NSA und GCHQ bestehlen Gemalto

SIM-Karten gehackt

Neue Snowden-Enthüllungen belegen, dass NSA und GCHQ Verschlüsselungscodes des SIM-Karten-Herstellers Gemalto gestohlen haben. Somit konnten die Geheimdienste Smartphones überwachen.

Verdächtig ist in der Logik der Geheimdienst jeder.

Die Enthüllungsplattform The Intercept berichtet unter Berufung auf Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden, dass der US-amerikanische Dienst NSA und der britische GCHQ den SIM-Kartenhersteller Gemalto gehackt haben, um dann mit gestohlenen Schlüsseln der SIM-Karten die Kommunikation von Nutzern zu überwachen. Die GCHQ und NSA bildeten eine gemeinsame Abteilung namens Mobile Handset Exploitation Team (MHET).

Das europäische Unternehmen Gemalto ist auf die Herstellung von Chip- und Magnetstreifenkarten wie SIM-Karten für Handys, Kreditkarten, elektronische Pässe, Gesundheitskarten, Unternehmensausweise, EC-Karten etc. spezialisiert. Es beliefert auch große Provider, u.a. die US-Anbieter Verizon und AT&T.

Mithilfe der - wahrscheinlich nicht nur bei Gemalto - illegal entwendeten Schlüssel war und ist es den Geheimdiensten möglich, ohne Zutun der Mobilfunkanbieter - also natürlich auch ohne Gerichtsbeschluss - die Nutzer zu überwachen und sogar Informationen zu manipulieren. Bisher vor Gericht gültige elektronische Beweise aus Smartphone-Daten wie Verbindungsprotokolle und Bewegungsprofile sind somit manipulierbar.

Erneut zeigt sich auch, dass es nicht um die gezielte Überwachung einiger weniger "Terroristen" geht, sondern um den strukturellen Aufbau einer lückenlosen Überwachungsmaschinerie, gerichtet gegen die gesamte Weltbevölkerung.

Hier geht es zum engl. Artikel auf The Intercept.

Die Website The Intercept wertet die Unterlagen aus, die Edward Snowden 2013 Journalisten, u.a. Glenn Greenwald übergab und veröffentlicht sie nach und nach.

Hier geht es zur knappen Gemalto-Meldung bezüglich der Berichte.

Bildquelle: Thinkstock

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