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Smart-TVs – die neuen Entertainer

Im Rahmen der Digitalisierung nimmt die Zahl der Smart-TVs in deutschen Haushalten zu. Hinter den vernetzten Fernsehgeräten verbergen sich wahre „Entertainer“. Doch was sind die Voraussetzungen für den Einsatz innerhalb der eigenen vier Wände? Und worauf sollte man beim Kauf achten?

Mit 0,6 Prozent Wachstum und einem Gesamtvolumen von 31,5 Mrd. Euro gestaltete sich die Marktentwicklung im Bereich „Unterhaltungselektronik“ im vergangenen Jahr recht positiv – so der GfK Temax Westeuropa 4/14. Treiber dieser Entwicklung – etwa im Fernsehgerätemarkt – sind vor allem die sogenannten UHD/4k-Modelle, mit einer viermal so hohen Auflösung wie herkömmliche Full-HD-Geräte, größere Bildschirme und auch Smart-TVs in Kombination mit einem wachsenden Streaming-Angebot. Das klassische Fernsehangebot gestaltet sich dagegen äußerst statisch. „Die Inhalte werden linear über die traditionellen Übertragungswege terrestrisch, via Kabel oder Satellit angeboten“, erklärt Gerrit Gericke, PR-Mann bei Sony Deutschland. „Smart-TVs ergänzen das Programmfernsehen um eine Vielzahl zusätzlicher Inhalte wie Filme, Bilder oder Spiele aus den verschiedensten Quellen.“

Dazu gehören beispielsweise die Online-Mediatheken der TV-Sender sowie Video-on-Demand-Services. Die Nutzer sind hier an keine Sendezeiten gebunden und können sich ihr Programm ganz individuell zusammenstellen. Wer etwa die 20.15-Uhr-Nachrichten verpasst hat, schaut sie eben erst um 22.00 Uhr. „Zudem kann man Smart-TVs ins Heimnetzwerk einbinden und somit auch Dateien vom Computer am Fernsehbildschirm abrufen“, weiß Robert Lüneberger, Leiter Projektvertrieb bei der Technisat Digital GmbH. Nicht zuletzt können – so wie bei Smartphones und Tablets – verschiedenste Apps genutzt werden, deren Anwendung auf einem großen TV-Bildschirm natürlich viel mehr Spaß macht als auf dem deutlich kleineren Display eines Mobilgeräts.

Wer sich einen Smart-TV-Apparat zulegen möchte, dem sollten allerdings drei Dinge klar sein: Die Geräte sind teuer (ihre Kosten liegen durchschnittlich im vierstelligen Bereich), sie brauchen viel Platz (manche Modelle haben stolze 90 Zoll und mehr) und „neben einem TV-Signal auch einen Internet-Anschluss“, betont Henrik Köhler, Geschäftsführer TP Vision DACH für Philips-TVs. Der Smart-TV werde dann entweder über Kabel oder über WLAN mit dem Heimnetzwerk verbunden. Je nach Geschwindigkeit der Internet-Leitung können so auch Filme und Serien in 4K-Auflösung gestreamt werden.

Ein neuer Vertriebsweg

Bei Privatanwendern kommen sicherlich selten die größten und teuersten Geräte mit über zwei Metern Breite zum Einsatz. Dafür eignen sich diese durchaus für den Business-Bereich. So könnte ein Smart-TV mit einer großen Bilddiagonale beispielsweise in Meeting-Räumen den Beamer ersetzen. Und auch in der Hotelbranche werden Smart-TV-Apparate nachgefragt, weiß Robert Lüneberger: „Neben einem hervorragenden Bild und glasklarem Sound wird die Internet-Anbindung des TV-Gerätes im Hotelzimmer immer wichtiger.“ Doch geht es hierbei zunehmend nicht nur darum, die Hotelgäste mit kostenlosem WLAN und einem Mediatheken-Zugang zu versorgen, sondern auch das Hotel und seine Leistungen vorzustellen. Wer auf seinem Zimmer also den smarten Fernsehapparat einschaltet, sieht oft als Erstes einen individuellen Begrüßungsbildschirm. Über das Menü können die Gäste dann z.B. den Zimmer-Service rufen, einen Spa-Termin vereinbaren oder das Hotel via Galerie und Videos erkunden.

Nicht zuletzt können Unternehmen über smarte TV-Geräte ihre Zielgruppen ohne Hürden und Umwege direkt im Wohnzimmer erreichen. Und zwar dann, wenn sich die Zuschauer in einem aufnahmebereiten Entspannungszustand befinden. „Die neuen Möglichkeiten der Smart-TVs sind dabei die perfekte Plattform, um Marken emotional über dieses Medium in Szene zu setzen“, weiß Iris Ostermaier, Geschäftsführerin der 1-2-3.tv GmbH. Und das zu relativ geringen Kosten. „Für uns als Handelsunternehmen entstand so ein interessanter neuer Vertriebsweg: Smart-TV und HbbTV (Hybrid broadcast broadband TV) sind perfekte Bestellkanäle für das Teleshopping.“ Es sei natürlich praktischer, direkt mit der Fernbedienung eine Bestellung aufzugeben, anstatt zum Telefonhörer oder Laptop greifen zu müssen.

Die Installation eines Smart-TVs im Eigenheim soll sich – trotz der Größe sowie zahlreicher Schnittstellen und Anschlüsse der entsprechenden Geräte – recht einfach gestalten und schnell erledigt sein. Da die meisten Nutzer die intuitive Oberfläche und Bedienung von Android-TV z.B. bereits von ihrem Smartphone oder Tablet kennen, „ist die Konfiguration vergleichbar mit der Ersteinrichtung eines Handys“, meint Gerrit Gericke. Bei LG-Geräten leitet beispielsweise ein sogenannter „Bean Bird“-Assistent durch das Setup, während bei Technisat das integrierte „Digibutler“-Bedienkonzept die Technik intuitiv nutzbar machen soll. So führe bei der Erstin­stallation die Funktion „Autoinstall“ den Kunden Schritt für Schritt durch die Konfigurationsmenüs. Solange im Haus ein funktionierendes Heimnetzwerk mit Internet-Anbindung besteht, wird es laut der Hersteller keine Schwierigkeiten geben. Wenn der Endnutzer allerdings sein WLAN-Passwort nicht zur Hand hat, klappt es mit der Vernetzung erst einmal nicht.

Einstufung in Energieeffizienzklassen

Da sich mittlerweile zahlreiche Hersteller auf dem Markt tummeln, die ihre smarten Fernsehgeräte unters Volk bringen möchten, sollten Endnutzer beim Kauf ein paar Dinge beachten: Wichtig sind vor allem eine leichte Bedienbarkeit und ein komfortabler Zugriff auf die Inhalte aus dem Internet. „Intuitiv gestaltete Benutzeroberflächen wie bei WebOS haben z.B. eine verständliche Menüleiste“, berichtet Samuel Lee, Head of Home Entertainment bei LG. „Hier werden die wichtigsten Inhalteanbieter wie Maxdome, Netflix, Amazon und Youtube immer im Sichtfeld angezeigt.“ Ansonsten wäre eine schnelle Suchfunktion sinnvoll, die alle verfügbaren Quellen einbezieht. Und: Ein Smart-TV sollte eine einfache Anbindung externer mobiler Geräte gewährleisten, um den darauf gespeicherten Inhalt problemlos abspielen zu können. „Ein gutes Beispiel ist hier Google Cast“, so Gerrit Gericke, „mit dem Filme oder Bilder vom Smartphone per Knopfdruck auf den Fernseher übertragen werden können.“

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Einen Blick sollten Endnutzer zudem auf die Energieeffizienz der Geräte werfen, damit sie sich nicht über hohe Stromrechnungen wundern müssen. Verglichen mit der alten Röhren- oder Plasmatechnologie sollen moderne TVs mit LCD-LED-Technik energieeffizient sein. „Die Einstufung in die verschiedenen Energieeffizienzklassen erfolgt nach einem genau vorgeschriebenen Verfahren“, weiß Henrik Köhler. Die Hersteller müssen sich hier an klare EU-Regeln halten. „Dadurch wird eine Vergleichbarkeit der Geräte mit gleicher Zollgröße geschaffen“, ergänzt Robert Lüneberger. Die Messung erfolgt mit einer genormten Bildsequenz in einem standardisierten Verfahren. Der tatsächliche Heimstrombedarf hängt jedoch von vielen verschiedenen Faktoren ab, etwa von der gewählten Bildeinstellung und dem Umgebungslicht.

Schluss mit schlechtem Fernsehbild

Auch die Themen „Sicherheit“ und „Datenschutz“ sollte man beim Kauf eines Smart-TVs im Hinterkopf behalten, schließlich bietet die Vernetzung der Fernseher mit dem Internet ein schönes Einfallstor für Cyber-Kriminelle – insbesondere wenn die Geräte eine integrierte Kamera besitzen. Wie können die Nutzer hier sichergehen, dass diese nicht von Hackern „angezapft“ und somit das Eigenheim ausspioniert wird? Wie wahrscheinlich ist solch ein Szenario überhaupt? Technisats Modelle besitzen aktuell z.B. keine Kamera, zugleich „sichert bzw. verhindert die spezielle Struktur der Geräte-Software den Zugriff von außen auf Gerätekomponenten“, versichtert Robert Lüneberger. Durch regelmäßige Software-Updates sollten die Geräte zudem an die aktuellen Sicherheitstechnologien angepasst werden.

Um den Nutzern letztlich ein optimales Fernseh­erlebnis mit bester Unterhaltung zu liefern, feilen die Hersteller unablässig an ihren Produkten und untersuchen auch Anwendungen für die Steuerung des Hauses – Stichwort „Smart Home“ – auf dem TV-Apparat. Ansonsten steht neben der Nutzerfreundlichkeit und den vielfältigen Funktionen der Smart-TVs auch deren stetige Bildoptimierung auf der Agenda. Schlagworte sind hier wie eingangs erwähnt Ultra HD und 4k, die faszinierende, gestochen scharfe Bilder versprechen. Das schlechte Bild vom Röhrenfernsehen gehört somit längst der Vergangenheit an.


Bildquelle: Panasonic

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