Potential im B2B-Geschäft erkannt

VR-Technologie im Business

Unternehmen, die sich auf dem Weg zur Digitalisierung befinden, benötigen vernetzte IT-Lösungen, die einen effizienten und produktiven Arbeitsalltag ermöglichen. Mit welcher Strategie Samsung den Geschäftskundenbereich ausbauen möchte, berichtet Sascha Lekic, Direktor Sales B2B im Bereich IT & Mobile Communication.

  • Samsung Gear-VR-Brille

    Dank Super-Amoled-Display, weitem Sichtfeld, präziser Erkennung der Kopfbewegungen sowie geringer Latenz soll mit der Gear-VR-Brille virtuelles Vergnügen real werden.

  • Sascha Lekic, Samsung
  • Samsung Galaxy Tab Pro S

    Das Galaxy Tab Pro S verbindet die Vorzüge aus zwei Produktwelten: Es ist mobil wie ein Tablet und produktiv wie ein Notebook. Der Funktionsumfang von Windows 10 soll den Trend „Mobile Working“ fördern.

Herr Lekic, neben dem B2C-Geschäft baut Samsung seit einiger Zeit das B2B-Segment aus. Warum ist dieser Geschäftsbereich interessant?
Sascha Lekic:
Wir können im Markt beobachten, dass zwei ­Welten zusammenwachsen: Die technologischen Entwicklungen im B2C- und B2B-Umfeld verschmelzen immer stärker, denn Anwender möchten heute auf gewohnte Mobiltechnologien auch im beruflichen Umfeld nicht verzichten. Daher nutzen wir unsere Position im Consumer-Segment, um das B2B-Geschäft strategisch weiterzuentwickeln und Unternehmen bei der ­digitalen Transformation zu unterstützen. Beim Aufbau des B2B-Geschäfts haben wir Trends wie die „Consumerization of IT“ aktiv mitgestaltet und Synergien geschaffen. Zusammen mit unseren Partnern ermöglichen wir Unternehmen jeder Größe, ihre Geschäftsprozesse schneller, flexibler und effizienter zu gestalten und bieten konvergente Lösungen für das ­digitale und mobile Zeitalter. Dabei hat sich Samsung zum Ziel gesetzt, bis 2020 einen substantiellen Teil des Gesamtumsatzes mit B2B-Lösungen zu erwirtschaften. Schon heute wachsen wir in Deutschland in diesem Geschäftsbereich mit etwa 25 Prozent.

Investitionen in Mobilität werden jetzt und in Zukunft zu den zentralen Fragestellungen und Entscheidungen für Unternehmen gehören. Daher sehen wir in mobilen B2B-Lösungen einen vielversprechenden Wachstumsmarkt, den wir weiterhin gezielt ausbauen möchten.

Welche Erwartungen stellen denn insbesondere ­Business-Anwender an ihre mobilen Arbeitsgeräte?
Lekic:
Grundsätzlich gilt: Anwender wünschen sich Komfort; Unternehmen Sicherheit. Damit sind die zentralen Anforderungen an mobile Arbeitsgeräte im Business-Umfeld kurz umschrieben. Unsere Aufgabe sehen wir darin, beide Anforderungen in Einklang zu bringen. Nur so kann mobiles Arbeiten die Produktivität des Unternehmens und gleichzeitig die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern. Dabei entwickelt sich die mobile Technologie zu einem immer wichtigeren Erfolgsfaktor für Arbeitgeber. Denn vor allem für hochvernetzte, innovationsfreudige Mitarbeiter ist moderne Technik am Arbeitsplatz wichtig.

Unser Ansatz in der Technologieentwicklung stellt zunächst den Anwender in den Fokus. Wenn es um den Einsatz mobiler Endgeräte im Geschäftsumfeld geht, sind für Anwender neben der intuitiven Bedienbarkeit vor allem Merkmale wie lange Akkulaufzeiten und ausreichend Speicherkapazitäten wichtig.

Für das Unternehmen steht zunächst der sichere Einsatz mobiler Arbeitsgeräte im Vordergrund. Aber auch die unternehmensweite Verwaltung sowie die Möglichkeit, mobile Android-Geräte auf das jeweilige Geschäftsfeld anzupassen, sind wichtig. Mit Knox haben wir eine sichere mobile Plattform entwickelt, die IT-Abteilungen weitgehende Kontrolle über die Unternehmensdaten gibt. Gleichzeitig ermöglicht sie Anwendern, auf mobilen Geräten zwischen beruflichen und privaten Inhalten zu wechseln – ohne Einschränkung der Privatsphäre.

Neben einer mobilen Sicherheitsarchitektur bieten wir Unternehmen die Möglichkeit, Geräte für ihre Branche und den jeweiligen Einsatzbereich anzupassen und stellen dafür eine zweckgebundene Benutzeroberfläche zur Verfügung. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil einer zeitgemäßen und sicheren Unternehmens-IT sind Mobile-Device- und Enterprise-Mobility-Management-Lösungen. Um diese anbieten zu können, haben wir uns mit Partnern wie Blackberry, Mobile Iron und Airwatch zusammengeschlossen. Im Rahmen des neuen Enterprise-Device-Programms bieten wir Unternehmen zudem regelmäßige Sicherheits-Updates sowie eine zweijährige Warenverfügbarkeit für neue Business-Smartphones und damit eine verbesserte Planbarkeit für die IT-Abteilung.

Inwieweit wird Samsung das Portfolio um Produkte und Lösungen künftig erweitern, um das B2B-Segment voranzubringen?
Lekic:
Wir entwickeln unser mobiles Portfolio fortlaufend weiter, um digitale Transformationsprozesse im B2B-Bereich zu unterstützen. Dabei verstehen wir uns als Impulsgeber für Unternehmen in Bezug auf Technologietrends und bieten unseren Partnern mehr als nur Smartphones und Tablets. Mit Wearables, der Gear VR und Gear 360 haben wir ein neuartiges mobiles Ökosystem geschaffen, das wir bedienen können. Dabei unterstreicht insbesondere das Thema „Virtual Reality“ (VR) unser Potential im B2B-Sektor. Wir arbeiten bereits mit deutschen Unternehmen an neuen VR-Anwendungen im B2B-Umfeld und freuen uns über die Nachfrage in diesem Bereich. Dabei reichen Anwendungsszenarien vom Einsatz im Schulungsbereich bis zu neuen Formaten für die Entertainment-Industrie. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir Unternehmen dabei, VR-Technologien gewinnbringend in Geschäftsumfelder zu integrieren, mit bestehenden Infrastrukturen zu vernetzen und auf individuelle Bedürfnisse abzustimmen.

Unser Partnernetzwerk nutzen wir als strategische Säule auch übergreifend im gesamten B2B-Bereich, um das Lösungsgeschäft weiter voranzutreiben. Zudem profitieren unsere Kunden von den Möglichkeiten unseres konvergenten Gesamtportfolios, das neben mobilen Endgeräten auch Display-Technologie, Storage und Printing Solutions umfasst, die zu integrierten Lösungen kombiniert werden können. Dabei ist es unser Ziel, mit mobilen Technologien den Arbeitsplatz der Zukunft nachhaltig zu gestalten und dabei auch in Bereiche vorzudringen, in denen mobile Anwendungen bislang noch nicht denkbar waren – so beispielsweise in Gefahrenbereichen in der Industrie.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona haben Sie u.a. die Smartphone-Modelle Galaxy S7 und S7 Edge vorgestellt. Welche Käufergruppe sprechen Sie mit diesen an?
Lekic:
Im Alltag der Menschen spielt das Smartphone mittlerweile eine elementare Rolle – sowohl im Privat- als auch im Berufsleben. So ist es für uns entscheidend, Smartphones zu entwickeln, die den Anforderungen der Anwender an einen mobilen Lebensstil gerecht werden. Mit dem Galaxy S7 und S7 Edge adressieren wir eine breite Zielgruppe – auch unter den Business-Anwendern.

Inwieweit gibt es überhaupt noch neue Designs und Innovationen auf einem nahezu gesättigten Mobilfunkmarkt?
Lekic:
Samsung hat alleine 2015 14,1 Mrd. US-Dollar in Forschung und Entwicklung (F&E) investiert – das entspricht rund 38 Mio. US-Dollar pro Tag. Damit sind wir laut Strategy & Analytics erneut das Unternehmen mit der weltweit zweithöchsten Investitionsrate in diesem Bereich. Etwa 25 Prozent aller Mitarbeiter arbeiten in den insgesamt 36 F&E-Centern weltweit. Diese Zahlen zeigen, welchen Stellenwert Innovation für uns im Unternehmen hat. Diesen Anspruch vertreten wir auch weiterhin auf dem Mobilfunkmarkt. Dabei konzentrieren wir uns insbesondere auf den Markt für Premiumgeräte. Allerdings ist es an der Zeit, das Smartphone im Kontext neuer mobiler Ökosysteme zu sehen: Es ist und bleibt die zen­trale Schaltstelle im mobilen Kosmos – doch mit dem Fortschreiten von Wearables und VR-Lösungen entwickeln sich neue mobile Bereiche, die Potentiale bergen und den Mobilmarkt insgesamt weiter beflügeln werden.

Mit dem neuen Galaxy Tab Pro S hat das Unternehmen seit langem wieder ein Windows-Gerät präsentiert. Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?
Lekic:
Microsoft ist seit jeher ein sehr wichtiger Partner für uns. Aus dieser langjährigen Partnerschaft ist ein neues Produkt entstanden, das unser Portfolio sinnvoll erweitert. Wir haben schon früh festgestellt, dass sich der klassische PC-Markt verändert. Gerade für das mobile Arbeiten wächst der Bedarf kontinuierlich und es zeichnet sich aktuell ein deutlicher Trend Richtung Convertibles ab: Halb Notebook, halb Tablet bieten sie die Möglichkeit, Mobilität und Produktivität optimal zu verbinden. Mit dem Tab Pro S gestalten wir diesen Trend zum mobilen Arbeiten mit. Das 2-in-1-Gerät kombiniert mobile Samsung-Technologie mit den produktiven Fähigkeiten von Windows 10. Und es beweist: Wir sind heute in der Lage, schlanke, leichte mobile Geräte anzubieten, die mit oder ohne Tastatur und Stift den Bedürfnissen der Anwender gerecht werden und ihnen mehr – und vor allem flexiblere Einsatzmöglichkeiten – bieten als klassische Notebooks.

Der Markt für 2-in-1-Geräte – die sogenannten Convertibles – ist hart umkämpft. Wo positionieren Sie sich mit dem neuen Modell?
Lekic:
Wir konnten im vergangenen Jahr unseren Marktanteil im Bereich „Tablets“ weiter ausbauen. Auch zukünftig sehen wir ein großes Potential in diesem Bereich. Die Entwicklung des Galaxy Tab Pro S war ein wichtiger Schritt, um unser Portfolio zu erweitern. Wir sprechen damit bewusst eine Zielgruppe an, die ein Gerät für das mobile Arbeiten sucht.

„Virtual Reality“ ist spätestens seit dem Auftritt von Mark Zuckerberg in Barcelona ein Thema. Welche Anwendungsbereiche sehen Sie für die Zukunft?
Lekic:
Den Einsatzmöglichkeiten der Virtual-Reality-Technologie im Business-Umfeld sind kaum Grenzen gesetzt. Mit VR erschließen wir realitätsnahe digitale Erlebniswelten, die neue Geschäftsmodelle beflügeln und bestehende Geschäftsmodelle neu beleben können. Schon heute finden sich ­zahlreiche Anwendungsszenarien, die veranschaulichen, wie gewinnbringend sich Virtual Reality einsetzen lässt – sei es in der Therapie, als neue Formate in der Entertainment-Industrie oder als Bestandteil visionärer Store-Konzepte. Auf unserer diesjährigen Roadshow haben wir beispielsweise VR genutzt, um Lösungswelten zu inszenieren und unseren Partnern eine virtuelle Bühne zu geben. Während der physische Messeaufbau nur in Köln zu sehen war, wurde die Ausstellung auch in anderen Städten für Besucher über eine VR-Tour erlebbar gemacht.

Und der Ausblick auf die Anwendungsszenarien der Zukunft ist spannend: Heute wird VR-Technologie in Reisebüros eingesetzt, um einen realitätsnahen Vorgeschmack auf den Urlaub zu geben. Morgen reisen wir vielleicht komplett virtuell: Mit VR-Headset umgeben von passenden Geräuschs- und Geruchskulissen kommt das Urlaubserlebnis ins Wohnzimmer – so lesen sich mögliche Szenarien in Zukunftsreports. Klar ist: VR birgt revolutionäres Potential. Dies haben auch viele Unternehmen bereits erkannt, und gerade im B2B-Bereich ist die Nachfrage nach VR-Technologie aktuell enorm groß.


Sascha Lekic …
… ist seit dem 1. Juni 2014 Director Sales B2B im Bereich IT & Mobile Communication bei Samsung Electronics. In dieser Position baut er den Vertrieb der mobilen Produkte und Lösungen im Firmenkundensegment in Deutschland weiter aus. Vor seinem Wechsel zum Elektronikkonzern war er u.a. bei Apple, Blackberry, Dell und Lenovo in führenden Positionen tätig.

Samsung Electronics …
… ist ein südkoreanischer Elektronikkonzern mit weltweit 307.000 Beschäftigten in 84 Ländern. Seinen Hauptsitz hat der Konzern in Seoul. Samsung bietet
ein Portfolio, das von Fernsehern, Smartphones,
Wearables, Tablets, Kameras, Druckern und Haushaltsgeräten über Netzwerksysteme bis hin zu Medizintechnik, Halbleitern und LED-Lösungen reicht.


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