Wie Crowdtesting hilft

Stolpersteine beim kontaktlosen Bezahlen

Nie war Bezahlen einfacher und komfortabler als heute: Kurz das Handy oder die Karte auf das Lesegerät gehalten und schon ist der Kauf abgeschlossen. Doch digitale und kontaktlose Zahlungssysteme sind komplex und müssen einer Vielzahl von Alltagsanforderungen standhalten.

Stolpersteine beim kontaktlosen Bezahlen

Mit dem anhaltenden Wachstum des mobilen kontaktlosen Zahlens wird die biometrische Nutzung entscheidend dafür sein, dass die Zahlungsauthentifizierung voranschreitet.

In Zeiten von Corona erfährt Mobile Payment enormen Aufwind. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage wünschen sich 71 Prozent der Befragten mehr Möglichkeiten, kontaktlos zu bezahlen. Techgiganten haben das Potenzial schnell erkannt und ihre eigenen Bezahldienste geschaffen. Aber auch klassische Finanzinstitute ziehen nach und bieten eigene Apps zur Bezahlung an. Das ist vor allem vor dem Hintergrund des „Mobile Payment Report 2019“ von PwC relevant, der herausgefunden hat, dass rund 78 Prozent der Befragten ihre personenbezogenen Daten eher ihrer Hausbank als einem der großen Techanbieter anvertrauen würden.

Dennoch müssen genau diese Finanzakteure besser verstehen, was Kunden von den digitalen Zahlungssystemen erwarten. Anbieter sollten darauf achten, dass der Bezahlprozess nicht nur aus ihrer Sicht Sinn ergibt. Neben dem technischen Ablauf, in dem beispielsweise das NFC-Lesegerät mit dem Chip des Smartphones interagiert, muss auch die Handhabung der Applikation intuitiv gestaltet werden. Echtes Feedback ist daher unabdingbar, um eine Lösung zu entwickeln, die auf breite Akzeptanz trifft. Usability-Studien mit bestehenden Kunden (oder deren Vertretern) geben Anbietern die Möglichkeit, dieses Feedback an jedem Punkt ihrer Zahlungserfahrung zu sammeln.

Mit Blick auf technische Gegebenheiten sollten Entwicklerteams bedenken, dass es fast unmöglich ist, mit der explodierenden Zahl von Gerätekombinationen Schritt zu halten. Gleiches gilt für die genutzte Vielfalt an Betriebssystemversionen. Während technikaffine Zielgruppen ihr Smartphone im jährlichen Turnus aktualisieren und damit stets die neueste Software verwenden, nutzt der größte Teil der Gesellschaft mobile Geräte deutlich länger und hat herstellerbedingt nicht immer die Möglichkeit, das aktuellste Update aufzuspielen. Das macht das Device Management für Anbieter aufwändig und teuer. Statt hier ein Gerätelabor zu unterhalten, bieten sich Testing-Gemeinschaften von überprüften Fachleuten an, die alle gewünschten Gerätekombinationen besitzen. Diese bringen den Vorteil mit sich, dass die Geräteabdeckung problemlos erweitert werden kann.

Heute bereits in die Zukunft blicken

Zwischen dem Scannen von Fingerabdrücken und der Gesichtserkennung bietet die Mehrheit der Mobiltelefone heute biometrische Technologie. Mit dem anhaltenden Wachstum des mobilen kontaktlosen Zahlens wird die biometrische Nutzung entscheidend dafür sein, dass die Zahlungsauthentifizierung voranschreitet – insbesondere in der EU, wo gemäß der PSD2-Gesetzgebung eine starke Kundenauthentifizierung für Zahlungen verwendet werden muss. Die einzige Möglichkeit, diese Technologie effektiv zu implementieren und eine konsistente Funktionalität zu gewährleisten, besteht darin, den QA-Prozess auf die Bedingungen der realen Welt auszudehnen. Wenn reale Personen ihre eigenen Geräte zur Validierung einer erfolgreichen Zahlungsautorisierung durch Biometrie verwenden, können Anbieter den Umfang und die Stichprobengröße der Daten erfassen, die sie zur Feststellung von Korrektur- und Aktualisierungsbedarf benötigen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo. 

Zu guter Letzt sind auch die allgemeinen Zahlungspräferenzen der Kunden entscheidend. Hier lohnt sich unter Umständen der Zugriff auf ein Netzwerk von In-Market-Testern, die Marktpräferenzen und -trends verstehen. Andernfalls werden möglicherweise Features entwickelt, die sich als kostspielige Fehler herausstellen und wertvolle Kundenstämme verprellen. Mithilfe von Crowdtesting, womit sich etwa Applause befasst, lassen sich Erfahrungen mit mobilen Zahlungen in mehreren Märkten gleichzeitig sammeln, sodass möglichst schnell ausreichend umfassendes Benutzer-Feedback zur Verfügung steht. 

Bildquelle: Jonas Leupe/Unsplash

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok