In aller Munde

Smart Cities für den Klimaschutz

Im Interview betont Andreas Zerlett, Sales Excellence Energy & Infrastructure / Smart City bei der Copa-Data GmbH: „Smart Cities sollen den Klimaschutz verbessern, vor allem, indem die Ressourcen optimal und effizient eingesetzt werden.“

Andreas Zerlett von der Copa-Data GmbH

Andreas Zerlett von der Copa-Data GmbH: „Smart Cities machen das Leben für die Bewohner der Stadt lebenswerter.“

Herr Zerlett, wie aktiv wurde das Thema „Smart City“ in den letzten Monaten in Deutschland angegangen?
Andreas Zerlett:
Das Thema „Smart City“ ist zwar in aller Munde, doch bei der tatsächlichen Umsetzung gibt es durchaus noch einiges zu tun. Das Gute: Die Relevanz des Themas wird allgemein erkannt. Erst kürzlich haben wir unsere Kunden zum Potential von Smart Cities befragt. Das Ergebnis: Viele der befragten Experten sind sich sicher, dass Smart Cities das Leben besser machen werden. Deshalb gehen auch immer mehr Städte in Deutschland das Thema aktiv an.

Welche Städte sind mittlerweile mit welchen Szenarien Smart-City-Vorreiter?
Zerlett:
Das lässt sich pauschal schwer sagen, da die Konzepte für Smart Cities sehr vielfältig sind und sehr unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz kommen. Diese Vielzahl der Möglichkeiten lässt sich am besten anhand konkreter Beispiele demonstrieren: Die katalanische Hauptstadt Barcelona beispielsweise regelt die Müllentsorgung mittels Automations-Software und optimiert damit die städtische Müllabfuhr. Sensoren an Mülltonnen erfassen den Füllstand und die Geruchsentwicklung. Bei Überschreitung der eingestellten Grenzwerte signalisieren sie einem zentralen Leitsystem, dass sie geleert werden müssen. Die Müllabfuhr agiert dadurch bedarfsabhängig und optimiert ihre Fahrwege. In London wird der öffentliche Nahverkehr mittels Automations-Software gesteuert. Je nach Fahrgastaufkommen kommen zusätzliche Wagons zum Einsatz. Aber auch die Wasserversorgung, das Parksystem und vieles mehr lassen sich mit moderner IT effizienter gestalten.

Was sind die generellen Hauptziele beim Aufbau einer intelligenten Stadt?
Zerlett:
Letztlich geht es bei der intelligenten Stadt um zwei große Themen: Zum einen geht es natürlich um Effizienz und einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen. Zum anderen ist es das Ziel, die Städte für die immer weiter wachsende Bevölkerung lebenswerter zu gestalten.

Inwieweit sollen Smart-City-Konzepte Einfluss auf den Klimaschutz ausüben?
Zerlett:
Smart Cities sollen den Klimaschutz verbessern, vor allem, indem die Ressourcen optimal und effizient eingesetzt werden. Das betrifft nicht nur die Städte als Ganzes, sondern auch die einzelnen Gebäude in der Stadt. Modernes Gebäude-Management ist hier das Schlagwort. Aufzüge, Klimaanlagen, Heizung, Wasser und Elektrizität – ein Gebäude vereint zahlreiche Systeme, die automatisiert ineinandergreifen. Mittels einer Software zum Energiedaten-Management lassen sich Einsparpotentiale identifizieren und bestmöglich realisieren. So erfüllen Gebäude die Anforderungen der Zukunft und tragen dazu bei, den Energiebedarf von Städten deutlich zu reduzieren.

Wie profitieren konkret die Bürger einer Stadt von solchen Smart-City-Projekten?
Zerlett:
Smart Cities machen das Leben für die Bewohner der Stadt lebenswerter. Über Beispiele hierfür haben wir bereits gesprochen, beispielsweise die intelligente Müllentsorgung oder auch die Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs. Durch den effizienten Einsatz der Ressourcen profitieren Bürger aber auch davon, dass das Leben in Smart Cities für sie günstiger wird.

Inwieweit ist es für Hacker möglich, sich in die Smart-City-Infrastrukturen einzuhacken und Chaos zu stiften? Welche Datenschutzvorfälle sind Ihnen bekannt?
Zerlett:
Eine digitale Vernetzung mit vielen Schnittstellen bietet immer auch ein gewisses Risiko und ein Einfallstor von Außen. Ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept ist somit das A und O für die Umsetzung von Smart-City-Projekten. Ein weiteres Risiko sind Programme, die nicht auf dem aktuellen Standard sind. Grundlegende Security-Standards müssen im gesamten Netzwerk erfüllt werden – das gilt für Menschen, Unternehmen, Hardware oder Software. Mit einem guten Sicherheitskonzept und moderner IT kann sich das Risiko minimieren lassen.

Bildquelle: Copa-Data

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