Umweltverträglichkeit mobiler Endgeräte

Verhaltenskodex für IT-Zulieferer

Interview mit Gernot Teufel, Country Manager Germany bei Sony Mobile Communications, über den Verhaltenskodex des Unternehmens für Zulieferer sowie die Umweltverträglichkeit der eigenen mobilen Endgeräte

Gernot Teufel, Sony Mobile Communications

Gernot Teufel, Country Manager Germany bei Sony Mobile Communications

Herr Teufel, wie gestalten sich die Arbeitsbedingungen in Ihren Produktionsstätten z.B. hinsichtlich Arbeitszeit, Entlohnung sowie Arbeitsschutz?
Gernot Teufel:
Wir achten darauf, dass unsere Produkte in einer sozialen und umweltverträglichen Art und Weise hergestellt werden, und dass sich diesem Selbstverständnis auch die Zulieferer verpflichtet fühlen. Dazu wurde 2013 der Verhaltenskodex für Zulieferer von der Sony Corporation adaptiert. Alle Zulieferer sind verpflichtet, die in diesem Kodex beschriebenen Standards einzuhalten. Dazu gehören zum Beispiel das Verbot von Kinderarbeit, die Beschränkung der Maximalarbeitszeit pro Woche sowie ein generell sozialer Umgang mit den Mitarbeitern.

In welchen Städten befinden sich Ihre drei größten Produktionsstätten und welche mobilen Geräte produzieren Sie dort genau?
Teufel:
Wir fertigen ausschließlich in Asien. Dort werden alle Modelle und Zubehörteile hergestellt.

Auf welche Weise verschaffen Sie sich Transparenz über die bei Ihren Auftragsfertigern und/oder Zulieferern herrschenden Arbeitsbedingungen hinsichtlich Arbeitszeit, Lohn und Arbeitsschutz?
Teufel:
Der Verhaltenskodex ist auch für Zulieferer unserer Produktionsstätten anzuwenden.

Um sicherzustellen, dass die Zulieferer sich an den Verhaltenskodex halten, führen wir regelmäßig Überprüfungen durch. Je nachdem, welche Risiken mit dem Land, in dem der Zulieferer sitzt, verbunden sind, sowie welche Größe, welche Art des Betriebs und welchen Status dieser derzeit besitzt, wird die Überprüfung auf das Risikoniveau der jeweiligen Produktionsstätte zugeschnitten. Die Zulieferer sollen ihr Unternehmen in einer sozialen Art und Weise führen und ihre Mitarbeiter dementsprechend behandeln. Wir unterstützen diese Bemühungen von Zulieferern, indem zusätzliche Bewertungen und Erhebungen bezüglich der getroffenen Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Wir stehen zudem mit unseren direkten Zulieferern von Produkten und Materialien in engem Kontakt und halten sie dazu an, CSR-Initiativen weiter zu kommunizieren und sicherzugehen, dass sich auch deren Lieferanten zu deren Statuten bekennen. Der enge Kontakt zu den Betrieben ermöglicht es, Unterstützung bei den Bemühungen um die Einhaltung von Standards in der gesamten Lieferkette zu gewähren.

Desweiteren fordern wir von unseren direkten Zulieferern regelmäßige Selbstbewertungen ein. Bei Zulieferern, deren Selbsteinschätzung ein hohes Risiko der Verletzung unserer Standards anzeigt, werden Kontrollen von dritten nach EICC-Standards (Electronic Industry Code of Conduct) in den Bereichen Arbeitsbedingungen, Moral, Sicherheit und Gesundheit, Umwelt sowie Managementsystem durchgeführt. Wir prüfen anschließend die Umsetzung der Empfehlungen, die zur Behebung von eventuellen Missständen ausgesprochen wurden.

Stichwort: Umweltbewusster Umgang mit Ressourcen – inwieweit besitzen Sie die Transparenz über die Herkunft sämtlicher in Ihren mobilen Produkten verbauten Rohstoffe?
Teufel:
In den meisten Fällen kaufen wir nicht direkt Rohstoffe wie Zinn, Wolfram oder Gold ein, sondern nur indirekt über den Erwerb von Produkten, die diese Materialien bereits enthalten. Über den Verhaltenskodex, der für die Zulieferer ohne Ausnahme einzuhalten ist, werden auch sekundäre Lieferanten dazu verpflichtet, nur Rohstoffe in der Produktion zu verwenden, die diesen Standards gerecht werden. Das bedeutet, dass nur über eine gesicherte Lieferkette erworbene Materialien, die sozial verträglich sowie ökologisch korrekt abgebaut werden, Verwendung finden dürfen.

Welche Kontrollen werden in diesem Zusammenhang durchgeführt?
Teufel:
Wie oben bereits beschrieben, werden auch in diesem Zusammenhang Kontrollen von uns selbst und auch von Dritten gemäß EICC-Standards durchgeführt. In den USA gilt zudem seit Januar 2013 ein Gesetz, das alle Firmen, die in den USA an der Börse gehandelt werden, dazu verpflichtet, Transparenz in ihren Lieferketten bezüglich des Kaufs und Verkaufs von Zinn, Wolfram, Gold und Tantal herzustellen. Falls diese Mineralien aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) oder einem angrenzenden Nachbarland stammen, oder ihre Herkunft nicht zweifelsfrei festzustellen ist, muss eine weitergehende Überprüfung der Lieferkette erfolgen. Dies geschieht, da ausgeschlossen werden soll, dass bewaffnete Gruppen in der DRK mit dem Erlös aus diesen Materialien unterstützt werden. Wir lieferten unseren ersten Bericht an die SEC (U.S. Securities and Exchange Commission) im Juni 2014.

Ein Blick auf Forschung & Entwicklung: Welche Anstrengungen unternehmen Sie hier speziell für die Umweltverträglichkeit ihrer mobilen Endgeräte?
Teufel:
Bei der Herstellung unserer Produkte setzen wir stark auf den Nutzung von wiederverwendbarem Kunststoff und anderen Materialien. Dies hilft, kostbare Ressourcen wie Öl und Kupfer zu schonen. Bis 2050 soll die gesamte Produktion transformiert werden und dann ausschließlich auf wiederverwerteten Materialien basieren. Sony fördert zudem Bemühungen um einen geringen Wasserverbrauch und die Wiederverwertung von Ressourcen.

Die Ziele unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung sind die Entwicklung von Produkten, die eigenständig Energie generieren und speichern können, und von Informations- und Kommunikationstechnologien, die einen umweltfreundlichen Lebensstil unterstützen. Zudem wird an der Verfeinerung von Produktionstechnologien, die den Wasserverbrauch senken und weniger Abfall produzieren, gearbeitet, sowie am schrittweisen Ersatz des Einsatzes von Materialien, die ein hohes Umweltrisiko darstellen.

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