Außenseiter-Smartphones

Von Ara bis Ubuntu – Die im Verborgenen blühen

Alle reden von Smartphones mit Android oder iOS. Doch es gibt Konkurrenzsysteme. Sie suchen den Erfolg in der Nische, bei Einsteigern oder bei Securityfreaks.

Project Ara: Ein modulares Smartphone

Android regiert den Massenmarkt und iOS erfreut das Hipsterherz – so wirkt der Mobilmarkt aus der Ferne. Doch wer genau hinschaut, sieht überall blühende Biotope, teils winzige ökologische Nischen für Außenseiter-Smartphones.

Auch Google, der Megakonzern mit Startup-Selbstbild, versucht sich in einem Bereich, von dem noch niemand sagen kann, ob er überhaupt eine Marktnische ist. Es geht um „Project Ara“, das modulare Smartphone. Es soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen und ein Stecksystem aus Standardbauteilen sein.

Im Normalfall kauft der Kunde ein monolithisches System, in dem zum Teil nicht einmal die Akkus gewechselt werden können. Beim Ara-Smartphone dagegen ist alles austauschbar. Wer eine bessere Kamera, einen schnelleren Prozessor, einen stärkeren Akku oder ein zusätzliches Blitzlicht haben möchte, kann einfaches das passende Modul kaufen und die Kamera damit aufrüsten. Für alte Module könnte es dann einen Gebrauchtmarkt geben.

Ursprünglich hieß das Konzept Phonebloks und war eher die Studie eines Industriedesigners und Künstlers als ein durchdachtes Produkt. Doch Google-Tochter Motorola hat sich des Themas angenommen und die entsprechende Abteilung ist nach dem Motorola-Verkauf bei Google geblieben. Und nun gibt es bereits im April eine Entwicklerkonferenz. Das heißt wohl, dass sich die Idee mit den Modulen auch technisch in den Griff kriegen lässt.

Sicherheit als Verkaufsargument

Eine weitere Künstleridee ist die von der Maschine, die durch ihre Funktion kaputt geht. Das hat jetzt ein maximal unerwartetes Unternehmen verwirklicht: Das Boeing Black ist ein Hochsicherheits-Smartphone mit Verschlüsselung und einer Vorrichtung zur digitalen Selbstzerstörung. Verschiedene Sensoren im Gerät sollen erkennen, wann das Smartphone aufgeknackt wird. In diesem Fall löscht das Boeing Black alle Daten in seinen Flash-Speichern. Cobra, übernehmen Sie.

Auch ein zweites, ebenfalls schwarzes Smartphone widmet sich dem Trendthema Sicherheit: Das Blackphone der Anbieter Geeksphone und Silent Circle. Es besitzt zwar keine Selbstzerstörung, aber dafür ein gehärtetes Android, bei dem Kontakte, SMS und Telefonie durch spezielle, verschlüsselte Apps abgewickelt werden. Außerdem gibt es eine integrierte Firewall, mit der sich Verbindungen überprüfen und sperren lassen.

Die beiden schwarzen Boliden werden auf jeden Fall eines nicht sein: preisgünstig. Für das Gerät von Boeing ist erst gar kein Preis bekannt und das Blackphone kostet rund 450 Euro. Deutlich günstiger und für Einsteiger gedacht sind dagegen die neuen Firefox-Smartphones.  Obwohl die Hersteller ZTE und Huawei noch keine Preise nennen, handelt es sich rein von den Gerätedaten her um typische Einsteigermodelle mit mittlerer Leistung. Der Preis dürfte sich bei unter 100 Euro einpendeln.

Noch nicht ganz so weit wie das Firefox OS ist die Linux-Konkurrenz Ubuntu for Phones. Smartphones mit diesem System sind erst angekündigt und sollen im Laufe des Jahres erscheinen. Auch anderswo geht es vorwärts: Das viel gelobte Sailfish OS hat jetzt endlich die Versionsnummer 1.0 erreicht. Ende April will das finnische Unternehmen Jolla eine Variante des Betriebssystems herausbringen, die sich auf einigen Android-Smartphones installieren lässt, unter anderem Samsung Galaxy, Google Nexus und Sony Xperia.

Bildquelle: Google

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