SportsTech-Investor

Startups auf die nächste Stufe bringen

Der Name Adi Dassler steht für unternehmerische Energie und Innovationsfreude. Die Enkel des Adidas-Gründers wollen diese Eigenschaften bei Neugründungen im Sportmarkt fördern.

Sport und Technik

Sport und Technik

Fitness-Armbänder, Apps für den täglichen Work-out, Sportkleidung mit Sensoren - nur eine kleine Auswahl an Produkten für den Fitness- und Sportartikel-Markt, die von Startups stammen. In Anlehnung an erfolgreiche Startup-Segmente wie FinTech oder InsurTech heißt der digitale Sportmarkt SportsTech. Auch hier versprechen viele Neugründungen ein rasantes Wachstum, zumal Fitness-Produkte seit Jahren boomen. Zwar ist der Markt im Vergleich zu anderen Segmenten noch vergleichsweise klein, aber immerhin gibt es knapp 100 deutsche Startups in diesem Bereich.

Parallel dazu entstehen auch in Deutschland Risikokapital-Strukturen, die sich auf das Segment spezialisiert haben. Ein interessantes Beispiel ist der SportsTech-Investor leAD, der ausgeschrieben „Legacy of Adi Dassler“ heißt. Die Anspielung auf den legendären Gründer des DAX30-Unternehmens Adidas weist darauf hin, dass dieses Unternehmen von drei Dassler-Enkeln sowie weitere Investoren gegründet worden.

Der Name ist Programm, die Enkel wollen Gründer und Startups mit einer ähnlichen unternehmerischen Energie und Innovationsfreude wie Dassler fördern. „Unser Großvater, Adi Dassler, war immer von der Idee getrieben, große Sportideen noch größer zu machen und in die Tat umzusetzen. Heute würde er Startups genauso unterstützen, wie wir es zu seinen Ehren tun.“ sagt Horst Bente, Mitgründer von leAD.

Das Gründer-Ökosystem der Dassler-Enkel

Ausgangspunkt war 2017 ein Accelerator-Programm in Berlin, in dem SportsTech-Startups über drei Monate unterstützt werden. Während dieser Zeit werden Gründer von Mentoren betreut und in Fachgebieten wie Investment, Finanzen, Strategie, Mitarbeiterführung und Pitchen geschult. Die Teilnehmer erhalten Zugang zu leAD’s internationalem Netzwerk in Sport und Industrie und können so mit erfahrenen Persönlichkeiten der Sportwirtschaft, erfolgreichen Gründern und CEOs sowie mit Risikokapital-Gebern und Tech-Experten in Kontakt treten.

„Bei uns dreht sich alles um die Gründer, die Startups. Wir wollen, dass unsere Gründer wachsen, Barrieren überwinden, Innovationen schaffen und ihre Startups auf die nächste Stufe bringen. Wir werden nicht nur von unserer Leidenschaft für den Sport angetrieben, sondern auch von unserer Leidenschaft, außergewöhnliche Gründer und Ideen zu unterstützen”, sagt Cristoph Sonnen, leAD Mitbegründer und CEO von ADvantage. (Siehe auch unser Interview)

Nach Abschluss des Accelerator-Programms werden die Startups durch den leAD Business Builder betreut. Hier geht es darum, Anschlussfinanzierungen zu erzielen und die Geschäftsmodelle zu stärken. Zum Ökosystem gehört auch die Investment-Plattform ADvantage. Dahinter verbirgt sich ein 50 Millionen Dollar schwerer SportsTech-Fund, mit dem Series A-Finanzierungen abgewickelt werden. „Wir fokussieren uns auf die genannten Bereiche mit dem stärksten Marktpotential: Connected Athletes, Fan Engagement, eSports und Derivative Markets. Unter letzterem verstehen wir neue Sportarten und -technologien“, beschreibt Sonnen im Interview mit IT-Zoom die Investitionsstrategie.

Vernetzung und Engagement: Der SportsTech-Markt

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe interessanter Startups, die in dem Berliner Accelerator-Programm entwickelt wurden. Da sich das Programm an internationale Unternehmen richtet, sind neben einigen deutschen Startups auch solche aus den USA, Israel sowie den bekannten europäischen Startup-Hubs vertreten.

Connected Athletes

Das Startup Wingfield aus Hannover hat ein System entwickelt, das jeden Tennisplatz der Welt in einen Smart Court verwandelt. Mit einer Kombination aus Hardware und KI erhalten die Nutzer die gleiche Spielanalyse wie ein Profispieler:  Das System verfolgt die Partie, analysiert Schlagtechniken und gibt direkt nach Spielen oder Trainingseinheiten persönliches Feedback.

Fan Engagement

ForwardGameAR (ursprünglich aus Israel, jetzt in Berlin) konzentriert sich auf die Entwicklung von hybriden Video-Spielen, die sich draußen spielen lassen und körperliche Aktivität fördern. Dabei nutzt ForwardGame Augmented Reality-Funktionen, um im Bereich Mobile Gaming und Teamsport für Bewegung zu sorgen.

E-Sports & Derivative Markets

SkillYoga aus Berlin bietet das weltweit erste Online-Yoga-Trainingssystem, das auf die Bedürfnisse von Männern zugeschnitten ist. Laut einer Studie aus den USA, geben zwar 75% der Männer an, dass Yoga ihnen guttun würde, aber nur 18% aller Männer praktizieren es. Sie suchen nach passenden Yoga-Trainings und schaffen damit ein riesiges Marktpotenzial. Die Trainingslösung überzeugte auch eine Reihe von privaten und institutionellen Investoren. In einer Seed-Runde sammelte das Startup einen mittleren sechsstelligen Betrag ein, mit der es Yoga-Content produzieren und eine App entwickeln will.

Bildquelle: Getty Images

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