Sensoren und SIM-Karte inklusive

Starterpakete für den leichten IoT-Einstieg

Mit besonderen Starterpaketen möchte T-Systems den Unternehmen den Einstieg ins Internet der Dinge erleichtern, erklärt Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division des Anbieters.

Anette Bronder, T-Systems

Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division bei T-Systems

IT-DIRECTOR: Frau Bronder, worin liegen Ihrer Ansicht nach die Chancen und Risiken des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT)?
A. Bronder:
Die Chancen sind vielfältig und betreffen nahezu alle Branchen: Die Industrie steuert und wartet vernetzte Maschinen aus der Ferne, Transportunternehmen überwachen Container, Fahrzeuge und Fracht am Bildschirm, Städte steuern den Verkehr auf ihren Straßen in Echtzeit. IoT verbessert also Prozesse, spart Kosten und Personal und bietet die Chance für zusätzliche Geschäftsmodelle und eine ganz neue Kundennähe durch Echtzeitservices.

Die Risiken – oder sagen wir besser die Herausforderungen – des Internets der Dinge sind überschaubar. Um zu wissen, ob sich eine Investition in IoT-Technik rechnet, empfehle ich Unternehmen den Einstieg mit einfachen Produkten. Wir bieten dazu beispielsweise IoT-Starterpakete bestehend aus Hardware, Sensoren zur Datenerfassung sowie einer SIM-Karte mit Datentarif und dem Zugang zur Telekom-Cloud. Damit bringen Unternehmen ohne Aufwand IoT in den Livebetrieb und meistern den ersten Schritt der Digitalisierung. Und natürlich gilt es, Datenschutz und Datensicherheit von vorneherein mitzudenken, von der Entwicklung bis zum Einsatz von IoT-Lösungen.

IT-DIRECTOR: Inwiefern müssen sich heutige öffentliche Netze (Internet) und Unternehmensnetze verändern, um die schnelle Übertragung millionenfacher IoT-Daten zu gewährleisten?
A. Bronder:
Mit dem stetig wachsenden Datenvolumen aus dem Internet der Dinge steigen auch die Anforderungen an leistungsfähige Netze. Vor allem das Mobilfunknetz muss dem in puncto Geschwindigkeit und Kapazität gewachsen sein: Hier müssen die Netzbetreiber investieren, was wir als Telekom jährlich mit mehreren Milliarden Euro tun. Echtzeitanwendungen erfordern zudem noch kürzere Latenzzeiten im Netz: Hier sind wir führend in der Weiterentwicklung und Standardisierung der nächsten Mobilfunkgeneration 5G. Zudem arbeiten wir am neuen Mobilfunkstandard „Narrowband IoT“ für die Übertragung geringer Datenmengen über weite Strecken. Auch Unternehmen selbst müssen ihre Netzwerkinfrastruktur auf den Prüfstand stellen und Übertragungsengpässe identifizieren, das gilt vor allem für WLAN-Zugriffspunkte. Eine Umstellung auf IPv6 ist unumgänglich.

IT-DIRECTOR: Was kommt damit auf die Netzbetreiber zu? Mit welchen neuartigen Betreibermodellen können klassische Telkos und Provider im IoT-Umfeld punkten?
A. Bronder:
Die Deutsche Telekom bietet für IoT-Anwendungsfälle einen Ende-zu-Ende-Service: Vom Netz über die verschlüsselte Übertragung der Daten in ihren Netzen, die Speicherung in hochsicheren Rechenzentren in Deutschland und der Verarbeitung per Datenanalyse in der Cloud bis zur Visualisierung auf mobilen Endgeräten. Und dies nach deutschen Datenschutzvorgaben und mit hoher IT-Verfügbarkeit.

IT-DIRECTOR: Stichwort Netzneutralität: Wer bestimmt, welche Daten priorisiert übertragen werden: Die einer per ärztlicher Live-Schaltung durchgeführten Herz-OP eines Kindes oder eine Warnmeldung für den 70-jährigen Insassen eines autonomen Fahrzeugs?
A. Bronder:
Bei solchen Entscheidungen wird es natürlich keine Priorisierung geben. Netzneutralität ist wichtig, aber in einem freien Internet müssen auch neue Dienste entstehen können. Wir müssen für Angebote wie Telemedizin oder selbststeuernde Autos, bei denen es nicht nur um die Kommunikation von Maschinen, sondern tatsächlich um die Sicherheit von Menschen geht, die technischen Voraussetzungen für eine garantierte Übertragungsqualität schaffen. Sonst wären diese neuen Dienste gar nicht möglich.

IT-DIRECTOR: Welche ethischen und moralischen Herausforderungen kommen im Zuge der Verbreitung des Internets der Dinge auf Gesellschaft und Politik zu?
A. Bronder:
Die Welt, in der wir leben und arbeiten, verändert sich mit dem Internet der Dinge. Doch auch in der „Smart City“ und der vollvernetzten „Industrie 4.0“ müssen die Vorteile für den Menschen im Mittelpunkt stehen; eine Verbesserungen des Lebensstandards, eine bessere medizinische Versorgung, die schnellere Bewältigung von Krisen oder ein erleichtertes mobiles Arbeiten. Besonders beim Thema Big Data ist es an Politik und Wirtschaft, dem Verbraucher durch Transparenz und Vertrauen die verständliche Skepsis gegenüber der Nutzung seiner Daten zu nehmen. Hier besteht noch deutlicher Aufklärungs- und Überzeugungsbedarf. Denn die Vorteile des IoT für die Gesellschaft sind nicht von der Hand zu weisen.

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