Hybrides Arbeiten

Vier schlechte Angewohnheiten

Hybride Arbeit hat das Potenzial, schlechte Arbeitsgewohnheiten noch weiter zu verschärfen. Doch Führungskräfte können Maßnahmen ergreifen, um diese Angewohnheiten Schritt für Schritt abzulegen.

Gerüchteküche

In hybriden Teams kann die Gerüchteküche schnell überkochen. Wichtig ist dann eine offene Kommunikation untereinander.

Vom stockenden Informationsfluss bis hin zur Gerüchteküche – schlechte Angewohnheiten in der Zusammenarbeit haben sich in die Arbeitskultur vieler Unternehmen eingeschlichen und werden insbesondere in Zeiten von hybriden Teams noch weiter verschärft. Das wirkt sich negativ auf die Arbeitsmoral aus und beeinträchtigt die Zusammenarbeit.

Beim Aufbau hybrider Teams sollten Führungskräfte daher eine genaue Bestandsaufnahme ihrer Unternehmenskultur vornehmen, damit schlechte Angewohnheiten wie die folgenden vier, die von Lucid beobachtet wurden, auffallen und eine Lösung herbeigeführt werden kann.

Chaotische Informationen

Los geht es mit einem chaotischen Informationsfluss. Früher war es einfach, zum Nachbartisch zu gehen, um schnell etwas zu besprechen. Diese Art der spontanen Zusammenarbeit ist für Teams sehr wichtig, um kreativ arbeiten und gute Entscheidungen treffen zu können. Doch in Zeiten der Hybridarbeit ist ein solcher Ansatz nicht immer leicht umzusetzen, oft muss für eine spontane Besprechung erst ein Termin vereinbart werden. Das trägt zu einem sehr chaotischen Informationsfluss für hybride Teams bei. Um dem entgegenzuwirken, reduzieren Teams ihre Meetings und teilen die wichtigsten Informationen lieber in großer Runde. Dies kann die Arbeit jedoch behindern, da wichtige Informationen erst dann geteilt werden, wenn alle Teammitglieder anwesend sind.

Eine Lösung ist die Investition in eine bessere Dokumentation und eine asynchrone Koordination. Wenn Mitarbeiter ständig Nachbesprechungen machen müssen, um Versäumtes nachzuholen, sollten Führungskräfte in eine bessere Dokumentation investieren, die eine asynchrone Koordination unterstützt. Dies muss kein formell ausgearbeitetes Dokument sein. Es geht vor allem darum, alle Dokumente, Meeting-Protokolle und Storyboards sinnvoll strukturiert an einem Ort abzulegen, damit sie für alle zugänglich sind. Mit einer besseren Dokumentation müssen Mitarbeiter Probleme nicht mehr persönlich besprechen, sondern können stattdessen auf die Unterlagen zurückgreifen und asynchron nachfassen, falls Klärungsbedarf besteht.

Der Glaube an eine Universallösung

Oft werden virtuelle und hybride Meetings von den lautesten und aktivsten Stimmen dominiert. Denn häufig mangelt es in Meetings oder Brainstormings an Moderation, Struktur und der Klärung von Verantwortlichkeiten. Folglich konzentriert sich das Team auf die Ideen von Mitarbeitern, die sich zuerst oder am selbstbewusstesten geäußert haben. Doch was ist mit denjenigen, die zurückhaltender sind, aber voller Ideen stecken?

Jeder Mensch arbeitet anders. Nicht alle gehen in Meetings auf, in denen das Recht des Lautesten herrscht: So gibt es Kreative, die gerne visuell und frei kommunizieren. Aber auch Menschen, die sich am liebsten an klaren Prozessen und Strukturen orientieren. Teams müssen offen für unterschiedliche Arten der Zusammenarbeit sein und verhindern, dass sie sich zu sehr auf einen Stil ausrichten. Mit kurzen Breakout-Sessions, übersichtlichen Grafiken und einer klaren Agenda lassen sich effektive Brainstorming-Sessions für alle durchführen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Online-Ausgabe 3-4/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo der Print-Ausgabe.

Remote-Mitarbeiter werden zudem oft ungewollt von sozialen Erfahrungen ausgeschlossen, die im Büro stattfinden. Dadurch bilden sich unbeabsichtigt Gruppen, was die Zusammenarbeit im Team erschwert. Eine gute Moderation fördert die Beteiligung, Eigenverantwortung und Kreativität aller Teilnehmer und kann verhindern, dass sich Remote-Mitarbeiter vernachlässigt fühlen. Um die Zusammenarbeit zu verbessern, schaffen Moderatoren einen Raum für den Austausch, damit das Team gemeinsam Regeln für die Zusammenarbeit festlegen kann und dafür sorgen kann, dass alle miteinbezogen werden.

Die Gerüchteküche

Vom gehässigen Emoji bis hin zum sarkastischen Kommentar im Chat – gerade in hybriden Teams entstehen schnell Gerüchte und Missverständnisse. Diese können Konflikte auslösen, die die Moral und den Zusammenhalt gefährden. Deshalb ist es wichtig, sich untereinander mit Respekt zu behandeln und zu akzeptieren, dass Konflikte ein natürlicher Teil der Zusammenarbeit sind. Konflikte sollten deshalb direkt angesprochen werden. Mit der nötigen Unterstützung können Teammitglieder Zweifel, Bedenken und Frustrationen offen zum Ausdruck bringen und idealerweise aus der Welt schaffen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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