Digitale Therapien

Technologie im Dienste der Gesundheit

Apps, Telemedizin- und Teleberatungsdienste, Künstliche Intelligenz (KI) und chirurgische Roboter zeigen, wie sich der Gesundheitssektor in den letzten Jahren grundlegend verändert hat. Digitale Therapien spielen hierbei eine strategische Rolle bei der Transformation der Gesundheit.

Arzt und Patient mit Smartphone

Einige digitale Therapien, die von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt und validiert wurden, können bereits von Ärzten verschrieben werden.

Dahinter verbergen sich technologische Lösungen, die als Alternative zu traditionellen Medikamenten oder in Kombination mit ihnen eingesetzt werden können, nachdem sie durch klinische Studien ordnungsgemäß validiert und von den Zulassungsbehörden genehmigt wurden. Die revolutionäre Bedeutung und der Wert digitaler Therapien wurden mitunter auf der Frontiers Health 2019 in Berlin diskutiert, einer Konferenz zum Thema „Digital Health“ mit Healthware als Co-Host.

Die Idee, sich mithilfe einer App zu behandeln, mag seltsam erscheinen, dennoch wird seit 2013 dank Sean Duffy und seinem Unternehmen Omada Health über digitale Therapien gesprochen. Diese neue Generation von Therapien verhält sich wie ein Medikament, wird aber in Verbindung mit einer tragbaren App oder einem Gerät eingesetzt. Sie können im Allgemeinen entweder als Alternative zu herkömmlichen Medikamenten oder in Kombination mit ihnen eingesetzt werden. In einigen Fällen geht die Digitalisierung der Therapiewege schnell voran. So können einige Therapien, die von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt und validiert wurden, bereits von Ärzten verschrieben werden.

Das starke Interesse an diesem Sektor wird auch durch die Schätzung belegt, dass er 2025 einen Umsatz von acht Mrd. Dollar erreichen wird (2017 waren es 1,75 Mrd. Dollar). Denn digitale Therapien ermöglichen es, dem Anstieg der Gesundheitskosten angesichts des Zunehmens chronischer Krankheiten in der Weltbevölkerung entgegenzuwirken. Diese Therapien werden an den Bedürfnissen des Patienten orientiert und konzipiert. Die meisten zielen auf die Behandlung chronischer oder neurologischer Krankheiten ab, die besonders teuer und schwer zu handhaben sind. Sie erfordern nämlich eine kontinuierliche Überwachung, die für die Gesundheitssysteme oft nicht tragbar ist. In diesem Szenario könnten digitale Therapien einen kostengünstigeren und zugänglicheren Versorgungweg darstellen sowie eine neue Dimension der personalisierten und prädiktiven Medizin fördern.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo. 

Akili, Silvercloud, Sonde Health, Kaiku Health, Bold Health, Livongo und Click Therapeutics sind nur einige der Unternehmen, die bei Frontiers Health ihre Erfolgsgeschichten erzählten. Livongo wird nach seinem Börsengang im Juli 2019 als Digital Health Unicorn betrachtet. Das 2014 gegründete Unternehmen bietet mehrere digitale Produkte und Dienstleistungen an, die Menschen bei der Behandlung chronischer Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck unterstützen. Laut Livongo können chronische Krankheiten durch ein Angebot, das Software, tragbare Geräte und maßgeschneiderte Coaching-Programme integriert, effektiver und nachhaltiger behandelt werden. Ein anderes spannendes Unternehmen ist Click Therapeutics, gegründet 2012 und aktiv in der Entwicklung und Vermarktung digitaler Therapien, die allein oder in Kombination mit traditionellen Medikamenten eingesetzt werden können. Zu den Hauptprodukten gehört Clickotine, ein zum Patent angemeldetes Raucherentwöhnungsprogramm, das Verhaltensinterventionen kombiniert. Die App bietet einen personalisierten Weg, mit dem Rauchen aufzuhören und potenziellen Rückfällen durch ein Echtzeit-Monitoring und personalisierten digitalen Support entgegenzuwirken.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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