Falthandy und 5G

Viel Neues bei Huawei

Ein Jahr nach der Premiere der ersten faltbaren Smartphones hat der chinesische Technologiekonzern Huawei eine runderneuerte Version seines Klapphandys vorgestellt.

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Huawei steht seit Mai 2019 auf einer schwarzen Liste der Regierung Trump. Foto: Andy Wong/AP/dpa

Bei dem neuen Mate XS sei der Scharniermechanismus komplett überarbeitet worden, sagte Richard Yu, Chef der Huawei-Konsumentensparte. Ursprünglich hätte die Präsentation im Rahmen der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona stattfinden sollen, die wegen der Gefahr durch das neue Coronavirus abgesagt wurde.

Das neue Gerät wurde mit dem stärkeren Prozessor Kirin 990 5G ausgestattet. Es kostet knapp 2500 Euro - 200 Euro mehr als das erste Falt-Smartphone Mate X vor einem Jahr. Das Gerät soll ab Mitte März auch in Deutschland verfügbar sein. Das Mate XS muss wegen des US-Boykotts allerdings ohne wichtige Google-Anwendungen auskommen.

Huawei steht seit Mai 2019 auf einer schwarzen Liste der Regierung Trump. Damit dürfen US-Unternehmen nur mit starken Einschränkungen Geschäftsbeziehungen zu dem chinesischen Konzern unterhalten.

Für die meisten Smartphone-Modelle von Huawei läuft derzeit noch eine Art Schonfrist, in der der Android-Entwickler Google zumindest teilweise kooperieren kann.

Für die neuen Huawei-Smartphones, die nach dem Mai auf den Markt gekommen sind, bleibt der Zugang zu wichtigen Google-Diensten allerdings versagt. Dazu gehörten die Google Mobile Services, Apps wie Youtube und Maps sowie die Play-Store-Infrastruktur zum Herunterladen von Anwendungen.

Von dem Boykott betroffen sind die neuen Spitzenmodelle, das Mate 30 und das Mate 30 Pro. Besitzer dieser Geräte können zwar auf eigene Faust mit Hilfe des sogenannten Sideload die fehlenden Apps auf ihr Gerät installieren. Allerdings warnte Google am Wochenende ausdrücklich vor diesem Verfahren. Beim Sideload wird der offizielle Play Store umgangen und die Anwendungen mit Hilfe einer APK-Datei direkt installiert. Google betonte, eine Sideload gefährde die Sicherheit des Smartphones.

Die Huawei-Konsumentensparte befinde sich insgesamt weiter auf Wachstumskurs, betonte Yu. Der Umsatz habe im vergangenen Jahr um 18 Prozent zugelegt. Bei den Smartphones habe das Plus 16,8 Prozent betragen.

5G-Produkte vorgestellt

Bei der Vorstellung der neuen Produkte und Lösungen von Huawei in London hielt  außerdem Ryan Ding, Executive Director of the Board und Präsident von Huaweis Carrier Business Group, eine Keynote zum Thema 5G. Ding stellte die neuen 5G-Produkte und -Lösungen des chinesischen Anbieters vor und gab den Startschuss zum 5G-Partner-Innovationsprogramm. Diese Bemühungen sollen darauf abzielen, ein erfolgreiches 5G-Ökosystem aufzubauen und 5G zu einem kommerziellen Erfolg zu machen.

Laut Ding habe sich 5G in Bezug auf die Bereitstellung, das Ökosystem und das Nutzererlebnis weiter entwickelt, als man es sich je hätte vorstellen können. Zudem seien Netzwerke die Grundlage für das 5G-Geschäft. Bislang habe der Konzern 91 kommerzielle 5G-Verträge abgeschlossen und über 600.000 5G Massive Mimo Active Antenna Units (AAUs) ausgeliefert. Das Unternehmen sei bestrebt, die besten End-to-End-5G-Lösungen zu entwickeln.

Die Blade-AAU könne auf allen Sub-6-GHz-Frequenzbändern arbeiten und unterstütze 2G-, 3G-, 4G- und 5G-Netze. Damit werde das Problem des begrenzten Platzes für die Antenneninstallation gelöst und die Gesamtbetriebskosten (TCO) im Vergleich zu bestehenden Lösungen um mehr als 30 Prozent gesenkt. Zudem sei Huawei der erste Anbieter der Branche, der industrielle 5G-Module für vertikale Anwendungen anbietet.

Ding betonte, dass in der 4G-Ära praktisch alle Betreiber das gleiche Netzangebot bereitgestellt hätten. In der 5G-Ära jedoch könnten die Betreiber differenziertere Erfahrungen anbieten und den Nutzern anhand von Metriken wie Datenvolumen, Latenzzeit, Bandbreite oder der Anzahl an angeschlossenen Geräten abrechnen. Dadurch werde es möglich, 5G zu monetarisieren. Es sei entscheidend, dass die Betreiber ihre 5G-Geschäftsmodelle jetzt neu definieren.

Das Unternehmen und seine globalen Partner hätten gemeinsam an mehreren 5G-Projekten gearbeitet. Diese umfassen Bereiche wie die neuen Medien, Campus-Lösungen sowie das Gesundheits- und Bildungswesen. Bei der Veranstaltung präsentierte Ding das 5G-Partner-Innovationsprogramm. Im Rahmen dieses Programms plant Huawei, in den nächsten fünf Jahren 20 Millionen US-Dollar in innovative 5G-Anwendungen zu investieren.

dpa/sk

 

 

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