Die Vorteile von Werbung über Messenger-Dienste zeigen sich vor allem in der persönlichen Kundenansprache. ((Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus))
„Der User gibt aktiv sein Einverständnis zur Ansprache ab, kann dieses aber natürlich jederzeit widerrufen“, erklärt Benjamin Thym. ((Bildquelle: Offerista Group))
MOB: Herr Thym, welche Möglichkeiten gibt es aktuell, über den Messenger-Dienst Whatsapp mit Kunden in Kontakt zu kommen?
Benjamin Thym: Der Nutzer muss sein Interesse an Werbeinformationen im Messenger-Dienst aktiv bekunden, indem er beispielsweise über einen QR-Code in den Channel des Händlers hinzugefügt wird. Diese Akquisition von potenziellen Konsumenten kann sowohl in Print-Prospekten mittels QR-Code oder auch Online mit Direktverlinkungen stattfinden. Danach folgt die Registrierung im Channel. Dafür müssen die Nutzer das Abonnement bestätigen und dem Erhalt von regelmäßigen Angeboten des entsprechenden Händlers zustimmen. Der Händler kann daraufhin den sich wiederholenden Rhythmus, die Tageszeit und die Anzahl der Aussendung seiner Angebote über diesen Kanal festlegen oder auch zusätzlich auf einmalige, besondere Aktionen hinweisen.
MOB: Für welche Unternehmen ist diese Form des Marketings interessant? Welche Rolle spielt das Thema aktuell bei Ihren Kunden?
Thym: Das Thema ist sehr relevant für alle Unternehmen aus der Handelsbranche, da sich der Marketing-Mix aktuell stark verändert. Die steigenden Papierpreise, die Unsicherheit mit den Energiekosten sowie das steigende Bewusstsein der Konsumenten in Bezug auf Nachhaltigkeit, führen zu einem massiven Shift von Print-Budget in digitale Maßnahmen. Um entlang der gesamten Customer Journey seine Präsenz zu zeigen und Cross Channel die Konsumenten im richtigen Zeitpunkt zu erreichen, ist dieser neue Kanal gerade besonders interessant für den Handel. Gerade auch wegen der zahlreichen neuen Möglichkeiten, die sich in der Zukunft über den Dienst erschließen werden. Profiling, also die konkrete Ausspielung nach Interessen (bspw. “Vegetarier bekommen keine Fleisch-Angebote”), die Integration von Influencer-Videos in den Channel oder auch der direkte Abverkauf von Produkten im Messenger sind nur einige Projekte, an denen gerade gearbeitet wird.
MOB: Was sind die Vor- und Nachteile, mobiles Marketing über Messenger-Dienste zu betreiben?
Thym: Die Vorteile zeigen sich ganz klar in der direkten und persönlichen Kundenansprache. Zusätzlich dazu, wie bei allen digitalen Werbeformaten, fällt die Abhängigkeit von Papierpreisen oder der Energieversorgung flach. Außerdem handelt es sich um eine planbare Werbeaktivität, die bei geringem Aufwand des Händlers regelmäßige und automatisierte Kommunikation mit den Konsumenten gewährleistet. Der User gibt aktiv sein Einverständnis zur Ansprache ab, kann dieses aber natürlich jederzeit widerrufen. Ein weiterer positiver Aspekt ist neben der Planbarkeit auch die Flexibilität auf der anderen Seite. Optimierungen oder Aktionsschwerpunkte können in Sekundenbruchteilen adaptiert werden. Spannend wird auf der anderen Seite sein, wie die Akzeptanz der Handelswerbung über Messenger-Dienste ausfallen wird. Nachdem es sich um einen gänzlich neuen Channel handelt, wird sich zeigen, wie dieses doch sehr persönliche Medium angenommen wird.
MOB: Inwiefern lässt sich eine DSGVO-konforme Kommunikation mit den Kunden realisieren?
Thym: Die DSGVO-konforme Kommunikation wird mithilfe einer aktiven Abfrage des Einverständnisses über den Start des Services gewährleistet. Diese Zustimmung kann jederzeit und einfach auch wieder beendet werden. Zusätzlich dazu weist der Händler auch in seinen Datenschutzbestimmungen auf die Art der Nutzung und Verarbeitung der Telefonnummern hin.