Schwachpunkt Akku?

Was Smartwatch-Nutzer kritisieren

Im Interview verrät Marcel Kemmann, Country Product Manager für Wearables bei der Asus Computer GmbH, was Smartwatch-Nutzer häufig noch an ihren smarten Uhren kritisieren und wie es um die Sicherheit der Geräte bestellt ist.

Marcel Kemmann, Asus

„Das Android Wear OS bietet inzwischen die Möglichkeit, eine Displaysperre einzurichten, sodass ein unberechtigter Zugriff erschwert wird“, betont Marcel Kemmann von Asus.

Herr Kemmann, welche Rolle spielen Smartwatches anno 2016 in Deutschland?
Marcel Kemmann:
Im internationalen Vergleich sind die deutschen Nutzer zurückhaltender. Nach aktuellen GWI-Zahlen nutzen vier Prozent der Befragten eine Smartwatch, während es weltweit bereits rund zehn Prozent sind.

Inwieweit kommen Smartwatches im Geschäftsalltag zum Einsatz?
Kemmann:
Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass das Warten auf eine wichtige Nachricht in Gesprächen oder Meetings durchaus nervenaufreibend sein kann. Am Handgelenk erfahren Träger von Smartwatches eine diskrete Benachrichtigung, ohne ständig auf das Smartphone schauen zu müssen. Ich persönlich nutze am Steuer gern die Möglichkeit, ohne hinzusehen Erinnerungen per Spracheingabe speichern zu können, an die ich im Büro oder Zuhause noch denken muss.

Was macht eine gute Smartwatch konkret aus?
Kemmann:
Eine gute Smartwatch sollte sowohl einen bestmöglichen Ersatz für eine klassische Armbanduhr bieten als auch smarte Funktionen wie Benachrichtigungen, Aktivitäts-Tracking und Sprachbedienung mit sich bringen, die dem Träger den Alltag erleichtern.
Abgerundet wird dies im besten Fall durch eine Akkulaufzeit, die mehr als 24 Stunden beträgt.

Welche Funktionen sind bei den Nutzern besonders gefragt?
Kemmann:
Viele Nutzer mögen die Möglichkeit, das Zifferblatt sekundenschnell individuell anpassen zu können, aber ebenso viele legen besonders auf die bereits angesprochenen Benachrichtigungen wert. Aktuell gibt es hier aber noch keinen klaren Trend, denn genauso wenig lässt sich Anwendern momentan klar empfehlen, worin der große Nutzen einer Smartwatch eigentlich liegt. Dennoch hören wir von vielen Erstanwendern, dass sie trotz anfänglicher Skepsis gegenüber dem Nutzen einer Smartwatch ihre nun nicht mehr hergeben würden, da sie ihren persönlichen Vorteil erst bei der Nutzung entdeckt haben.

Was kritisieren Nutzer noch häufig an den smarten Uhren?
Kemmann:
Grundsätzlich wird die Akkulaufzeit kritisiert und mit der von Basic Wearables bzw. sogar Standardarmbanduhren verglichen. Dass dies natürlich schon angesichts der Rechenkapazität, hochauflösendem Farbdisplay und aller verbauten Sensoren nicht vergleichbar ist, wird oft einfach bewusst ignoriert. Bei der Entwicklung der Zenwatch 3 haben wir daher besonders viel Wert darauf gelegt, Nutzern eine bestmögliche Akkuleistung zu ermöglichen. Dies wurde umgesetzt durch die Verwendung der neuesten energieeffizienten CPU-Generation, durch Hypercharging und durch das optional erhältliche magnetische Akkupack, das unter der Uhr getragen werden kann.

Wo sehen Sie persönlich noch Verbesserungsbedarf?
Kemmann:
An der Verlängerung der Akkulaufzeit sollte weiterhin gearbeitet werden, um eine Nutzung über mehrere Tage zu ermöglichen. Aber auch die Anzahl der unterstützten Android-Apps wird weiterhin wachsen, um bekannte und beliebte Apps auch am Handgelenk nutzen zu können.

Wie ist es um die Sicherheit von Smartwatches bestellt?
Kemmann:
Das Android Wear OS bietet inzwischen die Möglichkeit, eine Displaysperre einzurichten, sodass ein unberechtigter Zugriff erschwert wird. Damit ist die Sicherheit vergleichbar mit der von Smartphones.

Tragen Sie persönlich auch eine Smartwatch? Wenn ja, jederzeit bzw. zu welchen Gelegenheiten?
Kemmann:
Seit Vorstellung der ersten Zenwatch trage ich durchgehend eine Smartwatch und möchte sie nicht mehr missen. Ich verwende sie neben ihrer Rolle als Benachrichtigungs-„Display“ vor allem als Schlüssel für mein Smartphones und um Erinnerungen einzutragen, wenn nichts zum Schreiben greifbar ist. Bis zur Vorstellung der Zenwatch 3 habe ich die 2. Generation getragen. Zugegebenermaßen mit einem Armband der ersten Generation, weil mir die Farbe besonders gefiel und es leicht austauschbar ist. Seit der Vorstellung bin ich aber hundertprozentiger Fan der Zenwatch 3.

Bildquelle: Wolf Busch

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