Bevor 5G in Deutschland an den Start gehen kann, steht Anfang 2019 erst noch die Frequenzvergabe an.
In diesem Zusammenhang hat das BMVI bereits in der vergangenen Woche neue Förderrichtlinien für das künftige Breitbandprogramm vorgestellt. Für morgen ist bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) zudem eine mündliche Anhörung der Präsidentenkammer zur Vergabe der Frequenzen für 5G geplant. In der Anhörung sollen die wesentlichenregulatorischen Aspekte des Verfahrens zur Vergabe der Frequenzen aus den Bereichen 2 GHz und 3,4 bis 3,7 GHz erörtert werden. Dies beinhalte insbesondere die Themen Versorgungsverpflichtung, Diensteanbieter-Regelung und nationales Roaming.
Die Anstrengungen seitens des Bundesministeriums rufen die betroffenen Anbieterverbände auf den Plan, die unisono den Ausbau digitaler Infrastrukturen in Deutschland als wichtigen Wettbewerbsfaktor fordern. Laut Eco, dem Verband der Internetwirtschaft, sei dabei jede Kooperation zwischen den Mobilfunknetzbetreibern untereinander und mit den Festnetzbetreibern zu begrüßen, da alle Mobilfunkmasten sukzessive auch mit Glasfaserleitungen angeschlossen werden: „Um die Potentiale des Mobilfunkstandard 5G auszuschöpfen ist nicht nur eine Glasfaseranbindung der Sendestationen erforderlich, sondern auch deutlich kleinere Funkzellen als heute üblich, um die Versorgung mit schnellen Mobilfunkverbindungen zu realisieren“, erläutert Klaus Landefeld, Eco-Vorstand für Infrastruktur & Netze. Da aber für diese Anbindung der Mobilfunkmasten überwiegend Tiefbauarbeiten erforderlich seien, müsste man diesbezüglich kurzfristig auch den derzeit vorherrschenden Fachkräftemangel beim Tiefbau anzugehen. „Denn fehlende Kapazitäten verzögern ebenso wie beim Breitbandausbau den Baubeginn, verlängern die Bauzeit und treiben die Kosten des Ausbaus in die Höhe“, so Landefeld.
Seitens des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko) appellierte man im Vorfeld des Gipfels an das BMVI, sich für regionale Frequenzzuteilungen sowie eine Diensteanbieter- und MVNO-Verpflichtung (Mobile virtual network operator) der künftigen 5G-Frequenzinhaber stark zu machen. Auf diese Weise solle der Wettbewerb im Mobilfunk belebt und die Produkt- und Anbietervielfalt gesteigert werden, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. „Je mehr zukunftssichere Glasfaser beim Rollout der 5G-Netze vorhanden ist, desto höher wird auch die Qualität des künftigen Mobilfunks in Deutschland sein“, meint Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers .
Desweiteren erachtet Eco den überwiegend privatwirtschaftlichen Ausbau der Gigabit-Netze als wichtigste Säule zum Erreichen der Gigabitziele. Entsprechend rät der Verband der Bundesregierung, nicht auf Maximalerlöse bei den 5G-Frequenzauktionen zu setzen, da diese Mittel den betroffenen Unternehmen fehlen. Auch „erdrosselnde“ Versorgungsauflagen und regulatorische Eingriffe bewertet Eco als kontraproduktiv: „Die neue 5G-Technologie allein ermöglicht es den Betreibern nicht, bestehende Funklöcher wirtschaftlich tragfähig zu schließen. Geeignet sind vielmehr Kooperationen und Vereinbarungen zwischen allen Akteuren“, sagt Landefeld.
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