Digitales Marketing

Von Data- zu Choice-Driven-Werbung?

Jan Heumüller, Managing Director bei Ogury, glaubt, dass der Haupttrend für die gesamte Werbeindustrie der Switch von Data-Driven- hin zu Choice-Driven-Werbung ist. Was das bedeutet, erläutert er im Interview.

Jan Heumüller, Managing Director bei Ogury

„Der durchschnittliche Nutzer verbringt fünf Stunden pro Tag mit seinem Smartphone“, meint Jan Heumüller, Managing Director bei Ogury.

Herr Heumüller, welche Bedeutung messen deutsche Unternehmen anno 2019 digitalen Marketing-Maßnahmen bei – im Vergleich zu klassischer, analoger Werbung?
Jan Heumüller:
Der digitale Werbemarkt wächst weiter rasant und hat z.B. die klassischen TV-Spendings schon lange hinter sich gelassen. Bei der digitalen Werbung sind Daten der Schlüssel, um das Nutzerverhalten und damit die Grundlage für die gesamte digitale Werbeindustrie zu verstehen. Ohne Nutzerzustimmung aber keine Daten – Daten sind nichts ohne die Einwilligung des Users wert. Unternehmen haben heutzutage die Möglichkeit, dem Anwender die Wahl zu überlassen, ob er seine Daten teilen möchte oder nicht. Oder ob er Werbung sehen möchte oder nicht. Dies ist im Digital-Advertising eine Revolution. Im TV ist man gezwungen, Werbung zu sehen. Im Radio kann man Spots nicht ausblenden und auch Zeitungen und Magazine enthalten Werbung. Die Wahl zu haben, Daten zu teilen oder nicht, ist die Hauptfrage für die User. Deren Beantwortung wird mit der Nutzung von Voice-Assistants noch wichtiger, da diese hinsichtlich User Privacy einige Sorgen bei den Usern auslösen.

Was sind die derzeit beliebtesten digitalen Marketing-Kanäle?
Heumüller:
Der durchschnittliche Nutzer verbringt fünf Stunden pro Tag mit seinem Smartphone und 81 Prozent der User haben ihr Smartphone zu jeder Tageszeit in Reichweite. Die Nutzung ist sehr persönlich und User suchen bei jeder Nutzung einen Mehrwert. Wenn man als Marketer die Mobile-Nutzung versteht, versteht man den User hinter dem Screen und kann diesen dann effektiv ansprechen. Um sich erfolgreich am Markt zu etablieren und zu bestehen, müssen Marken mit ihren Kunden via Smartphone in Kontakt kommen. Bei einer Studie mit über 287.000 Teilnehmern zeigte sich, dass 82 Prozent der User am liebsten über Mobile-Werbemittel oder E-Mails erreicht werden möchten. Benachrichtigungen wie beispielsweise Push-Benachrichtigungen oder SMS waren die am wenigsten präferierten Werbeformen.

Welche weiteren Trends sollten Werbetreibende für die Zukunft auf dem Schirm haben?
Heumüller:
Wir glauben, dass der Haupttrend für die gesamte Werbeindustrie (Werbetreibende, Publisher, Technologieanbieter) der Switch von Data-Driven- hin zu Choice-Driven-Werbung ist. Dies bedeutet, dass dem User die Entscheidung über die Nutzung seiner Daten und Einwilligung zum Erhalt von Werbebotschaften überlassen wird. Dies ist die einzige Möglichkeit, den User dazu zu bringen, digitaler Werbung zu vertrauen und sie auch zu begrüßen. Unsere Studie zeigte weiterhin, dass Werbung, sobald sie nur ansatzweise zudringlich ist, als störend empfunden wird – unabhängig davon, wie relevant die Botschaft sein mag oder über welchen Kanal sie empfangen wird (Display, Mobile, Voice,…).

Bildquelle: Ogury

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