Smart-City-Projekte

So wird das Leben in der Stadt schön

Das persönliche Ziel von Robert Koning, Geschäftsführer der Smart City Solutions GmbH, lautet: das Leben in den Städten schöner und angenehmer zu machen. Doch wie?

Robert Koning, Geschäftsführer der Smart City Solutions GmbH

„Unsere Projekte werden von der Stadt und den Stadtwerken bezahlt“, berichtet Robert Koning, Geschäftsführer der Smart City Solutions GmbH, im Interview.

Herr Koning, wie aktiv wurde das Thema „Smart City“ in den letzten Monaten in Deutschland angegangen?
Robert Koning:
Sehr aktiv sogar. Sehr viele Stadtwerke und Städte sind dabei, Pilotprojekte zu planen oder setzen bereits konkrete Maßnahmen um.

Inwieweit hat die seit dem 25. Mai 2018 geltende EU-DSGVO entsprechende Projekte beeinflusst?
Koning:
Unsere Projekte wurden davon nicht betroffen. Wir sind aber auch meistens mit nicht personengebundenen Daten unterwegs. Im Smart-City-Kontext dreht es sich oft um Sensorik – Übertragungsmedium – Anwendung. Dabei werden meistens keine personenbezogenen Daten erhoben. Falls doch, steht das der EU-DSGVO nicht im Wege.

Welche Städte sind mittlerweile mit welchen Szenarien Smart-City-Vorreiter?
Koning:
Heidelberg, Lübeck und Darmstadt sind schon sehr weit. Nicht nur mit Projekten, sondern wichtiger noch im Gedankengut. Zu verstehen, was Smart City bedeutet und wie solch eine Stadt ganzheitlich umgesetzt werden muss, ist nicht bei allen angekommen. Die Standardszenarien sind Smart Parking, Luftqualität, Smart Waste und für Stadtwerke intern sind es oft zeitsparende oder prozessoptimierende Themen wie Fernauslesung von Fernwärmeschachtzähler.

Was sind die generellen Hauptziele beim Aufbau einer intelligenten Stadt?
Koning:
Mein persönliches Ziel ist es, das Leben in den Städten schöner und angenehmer zu machen. Die Stadtwerke unterstützen wir dabei, das neue Geschäftsfeld „IoT“ in einer Stadt zu besetzen. Bevor Google und Co. es machen, wünsche ich mir, dass die Stadtwerke und Städte die Datenhoheit in einer Stadt behalten.

Inwieweit sollen Smart-City-Konzepte Einfluss auf den Klimaschutz ausüben?
Koning:
Das finde ich fast eine philosophische Frage. Wie definieren wir Klimaschutz und Klimawandel? Mit Smart-City-Projekten und dem Internet der Dinge können wir durch intelligent vernetzte Sensorik Zustände (Luftqualität) messen. Durch beispielsweise das Lenken des Verkehrs können Klimaziele in der Stadt erreicht werden. Also, ja, gut möglich. Den Klimawandel als solchen werden wir damit aber nicht verändern. Das Klima wandelt sich ja schon seit Millionen Jahren.

Wie profitieren konkret die Bürger einer Stadt von solchen Smart-City-Projekten?
Koning:
Die Parkplatzsuche ist vorbei. Staus in Städten werden aufgelöst, die Luftqualität verbessert sich, es gibt keine überströmten Straßen oder vollgelaufenen Keller mehr, eine bessere Grundversorgung der Älteren, Glascontainer werden immer geleert, wenn sie voll sind, usw.

Wer „blecht“ für die intelligenten Städte? Sprich, wie gestaltet sich die Kostenverteilung bei Smart-City-Projekten?
Koning:
Unsere Projekte werden von der Stadt und den Stadtwerken bezahlt. In Berlin läuft gerade ein gefördertes Projekt, also auch der Steuerzahler und die EU zahlen, was ebenfalls okay ist.

Welche Rolle spielen hierbei z.B. die Glasfaseranbieter (Stichwort „Breitbandausbau“)?
Koning:
Keine wirklich große Rolle, da wir für das Thema Smart City eher Funktechnologien wie LoRaWAN, was wir auch schon in vielen Städten aufgebaut haben, einsetzen. Wir benötigen keine großen Datenmengen.

Wie wichtig ist 5G für Smart-City-Projekte?
Koning:
Gemeine Frage an jemanden, der LoRaWAN als Nr. 1 der Datenübertragungsnetze sieht. 5G wird sicherlich eine Rolle, wenn vielleicht auch nur eine kleine, spielen. Aber um ganz ehrlich zu sein, sollten die Telekom-Anbieter hierzulande erst einmal dafür sorgen, dass wir überall LTE bzw. Handyempfang haben. Diese Unternehmen versprechen mehr, als sie liefern können. Im Smart-City-Bereich sind sie nur mit Parksensoren und deren NB-IoT unterwegs, was nicht überall verfügbar ist, wohingegen die LoRaWAN-Fraktion eine sehr große Bandbreite an verfügbaren Sensoren und Flächendeckung hat.

Inwieweit ist es für Hacker möglich, sich in die Smart-City-Infrastrukturen einzuhacken und Chaos zu stiften? Welche Datenschutzvorfälle sind Ihnen bekannt?
Koning:
Grundsätzlich kommen Hacker überall rein. Es muss sich aber für sie lohnen und der Aufwand darf nicht zu groß sein. Unsere Lösungen sind zum einen extrem gesichert und zum anderen sind die Netztopologie und Funktionsweise der Sensoren nicht wirklich für einen Hacker geeignet. Der Sensor geht nur eine Millisekunde an und schläft danach sofort wieder ein (um die Batterie zu entlasten). Diese Zeit zu nutzen, um etwas zu manipulieren, ist extrem uninteressant. Wir wollen die Sensoren fünf bis zehn Jahre mit einer Batterie betreiben. Mir sind keine Datenschutzvorfälle in dem Bereich bekannt, aber das Thema ist natürlich noch sehr jung.

Ab wann und wie ist der Erfolg einer Smart City letztlich messbar?
Koning:
Sobald die Bürger merken, dass die Stadt angenehmer ist, haben wir das erreicht, wofür wir uns Tag und Nacht einsetzen.

Bildquelle: Smart City Solutions

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