„Ein digitales Gesundheitssystem kann nur zuverlässig funktionieren, wenn IT-Sicherheit ein integraler Bestandteil davon ist“, betont Marten Neubauer. (( Bildquelle: Dell Technologies))
Für einen bestmöglichen Schutz des digitalen Gesundheitswesens müssen Technologien, Prozesse und Menschen perfekt aufeinander abgestimmt sein. ((Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus))
Keine Frage, das Gesundheitswesen ist ein attraktives Ziel für Kriminelle, weil sie dort nicht nur sensible Informationen erbeuten können, sondern die Einrichtungen auch ein enormes Erpressungspotenzial aufweisen. Gelingt es Angreifern, Daten zu verschlüsseln oder Systeme zu sabotieren, stehen schnell die Gesundheit und das Leben von Menschen auf dem Spiel – entsprechend groß ist die Zahlungsbereitschaft.
Angriffe können dazu führen, dass Medikamente falsch dosiert werden, dass Patienten in kritischem Zustand nicht mehr zuverlässig überwacht und versorgt werden können, dass wichtige Operationen verschoben werden oder dass keine Notfallpatienten mehr aufgenommen werden können. Dennoch führt an der weiteren Digitalisierung des Gesundheitswesens kein Weg vorbei. Schließlich verbessern digitale Lösungen Diagnosen und die Versorgung, sie entlasten medizinisches Personal und sorgen im Grunde dafür, dass unser Gesundheitssystem trotz alternder Bevölkerung hochwertig und bezahlbar bleibt.
Ein digitales Gesundheitssystem kann aber nur zuverlässig funktionieren, wenn IT-Sicherheit ein integraler Bestandteil davon ist. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, dass die Security- und Backup-Lösungen gut zusammenspielen, weil das die Bedrohungserkennung verbessert. Denn Angreifer schlagen meist nicht sofort zu, nachdem sie in ein System eingedrungen sind, sondern sammeln zunächst Informationen, breiten sich innerhalb der Infrastruktur aus und ziehen erst dann Daten ab oder verschlüsseln sie, wenn sie zu kritischen Bereichen vorgedrungen sind. All die Spuren, die sie dabei hinterlassen, sind für sich genommen unauffällig. Führen Security-Lösungen sie jedoch zusammen und werten sie KI-basiert aus, lassen sich laufende Angriffe frühzeitig erkennen und stoppen, bevor großer Schaden entstehen kann. Zudem entlasten gut integrierte Tools die IT-Abteilungen der Krankenhäuser, weil sie deutlich einfacher zu verwalten sind als ein Flickenteppich aus einzelnen Lösungen.
Ein gutes Mittel, besonders kritische Daten dem Zugriff von Cyberkriminellen zu entziehen, ist ein Datentresor mit Air-Gap, in dem Daten isoliert und manipulationssicher aufbewahrt werden und aus dem sie sich nach einem Cyberangriff schnell wiederherstellen lassen. Datenmanagement as a Service kann darüber hinaus helfen, auch in komplexen Umgebungen mit mehreren Clouds die Kontrolle über alle Daten zu behalten.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03-04/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Für einen bestmöglichen Schutz des digitalen Gesundheitswesens müssen Technologien, Prozesse und Menschen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Dazu zählen Awareness-Schulungen des Personals ebenso wie Security Assessments und Stresstests, die bestehende Sicherheitsmaßnahmen bewerten und Verbesserungspotenziale aufzeigen. Das alles mag aufwändig und nicht zum Nulltarif zu haben sein, doch langfristig betrachtet sind Versäumnisse in Sicherheitsfragen deutlich teurer. Nicht nur weil Cyberattacken auf das Gesundheitswesen Milliarden-Kosten verursachen, sondern weil sich der Wert von Gesundheit und Leben schlicht nicht beziffern lässt.