR ein neues Format entsteht – im Übrigen auch ein Grund für die Akquisition von Oculus Rift durch Facebook. Es gibt aber auch vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten im Geschäftsbereich, so bietet VR deutliche Mehrwerte im Trainingsbereich.

Was ist den Nutzern „virtueller Realitäten“ wichtig? Und was bemängeln sie häufig noch?
Göck:
Die Benutzer müssen VR erst erlernen. Bekannte Interaktionsmuster müssen in VR durch Alternativen ersetzt werden, jedoch müssen diese erst entwickelt werden. Probleme wie Schwindel o.ä. werden mittelfristig durch bessere VR-Brillen weitestgehend verschwinden.

Welche Gefahren birgt die „virtuelle Realität“ für den Nutzer?
Göck:
VR wird sich stetig weiterentwickeln, daher wird auch der Realismus für den Benutzer zunehmen – man könnte quasi fürchten, dass VR die Realität ablösen könnte. Wir können in unseren Projekten jedoch beobachten, dass Nutzer VR nicht als Alternative zur Realität sehen, sondern VR das Interesse der Benutzer auf die Realität stärkt, so haben Nutzer, die bereits ein Reiseziel virtuell besucht haben, anschließend ein höheres Interesse, das Reiseziel auch real zu besuchen.

VR in der Zukunft: Bleibt die virtuelle Realität eher im Entertainment-Bereich oder wird es zukünftig auch wirklich nützliche Einsatzfelder geben? Wie ist Ihre Einschätzung?
Göck:
VR wird noch sehr viele weitere Einsatzfelder erschließen: von der Reisebranche, über Remote-Konferenzing bis zum VR-Training. Daher ist ein großes Wachstum im Bereich VR zu erwarten.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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