Dropbox Paper

Werkzeug für die Arbeit am Inhalt

Der Markt für Office-Lösungen in der Cloud ist umkämpft. Jetzt gibt es einen neuen Mitspieler: Dropbox Paper, eine übersichtliche Textverarbeitung mit Collaboration-Funktionen.

Es hat eineinhalb Jahre gedauert, bis aus dem im Frühjahr 2014 von Dropbox gekauften HackPad etwas neues geworden ist: Eine an Funktionalität und Design von Dropbox angepasste Online-Textverarbeitung. Die Standalone-App hat noch keine direkte Anbindung an Dropbox, denn sie ist im Betatest. Es kann sich aber jeder auf der Website anmelden.

Im Moment ist unklar, wie weit die Beta von Dropbox Paper noch ausgebaut wird, es bleiben aber nur wenige Wünsche übrig. Der bisher verwirklichte Funktionsumfang ist mehr als ausreichend für das Verfassen von kurzen und langen Texten sowie für die gemeinsame Arbeit an solchen Dokumenten.

Moderne Textverarbeitung

Die App bietet alle Basisfunktionen einer modernen Textverarbeitung inklusive eines anklickbaren Inhaltsverzeichnisses zum Anspringen bestimmter Textpassagen und einer Versionsverwaltung. Organisiert werden die Dokumente in beliebig vielen, auch verschachtelt anzulegenden Ordnern. Darüber hinaus gibt es eine Übersichtsseite, die die zuletzt bearbeiteten Dokumente enthält.

Dropbox Paper benutzt zwar die Seitenmetapher, stellt die Dokumente aber als fortlaufende Textschlange dar. Dabei haben die Entwickler viel Wert darauf gelegt, eine möglichst ablenkungsfreie Arbeitsumgebung zu schaffen. So gibt es zum Beispiel nur eine Titelzeile, aber keine direkt sichtbaren Menüs, Symbole oder Schaltflächen.

Sehr praktisch für die Formatierung: Nach dem Markieren von Text taucht sofort ein Inline-Menü auf, mit dem Formatierungen an den Text oder an den gesamten Absatz vergeben können. Fette und kursive Schriftzeichen erzeugt, Überschriften-Formate vergeben, Links erzeugt und Kommentare eingefügt.

Wer mit der Maus vor einen Absatz geht, bringt damit ein Pluszeichen zum Vorschein, das ein weiteres Menü anzeigt. Dort können neue Objekte wie Bilder, Tabellen, Listen oder Trennlinien eingefügt werden. Die Tabellenfunktion ist einfach mit der Maus zu bedienen- Leider kennt sie keine Möglichkeit, die Breite der Spalten selbst zu bestimmen. Stattdessen orientieren sie sich immer an der breitesten Zelle.

Team-Funktionen

Damit ist die Aufzählung der Formatierungsfunktionen auch schon beendet. Optionen wie Schriftart und -größe, Absatzausrichtung oder unterschiedliche Randeinstellungen gibt es nicht. Die App legt den Schwerpunkt auf die Arbeit am Inhalt des Textes und die Kollaborationsfunktionen. Zurzeit gibt es nicht einmal einen Export in ein anderes Datenformat. Das sollte sich in der endgültigen Version ändern.

Zwei nette Details richten sich an andere Zielgruppen als die typischen Unternehmensanwender: Nach Eingabe eines Doppelpunktes erscheint ein Menü mit einer Vielzahl an Emojis. Zudem kennt das Menü zum Einfügen neuer Objekte ein spezielles Entwicklerobjekt. Das ist ein grau unterlegter Kasten, der einen Code-Editor anbietet. Unterstützt werden eine Schriftart mit fester Zeichenbreite, die farbliche Syntax-Markierung, Zeilennummern und automatische Erkennung der Programmiersprache.

Außerdem können Listen mit Aufgabeneinträgen in ein Dokument eingefügt werden, bei dem das Ankreuzkästchen links vor dem Absatz mit der Maus bedient werden kann. Das ist die Grundfunktion einer Aufgabenverwaltung, sollte aber vor allem als Erinnerungsstütze ausreichen.

Für die gemeinsame Arbeit an einem Dokument kennt Paper diverse Team-Funktionen. Andere Personen werden durch Angabe der E-Mail-Adresse zu einem Ordner oder einem Dokument eingeladen. Jedes Team-Mitglied ist farblich gekennzeichnet und wird links vor dem Absatz als Bearbeiter ausgewiesen.

Schlankes Werkzeug

Auch Kommentare tragen Namen und Profilbild. Andere Autoren können beliebig viele Antworten dazu eingeben. Damit ist es möglich, Diskussionen über bestimmte Textpassagen direkt am Anschauungsobjekt zu führen. Ein weiteres praktisches Detail: Durch ein vorangestelltes @-Zeichen werden Namen von Teammitgliedern als E-Mail-Link eingefügt. Nach dem Anklicken geht eine Referenz zum Dokument an die entsprechende Mail Adresse heraus.

Etwas Ähnliches gibt es für Ordner und Dokumente, bei denen ein vorangestelltes Plus einen Link zum Öffnen erzeugt. Über das Share-Menü der oberen Bildschirmzeile kann darüber hinaus für das aktuell geöffnete Dokument ein Link erzeugt werden. Außerdem werden damit andere Personen zur Zusammenarbeit an diesem Dokument eingeladen.

Für die inhaltliche Arbeit an Dokumenten aller Art ist Dropbox Paper ausreichend. Der Funktionsumfang reicht jedoch nicht an den von Google Docs heran. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn das Google-Tool ist längst kein schlankes Werkzeug für Texter mehr. Sobald Dropbox eine Anbindung an seinen eigenen Speicherservice aufbaut, dürfte Paper sicher bei vorwiegend inhaltlich arbeitenden Nutzern Erfolg haben.

Bildquelle: Thinkstock

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