Zahlungsfreudige Singles, abgebrühte Betrüger

Valentinstag: Hohe Schäden durch „Love Scam”

Das digitale Geschäft mit der Liebe brummt – erst recht am Valentinstag. Doch nicht nur Pärchen nutzen gerne die Gunst der Stunde, sondern auch Betrüger und Kriminelle im Netz.

Verliebter Mann vor Laptop

Dass sich mit der Liebe auch auf ziemlich unlautere Art und Weise Geld machen lässt, lockt viele Cyberkriminelle an.

Digitalisierung macht nicht vor der Liebe halt. Das mag keine neue Erkenntnis sein, wurde in den letzten Jahren aber immer augenscheinlicher. Laut Bitkom sucht inzwischen jeder dritte Deutsche die große Liebe im Internet. Am bekanntesten seien dabei kostenpflichtige Online-Dating-Dienste wie Parship, LoveScout 24 oder Elite Partner. Diese Portale sollen beinahe neun von zehn Befragten kennen. Auch Single-Foren in sozialen Netzwerken, zum Beispiel örtliche Facebook-Gruppen, sind bei 41 Prozent aller Befragten bekannt. 39 Prozent sind außerdem Online-Dating-Dienste ein Begriff, die in der Basisversion kostenlos sind, wie Tinder, Grindr, Lovoo und Co. Singlereisebörsen wie travelark.de, urlaubspartner.net oder singlereisen.net kennt mehr als jeder Dritte (35 Prozent).

Der populärste Dating-Dienst soll laut dem Portal singleboersen-vergleich.de Lovoo sein– knapp gefolgt von Badoo, das vor allem im Südwesten beliebt ist. Tinder kann sich vor allem durch seine Popularität in Großstädten wie Berlin oder Hamburg den dritten Platz sichern. Darauf folgt mit einem Marktanteil von 15, 7 Prozent Lovescout 24. Wenn es um seriöse Partnervermittlung geht, hat Parship mit 50 Prozent ganz deutlich die Nase vorne.

Die Erfolgsbilanz der Nutzer fällt laut Bitkom grundsätzlich positiv aus. Gut die Hälfte (52 Prozent) habe über Online-Dating-Dienste schon einmal einen festen Partner kennenglernt. Jeder Vierte (24 Prozent) sei mit dem Partner derzeit noch zusammen, bei jedem Dritten (32 Prozent) soll die Partnerschaft mittlerweile beendet sein.

Die Schattenseiten

Dass sich mit der Liebe auch auf ziemlich unlautere Art und Weise Geld machen lässt, lockt viele Cyberkriminelle an. So werden die Schäden durch entsprechende Betrugsfälle im Internet auf viele Millionen beziffert. Am bekanntesten dürfte in diesem Zusammenhang der sogenannte „Love Scam” sein. „Die Kriminellen nutzen dabei die Gutgläubigkeit der Singles aus und lassen erst von ihrem Opfer ab, wenn es nicht mehr auf Nachrichten antwortet”, erklärt Tim Berghoff, Security Evangelist bei G Data. Für die Nutzer könne das ernste Konsequenzen haben, wenn die Täter beispielsweise übermittelte Ausweispapiere für gefälschte Identitäten und Straftaten nutzen. Daher sollten Chats sofort abgebrochen werden, wenn das Gefühl aufkommt, dass es nur um Geld oder persönliche Informationen geht.

„Cyberkriminalität ist stets mit technischen Tricks und der Fähigkeit der Angreifer verbunden, Sicherheitskontrollen zu umgehen und unsichtbar zu bleiben. Was ebenso sehr häufig zum Einsatz kommt, sind Social-Engineering-Tricks, bei denen die Betroffenen emotional manipuliert werden, um in die Falle zu tappen”, stellt auch Gérard Bauer, VP EMEA bei Vectra, fest

Neben den Opfern von Betrügern hat auch das E-Commerce-Segment wie in allen umsatzstarken Phasen mit krimineller Energie zu kämpfen. Die bekommen Onlinehändler laut Sicherheitsanbieter Link11 oft in Form von DDoS-Attacken zu spüren. „Angesichts der hohen Anzahl von Webseitenzugriffen und den damit einhergehenden Lastspitzen im Datenverkehr reichen schon relativ kleine DDoS-Attacken, um die Bandbreite zu verstopfen oder auf Protokoll- und Applikationsebene für Überlastung zu sorgen”, so der Befund. Online-Händler könnten die DDoS-Gefahr mindern, indem sie den Datenverkehr und die Webseitenzugriffe genau überwachen und ihren Provider bei Auffälligkeiten kontaktieren.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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