Abhörsicher dank A5/3?

Telekom verschlüsselt im GSM-Netz mit neuem Standard

Die Telekom setzt den Verschlüsselungsstandard A5/3 für die Sprachübertragung im Mobilfunknetz ein. Damit sind Gespräche im GSM-Netz besser gegen mögliches Abhören geschützt. Derzeit wird der Standard bundesweit implementiert, bis Ende 2013 soll die Umsetzung abgeschlossen sein.

"Das Vertrauen der Menschen in Telekommunikation und Internet hat durch die NSA-Affäre in den vergangenen Wochen stark gelitten. Wir tun, was wir können, um unseren Kunden mehr Sicherheit zu bieten. Die bessere Verschlüsselung von Mobilfunkgesprächen ist dafür ein weiterer wichtiger Schritt", sagt Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Telekom.

Die Verschlüsselung von Handygesprächen erfolgt bei der Funkübertragung zwischen Mobiltelefon und Basisnetz automatisch. Mit dem neuen Standard A5/3 ist die Verschlüsselung im GSM-Netz stärker. Bislang war im GSM-Netz der Verschlüsselungsstandard A5/1 implementiert, der von Experten (bereits 2003!)  geknackt werden konnte. Auch der neue Standard wurde von Experten bereits attackiert.

Für den neuen Standard musste bundesweit neue Hard- und Software an rund 30.000 Basisstationen und zentralen Netzpunkten installiert werden. Die Aktivierung des neuen Algorithmus erfolgt regional nach und nach. Die Kunden werden die Umstellung nicht bemerken, so das Bonner Unternehmen.

Die Herausforderung bei der Umstellung war, dass bundesweit immer noch circa 50.000 ältere Geräte im Gebrauch sind, die mit dem neuen Verschlüsselungsstandard nicht funktionsfähig sind. Um sicherzustellen, dass diese Kunden nicht plötzlich ohne Empfang dastehen, musste die Telekom eine spezielle Softwarelösung entwickeln und testen. Funktionsfähig bleiben jetzt laut Telekom sämtliche Handymodelle. Bei älteren Modellen werden Gespräche weiterhin mit dem Standard A5/1 verschlüsselt. Die Telekom hat im Internet unter www.telekom.com eine Liste von Endgeräten veröffentlicht, die nach ihren Kenntnissen den neuen Standard beherrschen.

Die Telekom setzt den Verschlüsselungsstandard A5/3 nicht nur in Deutschland ein: In Mazedonien, Montenegro, Polen und Tschechien ist die Technik bereits implementiert. Weitere Länder sollen folgen.

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