Mit „Yomo“ gegen Number26

Sparkassen planen Smartphone-Bank

Seit einiger Zeit mischen Fintech-Start-ups mit technikgetrieben Angeboten die traditionelle Bankenbranche auf. Nun wollen einige Sparkassen gemeinsam Paroli bieten und eine „Smartphone-Bank“ gründen.

Sparkassen planen mit „Yomo“ ihr digitales Banking-Angebot auszubauen.

Die Digitalisierung von Produkten und Serviceleistungen hat das Bankengeschäft erreicht. Dies macht sich nicht nur an der Zunahme von Mobile-Banking-Aktivitäten bemerkbar. Auch die Diskussion darüber, ob und wann das Smartphone mit Mobile-Payment-Funktionen wohl die Geldbörse ersetzen wird. Traditionelle Finanzinstitute müssen sich mit Konkurrenz aus der Fintech-Branche auseinandersetzen, die mit innovativen Konzepten vor allem junge Kunden an sich binden, auseinander setzen.

Laut Medienberichten der Süddeutschen Zeitung planen jetzt acht Sparkassen – darunter die Kreissparkasse Köln sowie die Sparkassen in Hamburg, Berlin, München, Bremen, Köln-Bonn, Esslingen-Nürtingen und Paderborn-Detmold – eine überregionale Smartphone-Bank. Das Angebot mit Namen Yomo – das steht für „Your Money“ – soll sich an eben jene mobile Kundengruppe zwischen 18 und 35 Jahren richten.

Angriff gegen Number26

Das Prinzip hinter Yomo ist nicht neu: Mit Numbers26 gibt es bereits ein identisches Angebot in Deutschland. Das Berliner Start-up bietet seit 2015 ein Girokonto an, das komplett mit dem Smartphone gemanagt wird. Die Kontoeröffnung soll nach eigenen Angaben nur acht Minuten Zeit in Anspruch nehmen, die Verifizierung erfolgt per Videoanruf.

Bundesweite Planung

Mit der Realisierung des Projektes beauftragt ist das Hamburger Unternehmen Star-Finanz. Das Bundeskartellamt, das bei solchen Gemeinschaftsprojekten mehrerer Banken – wie Paydirekt – eine wichtige Rolle spielt, soll kurzfristig über die Pläne informiert werden. Eine Internetadresse yomo.de ist jedenfalls bereits live, zu sehen ist darauf bislang allerdings nichts.

Ein Testlauf wird aber vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn laut einem Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSVG) ist die Markteinführung noch in diesem Jahr geplant – möglicherweise bundesweit. Damit würde das bisherige Regionalprinzips der Sparkassen-Finanzgruppe ausgehebelt. Denn bislang beschränken sich die meist in kommunaler Hand liegenden Sparkassen darauf, ihre Dienste nur im Gebiet ihres Trägers anzubieten. Weil das Internet allerdings keine Grenzen kennt, sind Proteste aus dem eignen Lager absehbar. Mit welchen Zugeständnissen – etwa der Teilnahme im Rahmen eines Lizenzverfahrens – man diesen begegnen wird und welches Gebührenkonzept die Initiatoren planen, bleibt abzuwarten.


Bildquelle: Thinkstock/ Wavebreak Media

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