Initiative gestartet

Was verbirgt sich hinter „5G Bavaria“?

Das Fraunhofer IIS startet eine 5G-Initiative in Bayern. „5G Bavaria“ begleite den Übergang von der Forschung am neuen Mobilfunkstandard in die Anwendung.

Hauptsitz des Fraunhofer IIS in Erlangen

Hauptsitz des Fraunhofer IIS in Erlangen

„5G Bavaria“ umfasst im Einzelnen ein Testzentrum am Fraunhofer IIS in Erlangen und verschiedene Testumgebungen in Bayern. Unternehmen haben hier die Möglichkeit zur Evaluierung von neuen Mobilfunkfunktionalitäten in einem 5G-Gesamtsystemkontext mittels Simulation und Emulation im Labor sowie in realer Mobilfunkumgebung.

Der neue 5G-Standard soll künftig mehr bieten, als man bisher vom Mobilfunk gewohnt ist. Doch der Übergang von der Standardisierung in die Anwendung ist komplex, zumal zwischen der Festlegung neuer 5G-Funktionen in einem bestimmten Release und der Marktverfügbarkeit durchaus drei bis vier Jahre liegen können. In dieser Zeit ist das Erproben und Entwickeln zukunftsbeständiger Kommunikationsanwendungen ohne passende Testeinrichtungen nur schwer möglich.

Mit dem neuen Testzentrum in Erlangen und verschiedenen 5G-Testumgebungen in Bayern soll das nun einfacher werden. Das Vorhaben werde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „5G ist die Basistechnologie für die Digitalisierung und wichtig für zahlreiche Zukunftstechnologien wie Industrie 4.0, das automatisierte Fahren, in der Medizintechnik oder auch für intelligente Energiesysteme. Hier müssen wir unsere Position verteidigen und ausbauen.“

Erste Anlaufstation für die Umsetzung


„Im Testzentrum erhalten Anwender zukünftig unkompliziert eine Beratung zur aktuellen Nutzbarkeit von 5G für ihre Anwendung“, erklärt Bernhard Niemann, Projektleiter 5G am Fraunhofer IIS. „Das Testzentrum soll die erste Anlaufstation für die Umsetzung geplanter 5G-Anwendungen sein.“ Dort erfolge die Simulation neuer Übertragungstechnologien, um beispielsweise vorauszusagen, ob sie den Anforderungen der jeweils geplanten Anwendungen entsprechen, oder um die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher technologischer Ansätze zu vergleichen. Zeige die Simulation vielversprechende Ergebnisse, sei die erste Hürde genommen.

Der nächste Schritt ist dann die Emulation, also das Testen der Funktechnologien in Echtzeit unter möglichst realitätsnahen Bedingungen. Dazu werden reale Übertragungssituationen und -bedingungen durch spezielle Soft- und Hardware nachgebildet.

Ergänzend zum 5G-Testzentrum bereitet das Fraunhofer IIS den Aufbau und Betrieb eines Industrie-4.0-Testbeds in Nürnberg sowie eines Automotive-Testbeds in Rosenheim vor. In Würzburg wird eine Pilotstudie für ein 5G-Satelliten-Testbed erstellt. Die Testbeds sollen dazu dienen, konkrete Anwendungsfälle der Anwender mit 5G-Technologie zu erproben, um die Möglichkeiten und Grenzen auszutesten – und das, bevor 5G-Netze flächendeckend verfügbar sind. Die Testumgebungen werden dabei reale Infrastruktur wie Autobahnen und Industriehallen miteinbeziehen, um erste Anwendungen in Bayern im kleinen Maßstab zu realisieren.

Bildquelle: Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs

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