Millionen-Crowdfunding

Warum es sich lohnt, Ubuntu Edge zu unterstützen

Das geplante High-End-Smartphone Edge soll die Open-Source-Idee bei Technik und Produktion verkörpern. Finanziert wird es über eine internationale Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Innerhalb von 30 Tagen soll für eine limitierte Produktionsserie von 40.000 Geräten die stolze Summe von 32 Millionen US-Dollar generiert werden. Die Kampagne endet am 21. August 2013.

Innerhalb von knapp acht Stunden sammelte das neben einer großen Entwicklergemeinde hinter dem bekannten Linux-OS Ubuntu stehende Unternehmen Canonical für das Smartphone Ubuntu Edge insgesamt zwei Millionen US-Dollar ein. Nie zuvor wurde bei einer Indiegogo-Kampagne eine so große Summe in so kurzer Zeit eingesammelt.  Die Crowdfunding-Initiative zur Entwicklung von Ubuntu Edge hat bisher insgesamt mehr als acht Millionen Euro eingesammelt. Besonders großen Anklang findet das Projekt in Deutschland, von wo nach den USA die meisten Unterstützer kommen (siehe Rangliste unten).

Doch nun wird es knapp: in den verbleibenden gut zwei Wochen einen noch größeren Betrag - die fehlenden 24 Millionen - zu generieren, wo doch viele Enthusiasten schon in den steilen ersten Stunden gespendet haben, könnte schwierig werden. Manch einer stimmt daher schon den Abgesang auf das Edge ein.

Warum es sich lohnt, dieses Projekt zu unterstützen

Das Smartphone soll, wenn es denn nach erfolgreicher Finanzierungskampagne in die Produktion geht, exklusiv für die Crowdfunding-Unterstützer erhältlich sein. Das Edge verspricht offene Hardware, offene Software sowie die Weiterentwicklung durch die Gemeinschaft. Und dieses Prinzip der Open-Source-Gemeinde hat der Innovationskraft der IT-Branche bisher immer gut getan.

Natürlich könnte sich auch (noch?) ein großer Carrier beteiligen, Canonical hat unlängst ein Advisory Board gegründet. Aber diese Giganten unterstützen nun mal lieber an den Massenmarkt und damit angepasste Produkte ohne Risiko, erklärt Simon Phipps auf InfoWorld. Er setzt sich sogar mit der zynischen Frage auseinander, warum denn der Endnutzer das neue Spielzeug von Millionär Mark Shuttleworth sponsern solle. Vielleicht, weil es eine der wenigen Hoffnungen neben Firefox OS auf eine offene Smartphone-Zukunft ist.

Alle Förderer, die sich jetzt mit 780 Dollar an der Crowdfunding-Initiative beteiligen, sollen im Mai 2014 ein Edge-Smartphones erhalten. Canonical verspricht: Die Unterstützer-Beiträge der Indiegogo-Kampagne fließen fast komplett in die Herstellung und Auslieferung der Endgeräte.

Canonical-Boss Mark Shuttleworth gibt sich kämpferisch: „Um die Zukunft der mobilen Geräte Realität werden zu lassen, müssen wir alle bisherigen Rekorde der Crowdfunding-Branche brechen. Aber wenn es genug Enthusiasten gibt, die sich in puncto Performance, Speicher, Bildschirm, Akku und Bandbreite nur mit dem Besten vom Besten zufrieden geben, wird Ubuntu Edge zu einem Katalysator für großartige Innovation werden und einen Vorgeschmack davon liefern, wie das Telefon der Zukunft aussehen wird.”

Was das Edge-Gerät verspricht

Neben den beeindruckenden Hardware-Werten ist besonders die geplante Dual-Boot-Funktion mit Ubuntu Phone OS und Android spannend. Neben dem vielversprechenden Ubuntu OS kann der Nutzer also auch stets auf das bewährte und ausgereifte Android-System zurückgreifen.

Außerdem soll es möglich sein, dank integriertem Ubuntu Desktop OS mit einem verbundenen Monitor das Smartphone als vollwertigen PC einzusetzen. So kann der Anwender sämtliche Ubuntu-Desktop-Komponenten nutzen und hat gleichzeitig Zugriff auf alle Dateien, die sich auf seinem Smartphone befinden. Dies besitzt durchaus das Potential, den Smartphone-Markt aufzubrechen und ist auch für Business-Anwender interessant. Denn welcher Außendienstler bräuchte da noch einen stationären Rechner?

Angebot für Unternehmen

Canonical schielt auf diese Unternehmensanwender und bietet das "Enterprise 100 Bundle" an. Für 80.000$ erhält ein Unternehmen 100 Ubuntu Edge Smartphones, Workshops und Support. (Update vom 8.6.: Informationsdienstleister Bloomberg unterstützt mit 80.000 US-Dollar die Kampagne und sichert sich 100 Geräte.)

Damit das Gerät über die erforderliche Leistung - auch als Desktop-Rechner - verfügt, ist Ubuntu Edge mit dem neuesten Prozessor, mindestens 4GB RAM und 128GB Datenspeicher ausgestattet. Anstelle des bei Smartphones üblichen Glas-Displays wird ein Bildschirm verwendet, der aus reinem Saphir-Kristall besteht und so hart sein soll, dass man ihm allenfalls mit einem Diamanten Kratzer zufügen könne. Zudem kommt im Ubuntu Edge erstmals auch die Siliziumanoden-Akkutechnologie zum Einsatz, die besonders langlebig sein soll. Eine Dual-LTE-Lösung will für ein schnelles Roaming mit Zugang zu 4G-Breitbandnetzen in sämtlichen Ländern mit entsprechender Netzversorgung sorgen.
 
„Ubuntu Edge ist das ultimative Konvergenzgerät und stellt die bestehenden Konzepte für PCs und Smartphones auf den Prüfstand. Mit unserem Ansatz, die Finanzierung der Entwicklung und Produktion über eine Crowdfunding-Kampagne zu realisieren, gehen wir gleichzeitig neue Wege, um die Nachfrage nach zukunftsweisenden Technologien und einer neuen Klasse von Geräten abzusichern. Dabei haben wir uns zwar ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, aber die Förderung und Unterstützung von Ubuntu Edge ist die beste Möglichkeit, um diese innovativen Technologien schneller auf den Markt zu bringen”, erläutert Mark Shuttleworth, Gründer von Ubuntu.

Ubuntu Edge: Technische Daten

  • Multi-Core-CPU mit mindestens 4GB RAM
  • 128GB Datenspeicher für Bilder, Musik und Daten
  • 4,5-Zoll-Display mit einer HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln
  • Display aus reinem Saphir-Kristall,
  • Rückkamera mit 8MP, Frontkamera mit 2MP
  • Dual-LTE, Dual-Band 802.11n Wi-Fi, Bluetooth 4, NFC
  • Anschluss an HDMI-Fernseher und HDMI-Monitore über MHL-Stecker und 3,5mm-Buchse
  • GPS, Beschleunigungssensor, Gyroskop (Kreiselinstrument), Näherungssensor, Kompass, Barometer
  • Stereo-Lautsprecher mit HD Audio, Doppelmikrofon-Aufzeichnung, aktive Rauschunterdrückung
  • Siliziumanoden-Lithium-Ionen-Akku
  • Micro-SIM
  • Abmessungen: 64 mm x 9 mm x 124mm 

Länderrangliste der Förderer von Ubuntu Edge

  1. USA
  2. Deutschland
  3. Vereinigtes Königreich
  4. Niederlande
  5. Australien
  6. Kanada
  7. Schweden
  8. Frankreich
  9. Singapur
  10. Brasilien


Videos und Bilder: http://www.indiegogo.com/projects/ubuntu-edge

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