Wearable Technology und Smart Clothes

Smart Wear: Kleidung der Zukunft

MOBILE BUSINESS spricht mit Gerhard Schröder über die Verschmelzung von Mode, Design und Technik. Der Smart-Wear-Dandy benennt aktuelle Geschäftsmodelle, den praktischen Alltagsnutzen der spannendsten Entwicklungen und wagt einen Blick in die Glaskugel.

In seinem Blog "WewearSMARTwear.de" bewegt sich Gerhard Schröder im digitalen Grenzland zwischen Mode, Design und Technik.

Herr Schröder, wie kamen sie zur Mode und Technologie?
Gerhard Schröder:
Als ich vor circa 25 Jahren meine Ausbildung im Modebereich begann, konnte ich schon seit knapp 10 Jahren programmieren, aber keinen Knopf annähen. Der Weg hat mich trotzdem in eine Klasse mit 30 jungen Damen und mir als einzigen Mann geführt. Am Ende der Ausbildung konnte ich modezeichnen, schneidern und programmieren. 


Was fasziniert Sie am Thema Smart Wear?
Schröder:
Mich fasziniert, dass meine zwei Leidenschaften Mode und Technologie eine Hochzeit eingehen. Das Technik noch ein Stück mehr in den Alltag gelangt, ohne gleich offensichtlich zu sein. Wobei Technik in dem Falle ein nützliches Hilfsmittel ist und kein Teufelszeug. Eine Firma entwickelt gerade eine Brille, bei der man auf einen Text im Buch zeigt und die Bildverarbeitungssoftware der Brille mir dann den Text vorliest. Menschen mit großer Sehschwäche würden sich über so ein Produkt sicher freuen.

Was sind aus Ihrer Sicht die aktuell spannendsten Entwicklungen?
Schröder:
Nach der ersten Welle der "Wearable Accessoires" wie Brillen und Uhren werden bald smarte Jacken und Hosen den Markt erobern. Dazu muss die Hürde der Textilpflege von den Technologieanbietern gemeinsam mit den Modehäusern genommen werden. Wenn dieser Weg geebnet ist, wird es eine Frage der passenden Apps sein und der Vernetzung von Kleidungsstücken untereinander. Frei nach... „Regensensor der Jacke meldet sich bei der CPU in der Gürtelschnalle.“

Wo sehen Sie lohnende Geschäftsmodelle in diesem Bereich?
Schröder:
Zur Zeit erscheinen einige Smartwatches und wer dabei eine breite Palette an guten Apps an den Start bringen kann und schnell eine Verknüpfung mit anderen Plattformen auf den Weg bringt, wird sicher einen guten Weg zum Umsatz finden.

Welche Smart-Wear-Projekte versprechen den Trägern einen echten Alltagsnutzen?
Schröder:
Das ist Definition des Alltags. Gerade habe ich einen Artikel über einen Feuerwehrhelm mit smarten Funktionen gelesen. In den nächsten Jahren werden wir einiges an Smart Wear für spezielle Anwendungsszenarien sehen. Allround-Smart-Wear ist noch ein gutes Stück Science Fiction. Aber durch passende Apps, wie es zum Beispiel die Firma Recon für seine Smart Glass im Outdoor-Sektor geht, kann man gewisse Zielgruppen gut ansprechen.

Wagen Sie einen Blick in die Zukunft: Welche Smart Wear trägt man in 10 Jahren ganz selbstverständlich?
Schröder:
In 10 Jahren? Das scheint mit bei dem Zeithorizont eher ein Blick in die Glaskugel, denn allein rechtliche Rahmenbedingungen oder gesellschaftliche Akzeptanz von "Smart Wear" kann bis dahin von 100 Prozent Pro auf Contra kippen. Schauen wir uns nur die deutsche Datenschutzdebatte zu Google Glass an. Einer der Top-Datenschützer aus Deutschland nennt schon jetzt, circa ein Jahr bevor das Produkt auf den Markt kommt, alle Träger "rücksichtslose Idioten". Wer wäre schon gern ein Idiot? Ich, als Smart-Wear-Dandy würde gern mit dem Herren einen Plausch wagen über seine Formulierung. Mit oder ohne Google Glas auf der Nase.

Aber zur Glaskugel: In 10 Jahren tragen Frauen mit genügend Geld zum Beispiel einen BH, der durch Wärmesensoren eine permanente Brustkrebsfrüherkennung durchführt. Fußballspieler laufen zu der Zeit mit mehreren kleine Kameras am Trikot übers Feld, die dem Zuschauer daheim einen jeweils optimalen Bildausschnitt vom Spielgeschehen zeigen. Blutgrätsche in Nahaufnahme, Zeitlupe und 3D. Es lebe der Sport!

Definition Smart Wear

Gerhard Schröder definiert „Smart Wear“ als Kombination folgender Unterkategorien:

  • Wearable Technology sind Accessoires wie Uhren, Armbänder, Gürtel, Brillen, die mit elektronischen Technologien bestückt sind.
  • Smart Clothes sind tatsächliche Bekleidungsstücke wie Jacken, Hosen oder T-Shirts, die mit elektronischen Geräten oder Funktionen ausgestattet sind. Die Elektronik soll von außen nicht sichtbar sein.

www.wewearsmartwear.de


©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok