Amnesty-Bericht

Smartphone-Hersteller profitieren von Kinderarbeit

In kongolesischen Minen arbeiten schon Kinder ab sieben Jahren unter lebensgefährlichen Bedingungen, um Kobalt für Elektrogeräte abzubauen, die aus dem Verbraucheralltag nicht mehr wegzudenken sind. Apple, Samsung oder Sony können nicht garantieren, dass in ihren Produkten kein Kobalt aus Kinderarbeit genutzt wird, klagen Amnesty International und Afrewatch an.

François und sein 13-jähriger Sohn, Charles, sortieren Steine. Charles geht zur Schule jeden Morgen, und arbeitet jeden Nachmittag. "Es ist schwierig, die Schulgebühren zu zahlen können", sagt François. // Quelle: Amnesty

Der gemeinsame Bericht "This is what we die for" von Amnesty International und Afrewatch zeigt, wie schon Kinder ab sieben Jahren unter lebensgefährlichen Bedingungen in kongolesischen Minen das wertvolle Mineral Kobalt abbauen. "Die Elektronikkonzerne nutzen Kobalt für die Akkus ihrer Smartphones, Tablets und Laptops, also in Geräten, die aus unserem Verbraucheralltag nicht mehr wegzudenken sind", sagt Verena Haan, Expertin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Amnesty International in Deutschland.

"In der Demokratischen Republik Kongo - wo mehr als die Hälfte des weltweiten Kobalts gewonnen wird - riskieren Männer, Frauen und Kinder im Kleinstbergbau täglich ihre Gesundheit und ihr Leben. Allein im Südkongo starben zwischen September 2014 und Dezember 2015 mindestens 80 Bergleute", so Haan.

"Globale Unternehmen dürfen sich nicht darauf berufen, dass sie angeblich nicht überprüfen können, woher wichtige Mineralien in ihrer Produktion kommen."

"Alle an der Kobalt-Lieferkette beteiligten Unternehmen müssen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen und dies auch öffentlich machen. Falls sie von Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette erfahren, müssen sie sofort Abhilfe leisten - so wie es die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verlangen", sagt Haan.

Amnesty fordert, dass die Regierungen der Länder, in denen die im Bericht erwähnten Unternehmen sitzen (USA, Südkorea, Japan), von den Konzernen mehr Transparenz einfordern müssen.

"Ohne entsprechende Gesetze, die Unternehmen dazu verpflichten, Informationen über die Herkunft der Mineralien und ihrer Zulieferer zu prüfen und zu veröffentlichen, können die Elektronik-Konzerne weiterhin von Menschenrechtsverletzungen profitieren", sagt Haan.

 

 

Bildquelle: Amnesty / Afrewatch

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