Anforderungen an mobile Arbeitsgeräte

Sicherheit im Geschäftsalltag

Im Interview ­berichtet Dr. Rolf Werner, Geschäftsführer der Fujitsu Technology Solutions GmbH, über aktuelle Anforderungen an mobile Arbeitsgeräte und wie sich die Datensicherheit im Geschäftsalltag gewährleisten lässt.

Dr. Rolf Werner, Fujitsu

„Bei der Entwicklung unserer Produkte folgen wir auch im Mobility-Umfeld unserem Leitsatz ‚Human Centric Innovation‘: Wir bieten Technologie an, die den Menschen das Leben einfacher macht", so Dr. Rolf Werner.

Herr Werner, welchen Ansatz verfolgt Fujitsu im Mobility-Umfeld? In welchen Bereichen engagieren Sie sich?
Dr. Rolf Werner:
Im Geschäftsalltag gewinnt der Datenschutz stetig an Bedeutung. Deswegen legen wir im Bereich „Mobility“ großen Wert auf zuverlässige Sicherheitslösungen. Als einziger Hersteller bieten wir Notebooks und Tablets mit biometrischer Authentifizierung per Infrarot-Handvenenscan an. Diese Identifizierungstechnologie bietet ein hohes Maß an Sicherheit. Versuche, eine Identität zu fälschen, sind nahezu unmöglich.

Desweiteren setzen wir bei Endgeräten verstärkt auf branchenspezifische Lösungen, um dem Kunden auf seine Bedürfnisse abgestimmte Tablets und Notebooks zu bieten. So gibt es beispielsweise das Stylistic-V535-Tablet in einer speziellen Version für den Handel, die über einen Chip&Pin-Leser verfügt sowie E-Payment-Lösungen und Möglichkeiten für den Point of Sale bietet. Außerdem ist das Gerät in einer robusten Industrial-Version erhältlich, die sowohl wasser- und staubdicht als auch unempfindlich gegenüber Kratzern und Stürzen ist. Zudem lässt es sich gemäß medizinischer Vorgaben reinigen.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentierten Sie neue Convertibles – was macht diese Geräteklasse aktuell so interessant?
Werner:
Mobilität wird im Business-Umfeld immer wichtiger und die Anzahl der Nutzerrollen mit Mobilitätsanforderungen steigt stark. Auch gibt es immer mehr geschäftsrelevante, touch-unterstütze Apps, wie Dashboards oder CRMs, die für Tablets gemacht sind. 2-in-1-Geräte vereinen die Flexibilität eines Tablets mit der Produktivität eines Notebooks. Nutzer können problemlos zwischen Tablet- und Notebook-Modus hin- und herwechseln. Der Moduswechsel funktioniert durch die magnetische Tastatur einfach und schnell.

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Inwiefern hat Windows 10 sowohl hinsichtlich der Entwicklung neuer Geräte als auch beim Interesse von Unternehmenskunden für Schub gesorgt?
Werner:
Windows 10 bringt Features mit sich, die bei mobilen Geräten und speziell bei 2-in-1-Lösungen die Interaktion des Nutzers mit dem System vereinfachen. So erkennt das Betriebssystem, wenn eine Tastatur an ein Tablet angedockt wird und wechselt daraufhin automatisch vom touch-optimierten Startmenü in die klassische Ansicht. Wird das Keyboard wieder abgenommen, schaltet Windows 10 erneut auf das touch-optimierte Menü um.
Obwohl viele Unternehmen zwar noch Windows 7 oder 8 nutzen, sind alle unsere Geräte prinzipiell für Windows 10 vorbereitet und können kostenlos upgegraded werden. Unternehmenskunden benötigen für den Wechsel des Betriebssystems jedoch mehr Zeit als Privatkunden. Dies liegt daran, dass u. a. Funktions-, Security- und Deployment-Tests sehr wichtig, aber eben auch zeitintensiv sind.

Neben Laptops und Tablets bieten Sie auch ein Smartphone namens „Arrows“. Gibt es zu dieser Geräteklasse Neuigkeiten?
Werner:
Arrows ist die Marke, unter der wir in Japan Smartphones und Consumer-Tablets vermarkten. Es gibt jedoch keine Pläne, diese Geräte hier einzuführen.

Der Konzern forscht und entwickelt in Deutschland und Europa. Inwiefern profitiert hiervon der Endkunde?
Werner:
Mit der Forschung, Entwicklung und Produktion in Deutschland setzen wir auf hohe Qualitätsstandards, Flexibilität und Kundennähe. Durch das in den F&E-Abteilungen und Laboren gebündelte Know-how erreichen wir Kompetenz in Hard- und Software-Entwicklung, von der Spezifikation bis zum fertigen Produkt. So profitiert der Kunde am besten von unserem Forschungs- und Entwicklungswissen. In unserem Augsburger „Product Compliance Center“ stellen wir externen Kunden zudem verstärkt unser Wissen zur Verfügung – beispielsweise durch die Beratung in Fragen der Produkt-Compliance sowie durch maßgeschneiderte Testprogramme. Wir sind stolz auf das Siegel „Made in Germany“.

Welche Besonderheiten sind auf dem deutschen Markt zu berücksichtigen?
Werner:
In Bezug auf die Produkte unterscheidet sich Deutschland kaum von anderen Märkten in Europa. Gerade bei den Unternehmenskunden sind die Anforderungen an Qualität und Produkteigenschaften sehr ähnlich.

Welche Erwartungen stellen insbesondere Geschäftsanwender an ihre mobilen Arbeitsgeräte?
Werner:
Mobile Geschäftsleute brauchen Vielseitigkeit und Leistung zugleich. Die Geräte müssen standortunabhängig nutzbar sein und eine exzellente Flexibilität zur Erledigung der täglichen Aufgaben ermöglichen. Besonders wichtig sind den Geschäftsanwendern auch ein hohes Sicherheitsniveau bei der Authentifizierung und der Schutz ihrer Daten.

Stichwort „Sicherheit/Authentifizierung“: Auf welche besonderen Features legen Sie hier wert? Was verbirgt sich hinter dem Sicherheitskonzept „Surient“?
Werner:
Mit Surient haben wir hierzulande ein End-to-End-IT-Sicherheitskonzept entwickelt, von dem erste Module mittlerweile verfügbar sind. Es sorgt durch eine sogenannte Kapselung für sichere Anwendungsumgebungen auf Basis bestehender Infrastrukturen und ermöglicht ein Höchstmaß an Sicherheit für besonders schutzwürdige Daten und Prozesse – bei gleichzeitig hoher Benutzerfreundlichkeit und Performance.

Das zugrundeliegende Sicherheitskonzept deckt Rechenzentren, Datenübertragung und Endgeräte ebenso ab wie Sensoren, die im Internet der Dinge eine zentrale Rolle spielen. Es basiert auf Ergebnissen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Digitale Souveränität“ und ist modular aufgebaut. Dadurch ist es möglich, das Schutzniveau an die individuellen Anforderungen anzupassen. Die Module können einzeln oder kombiniert eingesetzt werden.

Bei Surient – jedoch auch unabhängig davon – setzen wir verstärkt auf eine biometrische Authentifizierung der Anwender. Neben Fingerabdrucksensoren bei mobilen Endgeräten kommt hier zusätzlich der Infrarot-Handvenenscan zum Einsatz, da dieser wesentlich sicherer ist.

Stichwort „Design“: Was sind mittlerweile die wichtigsten Design-Kriterien bei der Entwicklung mobiler End­geräte?
Werner:
Unternehmenskunden haben typischerweise eine Vielzahl unterschiedlicher Nutzerrollen, deren Anforderungen sich teilweise extrem unterscheiden. Die Anforderungen eines Büromitarbeiters sind beispielsweise gänzlich anders als die eines Wartungsmitarbeiters.

Bei den klassischen office-orientierten Nutzerrollen sind für Notebooks Kriterien wie Gewicht und Abmessungen bei gleichzeitiger Anschlussvielfalt wichtig.

Bei Tablet-Nutzern gibt es nicht unbedingt einen allgemeingültigen Trend, da hier die Nutzerrollen und deren Anforderungen sehr stark variieren können. Ein Teil der Nutzer möchte vor allem schicke und leichte Tablets, andere setzen ein hohes Maß an Sicherheit oder Robustheit voraus. Deshalb sollte Wert darauf gelegt werden, die gesamte Bandbreite an unterschiedlichen Anforderungen im Portfolio abzudecken.

Immer mehr Mobility-Hersteller präsentieren auch Wearables wie Fitnessbänder, Smartwatches & Co. Gibt es in Ihrem Haus solche Pläne?
Werner:
Unser Fokus liegt auf der Nutzung solcher Technologien im Unternehmenskontext. Die Innovationslabore in Japan haben beispielsweise einen Ring entwickelt, der dank mehrerer installierter Sensoren den Berufsalltag in Fabriken und Laboren erleichtern kann. Mit dem Ring ist es Arbeitern möglich, sich per NFC zu identifizieren und über Fingergesten zu kommunizieren. Bei den Messebesuchern des diesjährigen Mobile World Congress, wo wir den Ring erstmals vorgestellt haben, kam die Technologie sehr gut an.

Daneben ermöglicht unser Head-Mounted-Display dem Nutzer die Interaktion mit getaggten Objekten. So lässt sich z. B. die Wartung von Anlagen vereinfachen, indem das Display relevante Informationen wie Wartungsintervalle anzeigt.

Welche generellen Entwicklungen wird es Ihrer Meinung nach künftig im Mobility-Bereich geben? Welche Trends sind erkennbar?
Werner:
Nutzer stellen heute ganz andere Anforderungen an ihre Endgeräte als noch vor fünf Jahren: Notebooks, Tablets und Co. müssen immer mehr Eigenschaften mitbringen, damit Arbeitnehmer auch unterwegs leistungsfähig bleiben – schließlich arbeiten sie überall und unter den unterschiedlichsten Bedingungen. Der Trend geht daher schon jetzt zu Tablets und vor allem 2-in-1-Lösungen, die Flexibilität und Leistungsstärke vereinen.

Welche mobilen Endgeräte nutzen Sie persönlich – beruflich und privat? Welche Business-Apps kommen zum Einsatz?
Werner:
Ich nutze die ganze Bandbreite an mobilen Endgeräten – Smartphone, Tablet, Convertible und Notebook. Auch das Spektrum der von mir verwendeten Apps ist breit und reicht von Salesforce für den CRM-Zugriff über Nachrichten- bis hin zu Social-Media-Apps. Und eine App für die Bundesliga-Ergebnisse darf natürlich auch nicht fehlen …


Dr. Rolf Werner …
… ist Head of Central Europe bei Fujitsu. Werner verstärkt das Unternehmen seit Anfang 2016. Bevor er zu Fujitsu kam, war Werner mehrere Jahre in verschiedenen Management-Positionen bei T-Systems tätig.

Fujitsu ist …
…japanischer Anbieter von informations- und telekommunikationsbasierten (ITK) Geschäftslösungen. Mit rund 159.000 Mitarbeitern betreut das Unternehmen Kunden in mehr als 100 Ländern. Dazu gehören auch Deutschland, Österreich und die Schweiz: Fujitsu Central Europe ist der hiesige Informations- und Telekommunikationskomplett-anbieter. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in München und bietet ein Portfolio von Technologieprodukten, Lösungen und Dienstleistungen, das von Endgeräten über Rechenzentrumslösungen, Managed-und Maintenance-Services sowie Cloud-Lösungen bis hin zum Outsourcing reicht.

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