Ästhetik und Funktionalität vereint

Smartwatches als praktische Begleiter

Interview mit Philipp Schlegel, Product Manager IM bei der Samsung Electronics GmbH, über besonders beliebte Smartwatch-Funktionen und das Thema „Sicherheit“ bei der Nutzung des Wearable

Philipp Schlegel, Samsung

„Das Marktsegment Wearables steht gerade erst am Anfang“, betont Philipp Schlegel, Product Manager bei Samsung.

Herr Schlegel, die Smartwatch: nur ein Accessoire am Handgelenk oder ein ernsthaft nützlicher Alltagsbegleiter?
Philipp Schlegel:
Die Smartwatch hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem praktischen Begleiter entwickelt, bei dem vor allem die Funktionen im Vordergrund stehen, die das Leben erleichtern. Ein schickes Design ist vielen Nutzern natürlich auch sehr wichtig.

Was sind typische Anwendungsszenarien von Smartwatches?
Schlegel:
Mit Galaxy Gear haben wir vor drei Jahren unsere erste Smartwatch auf den Markt gebracht. Seitdem haben wir durch Marktforschung und direktes Kunden-Feedback viel über Nutzerbedürfnisse im Wearable-Bereich gelernt. Auf dieser Basis haben wir unsere neueren Smartwatches verfeinert und ausdifferenziert, sodass wir die verschiedenen Nutzerinteressen abdecken können. Die Gear Fit verfügt beispielsweise über Fitnessfunktionen, die zu einem individuellen Trainingsprogramm zusammengestellt werden können. Zu den spezifischen Fitnessapplikationen gehören der Schrittzähler, Pulssensor und Trainingscoach, sodass die Smartwatch dabei hilft, den Trainingsfortschritt besser zu verwalten. Auch Outdoor-Fans werden sich für die Smartwatch interessieren, da die sie nach der IP67-Zertifizierung spritzwasser- und staubgeschützt ist. Bergtouren oder Downhill-Abenteuer sind damit kein Problem. Der Vorteil bleibt stets, dass Nutzer über Anrufe, E-Mails, Termine und SMS am Handgelenk auf dem Laufenden bleiben.

Wie lassen sich bei der Entwicklung Robustheit und stylisches Design miteinander verbinden?
Schlegel:
Gerade ein Gerät, das eng am Arm anliegt und daher leicht mit Wasser, Schweiß und Co. in Berührung kommen kann, muss sehr widerstandsfähig sein. Daher haben wir beispielsweise die Gear S so designt, dass sie allen Umwelteinflüssen, die unter den IP67-Standard fallen, standhält. Damit ist die Smartwatch staubdicht und übersteht den Kontakt mit Wasser. Auch das Armband wird im Alltag viel beansprucht. Daher ist es abwasch- und wechselbar. In puncto Design sorgen Spezialisten dafür, dass Produktinnovationen, Software und Design auf die Nutzungsgewohnheiten und Bedürfnisse von europäischen Endverbrauchern und Geschäftskunden abgestimmt sind. Durch ein spezielles Fertigungsverfahren liegt die Smartwatch natürlich und angenehm am Handgelenk – und sieht dabei elegant aus.

Was sind besonders beliebte Funktionen bei den Anwendern bzw. was ist ihnen besonders wichtig?
Schlegel:
Viele Nutzer schätzen, dass sie mit einer Smartwatch alles auf einen Blick am Handgelenk erfahren können. Mit der Gear S können Nutzer z.B. Anrufe annehmen und eingehende Nachrichten wie E-Mails oder SMS lesen und beantworten, ohne dabei das Smartphone aus der Tausche holen zu müssen. Sportfans legen vor allem Wert auf die verschiedenen Fitnessfunktionen wie den Schrittzähler. Fitness-Apps wie S Health bündeln sämtliche Werte des Anwenders und errechnen daraus ein umfassendes Bild über den Trainingsfortschritt und motivieren so immer wieder aufs Neue. Als ebenfalls sehr beliebt hat sich bei vielen Nutzern die Fußgängernavigation „Here“ erwiesen. Der Fußgänger wird vor einer Abbiegung mit einer kurzen Vibration gewarnt, danach genügt ein kurzer Blick auf das Display, auf dem die Navigationskarte detailgetreu dargestellt wird.

An welchen Stellen hakt es bei Smartwatches häufig noch?
Schlegel:
Der Wearable-Markt ist gerade den Kinderschuhen entwachsen und hat schnell bewiesen, dass clevere Technik am Handgelenk in vielen Bereichen des Lebens eine hilfreiche Ergänzung ist. Wir haben im Verlauf der letzten Jahre festgestellt, dass Anwendungen aus den Bereichen Fitness, Navigation und Kommunikation die wichtigsten Anstöße liefern. Wir sind davon überzeugt, dass noch viel Potential in diesem Produktsegment steckt.

Ein Problem stellt zumeist die Akkulaufzeit dar, die sich häufig auf einen Tag beschränkt. Wie lässt sich dieser Tatsache zukünftig entgegenwirken? Ist das Problem überhaupt zu lösen?
Schlegel:
Aus Nutzerperspektive ist die Akkulaufzeit eines Mobilgerätes immer eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf – das ist bei Smartwatches nicht anders. Wir investieren viel in die Weiterentwicklung der Akkutechnik. Induktives Laden und die Schnellladefunktion der aktuellen Flaggschiff-Smartphones könnten zum Branchenstandard werden und in naher Zukunft auch im Wearable-Bereich eine wichtigere Rolle spielen.

Wie gestaltet sich die Datensicherheit bei der Nutzung einer Smartwatch?
Schlegel:
Die Privatsphäre der Kunden und die Sicherheit von Nutzerdaten haben oberste Priorität. Um einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten, führen wir regelmäßig System-Updates durch. Zusätzlich bieten die mobilen Produkte spezielle Sicherheitsmeldungen, die dazu beitragen, die Geräte vor Malware, Datenlecks und anderen Angriffen zu schützen. Welche Nutzerinformationen zu welchem Zweck erhoben und aufbewahrt werden, hängt von der gewählten Anwendung ab. Die entsprechenden Zugriffsrechte kann der Nutzer auf dem Smartphone konfigurieren. Wir stellen eine sichere Architektur bereit; im Hinblick auf Apps von Drittanbietern können wir jedoch nur eingeschränkt Einfluss nehmen.

Welche zukünftigen Einsatzszenarien sind Ihrer Meinung nach denkbar?
Schlegel:
Das Marktsegment Wearables steht gerade erst am Anfang, sodass noch zahlreiche Szenarien für eine Entwicklung denkbar sind. Wir sind zuversichtlich, dass Wearables vielerorts bald so alltäglich sein werden, wie es Smartphones heutzutage schon sind. Der Markt für Armbanduhren wird künftig immer weiter durch das Trendprodukt Smartwatch aufgebrochen werden. Einer Prognose des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics zufolge werden bis 2020 allein die Auslieferungen von Smartwatches voraussichtlich auf bis zu 212 Millionen Stück weltweit steigen.

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