Kinder-Apps

Werbefreiheit ist die Ausnahme

Viele Kinder besitzen Tablets und Smartphones. Doch die meisten Apps zeigen Werbung, die oft unangemessen ist und Kinder beispielsweise zum Kauf von Spielzubehör austrickst.

Kinder sitzen am Tisch und nutzen Tablets

Apps für Kinder zeigen oft unangemessene Werbung

Laut einer Bitkom-Umfrage plante letztes Weihnachten etwa jeder dritte der befragten Bundesbürger, ein Tablet zu verschenken oder sich selbst zuzulegen. Tablet-Computer waren damit das beliebteste Weihnachtsgeschenk – auch bei Kindern. Bei ihnen erfreuen sich derartige Elektronikprodukte immer größerer Beliebtheit. Doch Vorsicht: Jedes Tablet oder Smartphone besitzt Apps – und diese können, selbst wenn es sich um Kinder-Apps handelt, unangemessene Werbung enthalten.

Fast alle Apps enthalten Werbung, häufig sogar unangemessene

Bei den verfügbaren Medien vollzog sich in den letzten Jahren ein Wandel. Kinder verbringen heutzutage die Zeit, die sie einst dem Fernseher widmeten, häufig mit Spiele-Apps auf mobilen Geräten. Aus diesem Grund haben sich amerikanische Forscher in einer Studie 135 im Google Play Store populäre Kinder-Apps genauer angeschaut. Dabei stellten sie fest, dass die Apps für Kinder im Alter von zwölf Monaten bis fünf Jahren zu 95 Prozent Werbung enthielten, die oft nicht einmal als solche gekennzeichnet ist.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Zwar sind die Spiele eigens für Kinder gedacht, die Werbung in solchen Apps ist aber oft unangemessen. Bereits 2015 machte The Guardian darauf aufmerksam, dass in Apps für Kinder sogar Werbeanzeigen mit sexuellem Inhalt aufgetaucht sind oder Anzeigen für Egoshooter mit Freigabe ab 18 Jahren.

Die Anzeigen sind oft ziemlich lästig, manche Werbebanner bleiben während des gesamten Spiels auf dem Bildschirm oder unterbrechen ein Spiel, manchmal sogar in Form eines Videos. Häufig werden Spieler genötigt, das gesamte Video anzuschauen, bevor ein ‚X‘ zum Schließen des Fensters erscheint. Und wenn ein Kind nicht genau das ‚X‘ trifft, landet es direkt im Play Store.

Kinder sollen zu In-App-Käufen verleitet werden

Daneben gibt es die Gefahr der (ungewollten) In-App-Käufe. Kinder unter acht Jahren sind nicht in der Lage, Werbung kritisch zu bewerten und häufig können sie auch nicht zwischen Werbung und Spiel unterscheiden. Dies gilt besonders, wenn die Werbeanzeigen mit Cartoon-Grafiken daherkommen und optisch kaum vom Spiel zu unterscheiden sind.

Bestimmte Werbeformate können Kinder emotional manipulieren, zum Beispiel indem Figuren zu weinen anfangen, wenn ein Kind den Store wegklickt oder keine Kauf-Objekte für Games freischaltet. Dies traf in der Studie auf 66 Prozent der Kinder-Apps zu. So etwas kann bei Kindern einen Spieldruck erzeugen, der sie zu In-App-Käufen drängt. In-App-Kauf-Werbeanzeigen tauchten in 30 Prozent der Apps auf.

Dass kostenpflichtige Apps den Nachwuchs nicht vor unangemessener Werbung schützen, zeigt die Studie ebenso: So war in 88 Prozent der kostenpflichtigen Apps Werbung, darunter auch in sogenannten Lern-Apps. Zwischen Sting, dass Eltern ganz besonders genau hinsehen sollten, wenn ihre Kinder Apps nutzen. Ein paar Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können, haben wir hier zusammengestellt.

Bildquelle: Thinkstock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok