Digital Health

So rockt das Fitnessstudio der Zukunft

Wie digitale Tools neue Trainingsanreize schaffen können, welche Rolle Community-Building für Studios spielt und welche Trends die Fitnessbranche prägen werden, erläutert Udo Münster, Geschäftsführer von Milon, einem Anbieter für computergestütztes Zirkeltraining und Vorreiter der digital vernetzten Trainingsfläche.

  • Digital unterstützte Trainingssysteme von Milon

    Stand heute bietet Milon digital unterstützte Trainingssysteme und ist in rund 2.600 Fitness- und Gesundheitseinrichtungen vertreten.

  • Udo Münster, Milon

    Udo Münster, Geschäftsführer beim Zirkeltrainingsspezialisten Milon

Herr Münster, im April 2018 blickte die Fitnesswelt erneut auf Köln, wo im Rahmen der Leitmesse Fibo neue Trends für das Training präsentiert wurden. Über Fitness-Gadgets für unterwegs, Wearables oder Gesundheits-Apps wird seit Jahren viel gesprochen. Was passiert in Deutschlands Fitnessstudios?
Udo Münster:
Fitnessstudios sind schon lange keine klassischen Geräteparke mehr, häufig ergänzt durch einen Wellnessbereich. Vielmehr haben wir es inzwischen mit einer vielfältigen Studiolandschaft mit unterschiedlichen Konzepten für unterschiedliche Trainingsmotivationen zu tun. Mega
trends wie Individualisierung und Selbstoptimierung, Community-Denken und
Mobilität finden Beachtung – das alles vor dem Hintergrund eines starken Gesundheitsbewusstseins, das es in unserer Gesellschaft so noch nie gab.

Allerdings gehen noch immer 90 Prozent der Deutschen nicht ins Fitsnessstudio. Sie stellen sozusagen eine inaktive, aber potentiell hochinteressante Zielgruppe für die Fitness- und Gesundheitsbranche dar.  Dabei können Menschen, die wenig Zeit haben, schon mit einer 17,5- bis 35-minütigen Zirkeltrainingseinheit viel für sich tun. Nicht zuletzt zählen auch die Teilnehmer krankenkassenbezuschusster Präventionskurse eher zu denjenigen, die bisher noch nie einen Fuß in die Tür eines Fitnessstudios gesetzt haben.

Welche Rolle spielen Technologien?
Münster:
Auch in der Fitnesswelt befinden wir uns inmitten eines einschneidenden Digitalisierungsprozesses. Smarte Technologien ermöglichen unter anderem datengestützte Trainingsanalysen, mit denen Trainer viel persönlicher und qualitativer die Trainierenden betreuen. Und darin liegt die Grundidee für den Erfolg der Studios: Menschen kommen zu Menschen, nicht zu Maschinen. Wer Beziehungen aufbauen und Einsteiger dauerhaft motivieren kann, wird Erfolg haben. Weder Hightech-Geräte allein noch eine tolle Sauna schaffen Stammgäste, sondern die Bestätigung und Begleitung beim eigenen Trainingserfolg.

Wie profitieren die Trainierenden von modernen Studiokonzepten?
Münster:
Der wahrscheinlich beste Weg führt über ein digital vernetztes Ökosystem, wir nennen das Connected-Training-System und meinen damit ein ganzheitliches, datenbasiertes Konzept. Das Herzstück ist eine Software wie unsere offene Plattform „Care“, die Schnittstellen zu unterschiedlichen Geräten bietet, die sich automatisch nach den persönlichen Daten einstellen.

Der Trainer hat diese Daten immer zentral im Blick und kann mit dem Kunden in Kontakt treten. Die Mitglieder können mit unserer „Me App“ die wichtigsten Trainingsinformationen auf ihrem Smartphone einsehen. Der Bodyscanner Milonizer, der gleichzeitig als zentrale Teststation einer Trainingseinrichtung dient, ermittelt zudem genaue Werte, die für die Trainingsplanung wichtig sind. Gamification-Elemente spornen zusätzlich an und kommen dem Spieltrieb entgegen: In wenigen Monaten haben wir in unserem Zirkelsystem allein 15 Millionen „Awards“ für erreichte Trainingsziele verteilt – das lieben die Trainierenden.

Wie viele Nutzer trainieren mit der App?
Münster:
Wir hatten im letzten Jahr in den beteiligten Studios über 20 Million erfasste Trainingseinheiten auf der Care-Plattform. Gerade arbeiten wir mit dem Sony-Konzern an einer spannenden Lösung, die auch für analoge Trainingsgeräte die digitale Datenerfassung ermöglichen soll.

Inwieweit sind Trainings- und Gesundheitsdaten die Währung der Zukunft?
Münster:
Daten ermöglichen es den Trainierenden, individuelle Lösungen für ihren Trainingserfolg zu ermitteln. Daneben können die Fitnessstudios maßgeschneidertes, persönlich begleitetes Training für bezahlbare Mitgliedsbeiträge anbieten.

Digital Health bedeutet aber auch eine stärkere Vernetzung der Trainingswelt mit der gesamten Gesundheitsbranche: z.B. die Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Versicherungen. Als „Währung“ möchte ich Gesundheit und relevante Daten ungern bezeichnen. Jedoch handelt es sich um ein großes Gut und eine Chance, die allen Beteiligten neue Wege und Anreize für mehr Gesundheit und Erfolg bietet.

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