Langfristig angelegte Investition

So lange werden Rugged Devices genutzt

Ein Rugged Device kostet im Regelfall mehr als ein Consumer Device. Viele Unternehmen nutzen ihre robusten Geräte aber über einen sehr langen Zeitraum, „im Schnitt gehen wir von einer Nutzungsdauer von ca. vier bis fünf Jahren aus“, so H. Paulos Ghebreweldi, Senior Project Manager bei Datalogic. „Das heißt, hier reden wir von einer langfristig angelegten Investition.“

H. Paulos Ghebreweldi, Datalogic

„Tatsächlich gehen viele Anwender sorgsamer mit ihrem Smartphone um als mit ihrem Rugged Device“, weiß H. Paulos Ghebreweldi von Datalogic.

Herr Ghebreweldi, Smartphones, Tablets und Notebooks – all diese Geräte gibt es auch im Rugged-Format. Doch wie gefragt sind Rugged Devices anno 2017 tatsächlich?
H. Paulos Ghebreweldi:
All diese Geräte gibt es im Rugged-Format und diese Gerätetypen haben auch nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Denn im industriellen Umfeld spielt Robustheit gepaart mit Leistungsvermögen nach wie vor eine Hauptrolle. Hier erfüllen Consumer-Geräte nicht immer die Anforderungen und somit sind Rugged Devices auch im Jahre 2017 nach wie vor stark gefragt.

Wer ist hier die Zielgruppe bzw. wo kommen die Rugged-Geräte jeweils zum Einsatz?
Ghebreweldi:
Die Rugged-Smartphones werden vorwiegend in den Bereichen Außendienst, Field Force Automation, Paketdienste, Service-Dienstleistungen und Online-Shopping eingesetzt. Auch im Retail auf der Verkaufsfläche sind sie dank ihrer intuitiven touch-basierenden Bedienung und ihrer Performance gefragt. Rugged-Tablets und Laptops finden sich dagegen eher im Transport-, Logistik- und Industrieumfeld.

Man differenziert zwischen Semi-, Fully- und Ultra-Rugged-Geräten. Worin bestehen die jeweiligen Unterschiede?
Ghebreweldi:
Diese Unterscheidungstypen sind im normalen Produktions- bzw. Unternehmensumfeld nicht sehr ausgeprägt. In bestimmten Anwendungsfeldern jedoch, wie beispielsweise der Forstwirtschaft, im Bausektor oder der chemischen Industrie werden Ultra-Rugged-Geräte benötigt und angefragt. Das sind aber nicht die Anwendungsgebiete mit einer hohen Stückzahl an mobilen Rugged Devices.

Welcher Typus ist aktuell am meisten gefragt und warum?
Ghebreweldi:
Das kommt auf die Anwendungsfelder an. Im industriellen Umfeld werden nach wie vor Fully-Rugged-Geräte am häufigsten angefragt.

In welchen Punkten übertrumpfen Rugged-Modelle die „normalen“ Consumer-Devices?
Ghebreweldi:
Es ist in erster Linie die Robustheit, die Rugged Devices von Consumer-Geräten unterscheidet. Hardware- und Software-Ausstattung sind häufig vergleichbar. Vergleicht man jedoch Fallhöhe, Tieftemperatureinsatzgebiete und Spritzwasser- und Staubschutzklassen, schneiden die Rugged Devices wesentlich besser ab. Für viele ist auch das speziell an das Industrieumfeld angepasste Betriebssystem, das sogenannte Enterprise-Betriebssystem, ein wichtiger Vorteil der Rugged-Modelle.

Was wird bei den robusten Modellen hingegen häufig von den Anwendern bemängelt?
Ghebreweldi:
Bis jetzt war das Gewicht ein zentrales Thema im Vergleich zu den sehr leichten Consumer Devices. Aber die neuesten Generationen von Rugged Devices ähneln auch hier immer mehr den Consumer-Geräten. Beim Enterprise-Betriebssystems, wie z.B. bei Android, wird teilweise bemängelt, dass Consumer-Geräte häufiger mit neuen Updates (Bugfixes und neuen Features) bespielt werden als Rugged Devices. Im Rugged-Umfeld ist es so, dass das bei der Auslieferung installierte Betriebssystem bis zur Abkündigung des Gerätes häufig beibehalten wird. Die meisten Rugged-Smartphones behalten die bei der Auslieferung installierte Version des Betriebssystems bis zu Abkündigung bei. Das liegt daran, dass ein Update auf eine aktuelle Betriebssystemversion mit höheren Software-Anderungen und -Anpassungen verbunden ist.

„Uncooles“ Design, hohes Gewicht, hohe Kosten bei den Rugged Devices: Sind das nur Mythen, die die Nutzer davon abhalten, auf Rugged Devices zu setzen?
Ghebreweldi:
Ein Rugged Device kostet tatsächlich im Regelfall mehr als ein Consumer Device – allerdings blickt man auf den ROI eines Rugged Device, so sieht der natürlich auch noch einmal anders aus als bei einem Consumer-Gerät. Viele Unternehmen nutzen ihre robusten Geräte über einen sehr langen Zeitraum, im Schnitt gehen wir von einer Nutzungsdauer von ca. vier bis fünf Jahren aus. Das heißt, hier reden wir von einer langfristig angelegten Investition. In Bezug auf Design und auch Gewicht hat sich in den letzten Jahren sehr viel bewegt und viele Rugged Devices ähneln äußerlich immer mehr den Consumer-Geräten.

Wie behandeln die Anwender ihre Rugged-Modelle? Gehen sie damit anders um als mit Consumer-Devices?
Ghebreweldi:
Tatsächlich gehen viele Anwender sorgsamer mit ihrem Smartphone um als mit ihrem Rugged Device. Das liegt natürlich daran, dass Anwender wissen, dass ein Rugged-Gerät viel robuster ist und Schläge und einen Aufprall im Regelfall überlebt. Allerdings gibt es auch hier Grenzen, und je nach Gerätespezifikation können Rugged Devices durch falsche Handhabung entsprechend Schaden nehmen.

Welche Tests müssen Rugged Devices grundsätzlich bestehen, ehe sie in Produktion gehen?
Ghebreweldi:
Die wichtigsten Tests beziehen sich auf Fallhöhen (mindestens 1,2 m), Schocktests, Abdeckung von großen Betriebstemperaturbereichen,  Spritzwasser- und Staubschutztests (genannt IP Rating; Ruggedized-Geräte haben IP Ratings von IP64 oder höher). Die meisten Tests, die solche Geräte erfüllen, sind militärische Testspezifikationen.

Was geht bei solchen Geräten „am schnellsten“ kaputt?
Ghebreweldi:
Ähnlich wie bei Consumer-Geräten ist es häufig der Bildschirm.

Worauf sollten Anwender letztlich beim Kauf von Rugged Devices achten (auch hinsichtlich Betriebssystem, Mobile Device Management...)?
Ghebreweldi:
Neben langfristigem Support und Software-Updates vom Hersteller (mindestens fünf Jahre) ist die Auswahl der Hardware und des Betriebssystemtyps entscheidend. Die Hardware-Ausstattung ist wichtig, um die Performance der Anwendung und Datenkommunikation zu garantieren. Die Betriebssystemaktualität ist eine wichtige Komponente, was die Software-Entwicklung, Datensicherheit und Software-Integration in bestehende Firmensoftware betrifft. Eine sehr wichtige Rolle spielen heute auch Mobile-Device-Management-Software-Lösungen, um Geräte zu verwalten und zu warten. Bei der Auswahl solcher Software sollte man darauf achten, dass alle mobilen Firmengeräte mit heterogenen Betriebssystemen verwaltet und gemanagt werden können.

Bildquelle: Datalogic

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