Startups auf der Suche nach Kapital und Erfolg
Der 12. Deutsche Startup Monitor zeigt: Die herausfordernde gesamtwirtschaftliche Lage macht auch Startups zu schaffen. Unter dem Strich sind Gründer zwar optimistisch und die Bewertung des Startup-Ökosystems verbessert sich, Deutschland bleibt aber weiter unter den vorhandenen Möglichkeiten.
Die Finanzierungssituation wird von über der Hälfte der Startups negativ bewertet wird (50,7 %). Der Anteil der Gründer, die deshalb Profitabilität als Hauptziel setzen, ist seit 2021 von 58,1 % kontinuierlich gestiegen und liegt jetzt bei 73,8 %. Viele setzen zudem auf die Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz (KI) –mehr als jedes fünfte Startup (22,0 %) sieht KI als Kern des eigenen Produkts.
„Die Devise lautet heute mehr denn je: echte Probleme lösen und Produktivität steigern. Das haben deutsche Startups verinnerlicht und den Schalter umgelegt: Profitabilität, Wachstum, KI, Ausgründungen und DeepTech – diese Schwerpunkte prägen und verändern das Startup-Ökosystem“, so Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands.
11,4 % der Startups lassen sich als DeepTech-Unternehmen klassifizieren, die neue forschungsbasierte Technologien auf den Markt bringen. Sebastian Pollok, stellvertretender Vorsitzender beim Startup-Verband ordnet die Ergebnisse ein: „Dank unserer Weltklasse-Forschung eröffnen Gründer*innen der deutschen Wirtschaft die spannenden Geschäftsfelder der Zukunft – Beispiele sind Kernfusion oder Quantencomputing. Durch vereinheitlichte Rahmenbedingungen für Ausgründungen sollten Universitäten hier noch weiter unterstützen.“
Noch mehr Potenzial in der Zusammenarbeit mit Etablierten vorhanden
In Zeiten von Inflation und hoher Zinsen reagiert vor allem der private Konsum empfindlich. Startups setzen noch stärker auf Geschäftskunden. Der Anteil von B2B am Gesamtumsatz deutscher Startups steigt weiter und liegt nun bei 74,7 % (2023: 70,4 %). „Vor allem Software-Startups bieten klare wirtschaftliche Mehrwerte, indem sie Prozesse optimieren und effizienter machen“, so Pausder. „Das gilt besonders mit Blick auf den Fachkräftemangel. KI-optimierte Anwendungen erhöhen die Effizienz und steigern die Produktivität, die in unserer strauchelnden Wirtschaft so wichtig ist.“
Aber etablierte Unternehmen sind nicht nur als Kunden zentral, sondern auch als Partner – zum Beispiel bei Forschung und Entwicklung oder im Bereich der Vertriebsstrukturen. 61,9 % der Startups waren 2024 in entsprechenden Projekten aktiv – das ist zwar ein hoher Wert, er ist jedoch in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen (2020: 71,8 %).
In der Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierter Wirtschaft hakt es also. Nur 37,5 % der Startups bewerten die Kooperationsmöglichkeiten mit etablierten Unternehmen positiv und damit nochmal weniger als im Vorjahr (40,5 %). „Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsstandorten haben wir mit unserem breiten Mittelstand und unserer starken Industrie ein riesiges Asset, das wir noch zu wenig nutzen. Die Zusammenarbeit mit Startups, Beteiligungen durch Corporates oder Übernahmen gehören zu den wichtigsten Wegen für Unternehmen, um innovativ zu sein – doch leider haben das noch nicht alle Unternehmen in Deutschland erkannt“, so Pausder.
Den gesamten Report gibt es hier zum Download.