Umweltbewusst unterwegs

Vom Autoland zum Fahrradland

MOBILE BUSINESS präsentiert innovative Start-ups, die mit ihren Ideen die mobile Branche aufmischen möchten. Diesmal mit dabei: Fast2work.

Michael Ross, Fast2work

Mit Steigum.de und der App Biketour.guide hat Ronald Bankowsky (Foto) zusammen mit Michael Ross Tools entwickelt, um den Radverkehr nachhaltig zu fördern.

Gründungsidee

Das Unternehmen wurde 2021 mit dem Ziel gegründet, bis 2030 weitere vier Millionen Menschen vom Radfahren zu überzeugen – und zwar nicht mit den bekannten Argumenten wie Umwelt oder Gesundheit. Wer sich von diesen Vorteilen bisher nicht angesprochen gefühlt hat, wird es auch in Zukunft kaum tun. Wie lassen sich dann aber mehr Menschen vom Radfahren überzeugen? Die Idee ist einfach: Jeder kann sich jeden Tag neu entscheiden, das Auto stehen zu lassen, um auf das Rad zu steigen. Deshalb wurde Steigum.de mit der App Biketour.guide entwickelt.

Mobility-Gedanke

Beim Start-up dreht sich alles um Mobilität – nicht nur für den Weg zur Arbeit, sondern auch in der Freizeit. Deshalb besteht das Unternehmen aus zwei Teilen: Einerseits wurde die Seite Steigum.de gelauncht, um über das mögliche Einsparpotenzial zu informieren, wenn die alltäglichen Wege mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurücklegt werden. Andererseits bietet die Webseite Ausflugsziele für den kurzen Trip in der Umgebung an. Wer längere Strecken plant, kann auf der Webseite Biketour.guide auf Entdeckungstour gehen. Um auch unterwegs mit dem Smartphone neue Touren zu entdecken, wurde die App Biketour.Guide entwickelt. Der besondere Clou: Start ist immer der Ort, an dem man sich befindet – also einfach Ziel eingeben und losfahren. Zudem wird mit der App die Streckenführung optimiert, je nachdem ob man mit dem Mountainbike, Trekkingrad, Rennrad, E-Bike oder sogar zu Fuß unterwegs ist. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Daten werden also nicht gespeichert oder getrackt.

Kundenstamm

Eigentlich gehört jeder, der Radfahren kann, zur Zielgruppe. Viele Menschen haben ein Fahrrad im Keller stehen, benutzen es aber nur selten. Ein wichtiger Multiplikator für die App sind die Fahrradhändler. Gegen eine kleine Gebühr erhält der Fachhandel eine Lizenz für eine Premiumversion, die er mit jedem verkauften Fahrrad an seine Kunden gratis weitergibt. Vorteil für den Fachhandel: personalisierte Werbung über anstehende Wartung, Inspektionen oder Rabatte. Das stärkt die Kundenbindung. Vorteil für den Kunden: das kostenlose Freischalten zusätzlicher Funktionen. Weil immer mehr Städte und Gemeinden die Notwendigkeit der Mobilitätswende erkannt haben, um den Radverkehr effektiv auszubauen, kann die App Biketour.guide hier unterstützen. Das fängt bei der Verkehrsplanung an. Nutzer der App können freiwillig ihre Daten zur Verfügung stellen und so den Weg beispielsweise zur Arbeit tracken. Wo geht es besonders schnell oder langsam voran, welche Strecken eignen sich zum Ausbau?

Zukunftsvision

Ziel ist, dass das Fahrrad im Nahbereich die erste Wahl wird – auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit. Deutschland soll so bis 2035 vom Autoland zum Fahrradland werden – für eine lebenswerte Stadt, aktive und gesündere Bürger, die mit weniger Schadstoffemissionen belastet werden und auch im Alter noch aktiv bleiben. Deshalb bietet das Start-up einen Datenaustausch und Wissenstransfer mit den Kommunen zur Verbesserung der Radinfrastruktur an.

Fast2work GmbH

Branche: Fahrrad und Mobilität
Gründungsjahr: 2021
Gründer & Geschäftsführer: Ronald Bankowsky, Michael Ross
Unternehmenssitz: Oldenburg
Mitarbeiterzahl: 17

Bildquelle: Foto- und Bilderwerk

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