Das Logo von Volkswagen auf dem Dach des Markenhochhauses auf dem Werksgelände ((Bildquelle: Swen Pförtner/dpa))
Mit der ADP auf Basis von Azure will die Car Software Organisation Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen im Pkw für die Marken des Volkswagen-Konzerns effizienter entwickeln. Volkswagen und Microsoft arbeiten bereits seit 2018 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft gemeinsam an der Automotive Cloud, die künftig alle digitalen Dienste und Mobilitätsangebote von Volkswagen umfassen soll.
Fahrerassistenzsysteme und automatisiert fahrende Fahrzeuge können die Sicherheit verbessern und gleichzeitig Stau reduzieren sowie Mobilität komfortabler machen. Die Entwicklung derartiger Lösungen erfordert enorme Rechenleistungen. Jeden Tag müssen Petabytes an Daten über Straßen- und Wetterbedingungen, Hinderniserkennung und Fahrverhalten für das Training, die Simulation und die Validierung der automatisierten Funktionen verarbeitet werden. Algorithmen, die aus Milliarden realer und simulierter Fahrkilometer lernen, sind der Schlüssel für die Entwicklung vernetzter Fahrerlebnisse.
Die ADP soll die Entwicklerarbeit vereinfachen, indem sie das „Lernen aus gefahrenen Kilometern“ über eine zentrale Datenbank ermöglicht. Hierbei fließen Verkehrsdaten von Fahrzeugen des Konzerns ebenso ein wie Simulationsdaten. Die Cloud-, Daten- und Machine-Learning-Dienste von Azure sowie Microsofts Know-how für agile Software-Entwicklung sollen die Basis für den Aufbau einer zentralen Entwicklungsumgebung für die weltweiten Entwicklungsteams bilden. Mithilfe der ADP sollen sich die Entwicklungszyklen von Monaten auf Wochen verkürzen. Selbst große Datenmengen ließen sich effizient verwalten, heißt es.
Beide Unternehmen wollen zudem Technologiepartnern ermöglichen, Werkzeuge und Dienste zu entwickeln, die in die Plattform integriert werden können, um so die Entwicklung assistierter und automatisierter Fahrfunktionen weiter zu verbessern.
Bis 2025 möchte der Konzern rund 27 Mrd. Euro in die Digitalisierung investieren und den Eigenanteil an der Software-Entwicklung im Auto von heute zehn Prozent auf 60 Prozent erhöhen. Das im vergangenen Jahr gegründete Software-Unternehmen spielt eine Schlüsselrolle bei der Transformation zu einem Software-getriebenen Mobilitätsanbieter. Die Software-Kompetenz des Konzerns soll kontinuierlich erweitert werden.
Microsoft ist einer der wenigen Techriesen ohne ein eigenes Autoprojekt. Die Google-Schwesterfirma Waymo und Apple arbeiten an eigener Software zum autonomen Fahren, Amazon kaufte die Roboterwagenfirma Zoox. Microsoft wolle nicht mit seinen Kunden konkurrieren, betont Manager Scott Guthrie. Außerdem habe der Konzern bereits in den 90er-Jahren erkannt, dass Unternehmen, die alles machen wollten, nicht erfolgreich seien.
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