Herausforderung bei der Lösungsauswahl

Was das MDM erfüllen muss

Laut Thorsten Staudenmaier-Föhr, Solutions Manager für den Bereich Enterprise Mobility Solutions (EMS) bei CHG-Meridian, liegen bei der Auswahl einer passenden MDM-Lösung die eigentlichen Herausforderungen. Für einige Anforderungen in den Unternehmen würden sich nur bestimmte Geräte eignen. Diese wiederum stünden teilweise nur mit einem Betriebssystem zur Verfügung. Das MDM müsse also zwingend heterogene Anforderungen erfüllen.

Thorsten Staudenmaier-Föhr, CHG-Meridian

„Die Lizenzen der üblichen MDM-Lösungen beeinflussen die Nutzung der mobilen Endgeräte nicht – egal ob die Nutzung im Aus- oder Inland stattfindet“, so Thorsten Staudenmaier-Föhr von CHG-Meridian.

Herr Staudenmaier-Föhr, welche Bedeutung hat Mobile Device Management (MDM) aktuell in den Unternehmen? Inwieweit greifen Firmen auf entsprechende Lösungen zurück?
Thorsten Staudenmaier-Föhr:
Das Mobile Device Management (MDM) hat in unserer Wahrnehmung eine sehr hohe Bedeutung für Unternehmen. Viele Unternehmen setzen entsprechende Lösungen ein – teilweise erfüllen diese die heutigen Anforderungen an die Verwaltung mobiler Endgeräte nicht mehr. Dies hängt damit zusammen, dass die mobile Gerätevielfalt mit Smartphones, Tablets bis hin zu den Rugged Devices deutlich zugenommen hat und damit auch die Anforderungen an ein MDM gestiegen sind.

Wann macht MDM in einem Unternehmen überhaupt Sinn? Sprich: Von welchen Kriterien ist der MDM-Einsatz abhängig?
Staudenmaier-Föhr:
MDM macht bei hohen Stückzahlen, also etwa ab 100 Geräten, die sicher verwaltet werden sollen, Sinn. Die Kriterien sind:

  • Sicherheit verlässlich und auf allen im Unternehmen befindlichen Geräten
  • Einheitliche Konfigurationen zur vereinfachten Verwaltung
  • Sicherstellung der Aktualität auf allen Geräten
  • Alle im Unternehmen integrierten Geräte sind im Überblick

Worin bestehen die Herausforderungen bei der Einführung einer MDM-Lösung?
Staudenmaier-Föhr:
Herausforderungen bestehen – nach unserer Erkenntnis – auf zwei Ebenen. Bei der ersten Ebene – der technischen – besteht die Herausforderung darin, für die entsprechenden Geräte und Plattformen (iOS/Android) die benötigten Funktionalitäten zur Verfügung zu haben. Die zweite Ebene umfasst die organisatorischen Aufgabenstellungen, d.h. mit welchem MDM die Benutzung des mobilen Gerätes für den Mitarbeiter unkompliziert und komfortabel bleibt.

Stichwort „Nutzerakzeptanz“: Wie reagieren Mitarbeiter oftmals auf die Einführung von MDM?
Staudenmaier-Föhr:
Sicherlich gibt es seitens der Mitarbeiter unterschiedliche Reaktionen auf die Einführung eines MDM. Wird jedoch darauf geachtet, dass der Mitarbeiter das MDM gar nicht „spürt“, ist auch die Nutzerakzeptanz gegeben.

Durch MDM werden mobile Geräte transparent und auswertbar. Inwieweit lassen MDM-Lösungen tatsächlich auch Rückschlüsse auf das Benutzerverhalten zu?
Staudenmaier-Föhr:
Diese Möglichkeit ist technisch sicherlich gegeben. Der aktuelle Datenschutz sowie betriebliche Regelungen in den Unternehmen schließen diese Auswertbarkeit in der Regel aus. Zudem können über das Benutzerverhalten auch Optimierungen realisiert werden, die letztendlich auch dem Mitarbeiter zugutekommen oder ihm eine vereinfachte Bedienung ermöglichen. Transparenz ist ja nicht immer negativ.

Stichwort „Heterogenität“: Inwieweit lassen sich Mitarbeitermobilgeräte effizient mit MDM managen, wenn unterschiedliche Modelle und Betriebssysteme zum Einsatz kommen?
Staudenmaier-Föhr:
Genau hier liegen bei der Auswahl des passenden MDM die eigentlichen Herausforderungen. Für einige Anforderungen in den Unternehmen eignen sich nur bestimmte Geräte. Diese wiederum stehen teilweise nur mit einem Betriebssystem zur Verfügung. Das MDM muss also zwingend heterogene Anforderungen erfüllen.

Inwieweit kann die Datensicherheit der Mobilgeräte durch das eingesetzte Betriebssystem gefährdet werden?
Staudenmaier-Föhr:
Die Datensicherheit kann dadurch sehr stark gefährdet werden. Die unterschiedlichen Betriebssysteme für mobile Endgeräte bieten unterschiedliche Standards bzgl. der Datensicherheit. Da die mobilen Geräte mittlerweile Teil des Unternehmensnetzwerkes sind, sollte diese Gefahr auch nicht unterschätzt werden. Aus diesem Grund ist das eingesetzte Betriebssystem ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl der richtigen mobilen Unternehmensstrategie.

Inwieweit ist das Mobile Device Management auch grenzüberschreitend zuverlässig, z.B. wenn ein Mitarbeiter mit seinem Mobilgerät im Ausland unterwegs ist?
Staudenmaier-Föhr:
An dieser Stelle spielt – aus unserer Sicht – das MDM nicht die führende Rolle. Hier sind die jeweiligen Tarife entscheidend. Das Tarif-Management erfolgt nicht über das MDM. Hierfür existieren andere Tools – auf diesen Themenbereich fokussierte Produkte.

Mit welchen Stolpersteinen ist hier zu rechnen?
Staudenmaier-Föhr:
Stolpersteine liegen hier wiederrum in den Tarifen. Je nachdem, wie die Tarife für die Nutzung im Ausland vereinbart wurden. Auch hier leisten Tools entsprechende Abhilfe sowie auch unsere Gesamtlösung. Mit Enterprise Mobility Solutions (EMS) filtern wir genau diese Stolpersteine raus, bevor Kunden deswegen „auf die Nase fallen“.

Wie sorgt eine MDM-Lösung für Sicherheit, wenn ein Mobilgerät im Ausland verloren geht oder gestohlen wird?
Staudenmaier-Föhr:
Diese Leistung kann hingegen vom MDM erbracht werden. Mittlerweile kann jedes marktübliche MDM Geräte aus der Ferne sperren bzw. „wipen“. Remote Wipe ist ein Sicherheitsfeature, das es einem MDM-Administrator erlaubt, aus der Ferne Daten auf einem Smartphone oder Tablet zu löschen.

Welchen Einfluss hat grenzüberschreitendes MDM auf die Kosten?
Staudenmaier-Föhr:
Aus unserer Sicht keine wesentlichen. Die Lizenzen der üblichen MDM-Lösungen beeinflussen die Nutzung der mobilen Endgeräte nicht – egal ob die Nutzung im Aus- oder Inland stattfindet. Ein Kostenfaktor kann an dieser Stelle nur der Betrieb der MDM-Installation in mehreren Ländern darstellen.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Richtung wird das Mobile Device Management anno 2017 noch einschlagen?
Staudenmaier-Föhr:
Es wird über weitere Geräte mit integrieren und mit dem klassischen Client-Management zusammenwachsen. Funktionen, die heute noch von getrennten Tools erledigt werden, finden sich dann im MDM vereint. Da IT-Arbeitsplätze zunehmend mobil und flexibel werden, wird die Verwaltung über das MDM immer passender. Notebooks, Convertibles sowie Desktop-PCs werden dann in die Verwaltung aufgenommen.

Bildquelle: CHG-Meridian

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