KI-Innovationswettbewerb des BMWi

Sprachassistenten „Made in Germany“

In Unternehmen werden sie dagegen bislang gar nicht oder nur zögerlich eingesetzt. Dabei gibt es gerade im professionellen Bereich unzählige Möglichkeiten, in denen Sprachassistenten zu einer Effizienzsteigerung beitragen können.

Sprachassistent

Sprachassistenten gehören im Privatbereich längst zum Alltag vieler Menschen.

Beispielsweise werden Maschinen in der Produktion heute noch meist über Displays gesteuert. Durch Sprachassistenten können Nutzer den Maschinen direkt Anweisungen geben, ohne den Umweg über eine Benutzeroberfläche gehen zu müssen. Auch bei der Wartung von Maschinen können Sprachassistenten Servicepersonal unterstützen, indem sie per Sprachausgabe durch alle Schritte der Reparatur führen.

Dass bei dieser Mensch-Maschine-Kommunikation auch internes Know-how an Dritte weitergegeben werden kann, ist für Unternehmen ein Haupthindernis bei der Einführung betrieblicher Sprachassistenten. Eine solche Weitergabe ist bei der Nutzung der auf dem Markt dominierenden Sprachassistenten aus den USA und Asien jedoch nicht auszuschließen. Wer die Sprachassistenten von Apple (Siri), Amazon (Alexa), Microsoft (Cortana) oder Samsung (Bixby) nutzt, verzichtet zugleich auf seine Datensouveränität. Die Anbieter räumen den Nutzern so gut wie keine Kontrollmöglichkeit darüber ein, wo ihre Daten verarbeitet und gespeichert werden. In der Konsequenz bedeutet das: Unternehmen können nicht sicher sein, dass ihr Know-how nicht an Dritte weitergegeben wird. Der Einsatz der marktüblichen Sprac

Dass bei dieser Mensch-Maschine-Kommunikation auch internes Know-how an Dritte weitergegeben werden kann, ist für Unternehmen ein Haupthindernis bei der Einführung betrieblicher Sprachassistenten. Eine solche Weitergabe ist bei der Nutzung der auf dem Markt dominierenden Sprachassistenten aus den USA und Asien jedoch nicht auszuschließen. Wer die Sprachassistenten von Apple (Siri), Amazon (Alexa), Microsoft (Cortana) oder Samsung (Bixby) nutzt, verzichtet zugleich auf seine Datensouveränität. Die Anbieter räumen den Nutzern so gut wie keine Kontrollmöglichkeit darüber ein, wo ihre Daten verarbeitet und gespeichert werden. In der Konsequenz bedeutet das: Unternehmen können nicht sicher sein, dass ihr Know-how nicht an Dritte weitergegeben wird. Der Einsatz der marktüblichen Sprachassistenten lässt sich für Unternehmen auch kaum mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vereinbaren, die Unternehmen zu großer Sensibilität im Umgang mit personenbezogenen Daten von Mitarbeitern und Kunden verpflichtet.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

hassistenten lässt sich für Unternehmen auch kaum mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vereinbaren, die Unternehmen zu großer Sensibilität im Umgang mit personenbezogenen Daten von Mitarbeitern und Kunden verpflichtet.

Unabhängige Plattform für Sprachassistenten aus Deutschland

Damit Unternehmen das Potenzial der Sprachassistenten künftig für sich nutzen können, entwickelt das Projekt „Speaker“ aus dem KI-Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie derzeit eine Plattform für Sprachassistenten „Made in Germany“. Diese Plattform wird es Unternehmen ermöglichen, auf Sprachassistenten zuzugreifen, die DSGVO-konform sind und ihnen so die volle Kontrolle über alle damit verbundenen Daten gestatten. Die Unternehmen können die Sprachassistenten zudem individuell auf ihre Bedürfnisse und das jeweilige Einsatzgebiet anpassen. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der den Einsatz von Sprachassistenten noch hemmt, ist die teilweise unzureichende Qualität der Spracherkennung. Derzeit sind viele Sprachassistenten noch nicht in der Lage, Stimmen auch in lauten Umgebungen deutlich zu verstehen. Im Projekt wird daher auch daran gearbeitet, Störgeräusche herauszufiltern und so für eine robuste Spracherkennung etwa in Fabrikhallen zu sorgen. Neben der Sprachsignalverarbeitung und dem Sprachverstehen wird mithilfe von KI-Technologien auch an Lösungen für die Beantwortung von Fragen sowie dem Erkennen von Emotionen bei Sprechern gearbeitet.

Die Sprachassistenten „Made in Germany“ werden über viele Sprachen hinweg nutzbar sein und zielen damit bewusst auf den europäischen Markt. Bereits in der Projektlaufzeit werden auch konkrete Anwendungen für spezifische Branchen entwickelt. Ein Beispiel dafür ist die simultane, automatische Transkription und Textanzeige während Veranstaltungen, sodass Events künftig barrierefrei live gefolgt werden kann. Auch der Einsatz von Sprachassistenten im Hotel wird erprobt: Hotelgäste sollen damit die Möglichkeit erhalten, Informationen über den Sprachassistenten abzurufen oder die Smart-Home-Dienste im Hotelzimmer zu steuern. Die Speaker-Plattform soll nach Ablauf der Projektphase im Frühjahr 2023 an eine ausgegründete Betreibergesellschaft übergeben werden und flexible Lizenzmodelle für die Nutzung anbieten.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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