Das iPhone 5 - schneller, dünner, länger
Der 9-Pin-Digitalanschluss „Lightning"
Anschlüsse des iPhone 5
Das iPhone 5 - schneller, dünner, länger
Das iPhone 5 - schneller, dünner, länger
Das iPhone 5 - schneller, dünner, länger
Das iPhone 5 - schneller, dünner, länger
12. September, Apple-Tag. Nach monatelangen Wehen in der Gerüchteküche kreiste der Berg und gebar das iPhone 5 - der "Goldstandard" für Smartphones in diesem Jahr, so Apple-Manager Phil Schiller. Wenn damit der neue, dem Zubehörmarkt goldene Zeiten gebende iPhone-Stecker gemeint ist, dann dürfte das soweit stimmen.
Dieser 9-Pin-Digitalanschluss ist im Grunde die einzige Innovation im Sinne von "Gab es vorher noch nicht". Sie zwingt die Besitzer von Zubehör für den alten Anschluss dazu, Adapter oder neue Versionen ihrer Gadgets zu kaufen. Apple "verschlimmbessert" das Gerät offensichtlich aus einer reinen Technikerperspektive, die Steve Jobs niemals hatte.
Dies zeigt, dass für das iPhone die Luft dünner wird.
Clayton M. Christensen, der Autor des viel zitierten
Buchs über disruptive Innovationen, beschreibt darin Unternehmen in ähnlichen Situationen: Sie haben ein ausgereiftes, nicht mehr weiter zu entwickelndes Produkt. Damit sind sie angreifbar, denn sie sind kaum noch in der Lage, fundamental neue Produkte auf den Markt zu bringen.
Die Vorzeichen sind eindeutig: Die Marktdurchdringung kann nicht mehr viel wachsen, der größte Teil des Geschäfts wird bereits mit Altkunden gemacht, die blind das nächste, beste Apple-Produkt kaufen. Das Gerät selbst ist kaum noch zu verbessern. Lediglich inkrementelle Verfeinerung und Veredelung ist noch möglich. Das Ergebnis wird dann mit Marketing-Rhetorik ("The biggest thing to happen") auf Übergröße aufgeblasen .
Das neue
iPhone 5 ist ordentlich schneller, etwas dünner, ein wenig leichter und ein bisschen länger. Es hat LTE, aber kein NFC und kein drahtloses Aufladen. (Glaubt Apple nicht an diese Technologien?) Die Retina-Auflösung erlaubt mehr Pixel und auf dem Homescreen gibt es eine zusätzliche Symbolreihe. Spötter könnten jetzt einwerfen, das sei nur vergleichbar mit dem Wechsel vom kleinen rechteckigen zum großen runden Startknopf bei Windows XP.
Außerdem besitzt das iPhone jetzt eine Facebook-Integration - neben gut 200 weiteren Funktionen, mit denen Apple sein Smartphone weiter perfektioniert. Und das ist laut Clayton M. Christensen eindeutig ein Zeichen für ein Unternehmen, das ein Commodity-Produkt herausbringt. Es ist dazu verdammt, von irgendeinem Innovator mit einem anfangs nur in der Nische erfolgreichen Produkt vom Markt gefegt zu werden.
Sieht so die Zukunft des iPhones aus? Wird es bald von etwas abgelöst, das so innovativ war wie das iPhone bei seiner Einführung? Eins ist sicher: Dieses neue Produkt wird anfangs belächelt und nicht ernst genommen - Palm, RIM, Nokia und andere haben das beim iPhone schön vorgeführt. Daran sollten wir es erkennen, aber vielleicht ist es ja schon längst da.
Die Daten zum iPhone 5:
Bildquelle: Apple