Digitaler Handel

Smarte Shops brauchen smarte Strukturen

Digitale Assistenten, Self Service POS, starkes Laden W-LAN oder smarte Regale – viele Retailer träumen davon, den eigenen Filialen und ihren Kunden einen digitalen Mehrwert zu verschaffen. Dennoch klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. So ergab eine aktuelle Riverbed-Studie, dass die Mehrheit der Befragten Einzelhandelsunternehmen Apps für die Inventarisierung oder mobile POS-Technologie als wichtig ansieht, doch setzt nur eine Minderheit sie tatsächlich ein. Auch kundenseitig sieht es beim Digitalen oft schlecht aus: Retailer nutzen selten virtuelle Assistenten oder Push-Nachrichten im Laden.

Smarte Shops brauchen smarte Infrastrukturen

Um am Erfolg digitaler Services teilhaben zu können, müssen auch Einzelhändler dafür sorgen, dass sie über die passenden IT-Infrastrukturen verfügen.

Der Erfolg mancher E-Commerce-Giganten zeigt, dass diese zusätzlichen Services einen Nutzen bieten. Und wie die repräsentative Riverbed-Retail-Studie von 2019 belegt, erwarten die Endkunden eine starke digitale Shopping Erfahrung: Für 88 Prozent der befragten Deutschen ist diese genauso wichtig wie die Preise. 78 Prozent sind der Meinung, dass stationäre Händler nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie eine hervorragende digitale Erfahrung bieten können. Zudem interagieren online und offline, denn 57 Prozent der Konsumenten haben aufgrund eines positiven Eindrucks vom Onlineshop anschließend zum ersten Mal auch den zugehörigen stationären Laden besucht.

Positive Online-Erfahrungen als Basis für gute Services

Grundlegende Voraussetzung für digitale Services ist eine starke IT-Infrastruktur: Denn unabhängig davon, ob mobile Devices (Scanner, Kassen, etc.) im Laden zum Einsatz kommen, Kunden ein leistungsfähiges W-LAN bereitgestellt oder der Warenein- und  ausgang digitalisiert werden sollen, sind ausreichende Netzwerkkapazitäten entscheidend. Nebenbei: Kunden sind heute verwöhnt, was Verfügbarkeit und Lieferbarkeit der Produkte angeht –wer die entsprechende Infrastruktur besitzt, kann Bestellvorgänge schnell abwickeln, die Logistikprozesse ausreichend einbinden und beim Konsumenten punkten.

Während eine schlechte Netzwerkperformance unternehmensseitig direkt auf Umsätze durchschlagen kann (wenn beispielsweise Kassen ausfallen und die Schlangen immer länger werden), ist der Schaden im Kundenansehen womöglich gravierender: Ein schlechtes Erlebnis kann genügen, um den Kunden der Konkurrenz in die Arme zu treiben. Ein Beispiel: Wenn während Verkaufsspitzen, wie dem Black Friday, die Webseite in die Knie geht oder der Kaufabschluss hakt, weil die Bezahlmethode nicht gewählt werden kann, ist die Konkurrenz nur einen Klick entfernt.

Was auf Retailer zukommt

Retailer stehen vor zwei Aufgaben, die sie zeitnah angehen und lösen sollten: Zum einen müssen sie entscheiden, welche digitalen Services sie im Laden und im Onlineshop bieten wollen. Es ist unsinnig, alle denkbaren digitalen Services gleichzeitig einzuführen. Ein starker Onlineshop mit ausreichender Kapazität für Sales Peaks und ein Laden-W-LAN sind mögliche erste Schritte. Hiervon profitieren Retailer, Kunden und Belegschaft gleichermaßen.

Zum anderen müssen Händler ihre IT-Infrastruktur eingehend prüfen: Ohne stabiles W-LAN können Cloud-basierte SaaS Anwendungen (zum Beispiel für Tablet-Kassen) nicht eingesetzt werden. Oft ist jedoch das traditionelle, Hardware-gebundene und hartcodierte Netz ein Flaschenhals: Neue Anwendungen zu implementieren ist aufwändig und benötigt Expertise.

Beim Thema Cloud-Applikation bremst häufig das klassische WAN: Dieses wurde nicht für die Cloud konzipiert, sondern stammt aus einer Zeit, in der Anwendungen im eigenen Rechenzentrum betrieben wurden. Heute ist eine hybride Cloud, bestehend aus privater und öffentlicher Cloud, jedoch häufig der Standard, was mehr und mehr Datenverkehr über verschiedene Verbindungen bedeutet. Das unternehmensweite Netzwerkmanagement gestaltet sich deshalb zunehmend komplex.

Wie Abhilfe aussehen kann

Einerseits sollen Retailer den Mitarbeitern und Kunden neue, W-LAN oder Cloud-basierte Anwendungen und Services bieten, andererseits sind traditionelle Netzwerke durch den gestiegenen Netzwerk-Traffic ein Bottleneck geworden. Klar ist also: Es muss etwas getan werden.

Ein Ausweg ist moderne SD-WAN-Technologie (Software Defined Wide Area Networking). SD-WAN ist, vereinfacht ausgedrückt, ein WAN mit getrennten Ebenen für Steuerung und Daten. Mit den richtigen Software-Lösungen steuern die Anwender es zudem über eine webbasierte und intuitive Benutzeroberfläche. SD-WAN bietet Retailern zwei zentrale Vorteile: Erstens können in einem SD-WAN Netzwerkfunktionen auch an entfernten Standorten in sehr kurzer Zeit bereitgestellt werden – ohne, dass IT Mitarbeiter vor Ort die Geräte manuell konfigurieren und testen müssen (sogenanntes Zero Touch Deployment). Es genügt, Netzwerk- und Stromkabel einzustecken und das Gerät einzuschalten, den Rest übernimmt das System. Zweitens lassen sich unternehmensbasierte Richtlinien für den Datenverkehr automatisch und ohne manuellen Konfigurationsaufwand umsetzen oder abändern.

In der Praxis bedeutet dies z.B., dass der Datenverkehr für unterschiedliche Anwendungen, wie POS Systeme, dynamische Marketingsysteme oder die Lagerverwaltung mit automatischem Richtlinienmanagement so priorisiert wird, dass die wichtigsten Daten immer „Vorfahrt“ haben. Das sorgt für eine bessere Netzwerkperformance. Außerdem können Pop Up Stores oder neue Filialen schnell angeschlossen werden.

Fazit

Smart Solutions gerade im Mobile Bereich sind Pflicht und Bürde zugleich. Jeder Retailer will neben der Benutzerfreundlichkeit und Performance im Online Store zugleich Filialen aufrüsten und die Logistik verbessern. Doch der Weg dorthin kann nur über eine moderne, leistungsfähige und flexible IT Infrastruktur führen und ein Teil heißt SD-WAN.

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok