Aufwand und Mut gefordert

Smarte Daten für ein erfolgreiches Stadtmodell

Das Städtewachstum boomt in einer enormen Geschwindigkeit. Für die Infrastruktur der Städte bedeutet diese Entwicklung eine große Herausforderung, denn nicht nur der Wohnraum wird immer knapper, auch die Straßen werden immer voller. Der Trend an sich ist nicht aufzuhalten, doch es gibt einen Ansatz, um die Stadtplanung an diese Entwicklung anzupassen.

Smarte Daten für ein erfolgreiches Stadtmodell

Das Sammeln und Auswerten mobiler datenist ein hochkomplexer Prozess, der nur mit einer intelligenten Lösung zu bewältigen ist.

Das Konzept einer Smart City kann dabei helfen, das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen. Eine Smart City ist jedoch weit mehr als nur ein Konzept. Dahinter verbirgt sich die Realisierung einer agilen und innovativen Stadt, in der moderne IT- und Digitaltechnologien genutzt werden und so die Lebensqualität der Bürger verbessern.

Um vor allem Pendlerströme zu erfassen, galt es als bewährter Weg, die verkauften Karten für den öffentlichen Nahverkehr zu zählen und Umfragen durchzuführen. Das Problem dabei: Die privaten Verkehrsgesellschaften, Auto- und Fahrradfahrer sowie Fußgänger werden dabei außer Acht gelassen. Die Antwort auf die Frage, wie ein Großteil der Personen erfasst werden kann, ist im Zeitalter der Digitalisierung naheliegend: mithilfe mobiler Daten. Durch sie kann evaluiert werden, wann es an welcher Stelle am ehesten zu Staus oder überfüllten Bahnen kommt. Entsprechend können beispielsweise die Taktung von U-Bahnen oder die Ampelschaltung angepasst werden, um Spitzen zu entzerren.

Mobile Daten sind für Optimierungsprozesse ideal, denn nahezu jeder trägt heutzutage ein Mobiltelefon bei sich. Für die Optimierung von Stadtstrukturen helfen jedoch nicht nur die Standortinformationen, auch wenn diese eindeutig den größten Informationspool liefern. Auch für Informationen über Gesamtbesucherzahlen, die Herkunft der Besucher und für die Kommunikation mit diesen sind Mobile Devices ideal. Allerdings muss – wie auch bei der Diskussion um Videoüberwachung – das Recht auf Privatsphäre gesichert sein.

Aus technologischer Sicht ist beispielsweise der Einsatz einer Software denkbar, mithilfe derer die Daten aus dem Mobilfunknetz konvertiert werden. Dadurch werden zwar die relevanten Informationen weitergegeben, allerdings auch eine irreversible Anonymisierung garantiert. Dadurch kann die richtige Balance aus Informationsfluss und Anonymität der Bürger gefunden werden.

Ausführliche Analyse des Status Quo

Dank der inzwischen vielen technologischen Möglichkeiten ist es schnell möglich, eine Stadt „smart“ werden zu lassen. Doch Geschwindigkeit ist in diesem Fall nicht alles. Natürlich müssen Stadtverwaltung und -planung auf die aktuellen Entwicklungen reagieren und entsprechende Digitalisierungsprozesse anstoßen. Bevor dies jedoch passiert, sollte eine ausführliche Analyse des Status Quo vorgenommen werden, um die einzelnen Veränderungen nach ihrer Dringlichkeit zu priorisieren. Darauf aufbauend muss dann eine klare Zieldefinition formuliert werden: Wohin soll sich die Stadt entwickeln? Welche Veränderungen sollen wann erzielt werden? Analyse und Zieldefinition bilden die Basis für den ersten Schritt der Umsetzung: den Einsatz der richtigen Technologie. Das Sammeln und Auswerten mobiler Daten ist ein hochkomplexer Prozess, der nur mit einer intelligenten Lösung zu bewältigen ist. Ist die Herangehensweise punktgenau abgestimmt, ist das Ergebnis eine aussagekräftige Datenbasis und damit eine solide Grundlage für die Entwicklung der Stadt zur Smart City.

Mit Start der Umsetzung muss ein weiterer Prozess angestoßen werden: die Information und Aufklärung der Bürger. Die Verwendung personenbezogener Daten ist ein sensibles Thema, welchem die Bürger oft kritisch gegenüberstehen. Entsprechend muss seitens der Stadt Aufklärungsarbeit geleistet werden, um mit Transparenz und einer offenen Kommunikation Vertrauen zu schaffen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Gerade innerhalb städtischer Strukturen bedarf es einiges an Aufwand und Mut, solche oft fundamental neuen Prozesse anzustoßen. Doch auch Städte sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denen nur mit dem Einsatz von moderner Technologie begegnet werden kann. Zusammen mit Partnern wie etwa Orange Business Services und einem offenen Austausch mit den Bürgern können Städte von der Digitalisierung profitieren.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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